Mazedonien

Die Schweiz unterstützt den Übergang Mazedoniens zu einer integrativen sozialen Marktwirtschaft und einem demokratischen politischen System im Zuge seiner Europäischen Integration. Zentral ist dabei die Unterstützung von Reformprozessen in den Bereichen Dezentralisierung, Wirtschaft, Wasserversorgung und Naturschutz.

Karte von Mazedonien

Gemäss dem letzten Zensus vom 2002 setzt sich die Bevölkerung aus 65% slawischen und 25% albanischen Mazedoniern zusammen. Minderheiten sind u.a. Türken und Roma. Amtssprache ist Mazedonisch, in Gemeinden mit einem albanischen Bevölkerungsanteil von mindestens 20% ist Albanisch zweite Amtssprache. Die mazedonische Wirtschaft stürzte nach der Unabhängigkeit in ein Tief, von dem sie sich erst Ende der 1990er Jahre erholte. Von 2002 bis 2008 florierte das Wachstum - anschliessend wurde es durch die Finanzkrise stark gebremst und stagniert heute auf einem tiefen Niveau. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, betroffen sind vor allem Jugendliche und Frauen. Die Weltbank schätzt, dass über ein Drittel der Mazedonier in der Schattenwirtschaft arbeiten. Seit 2005 ist Mazedonien EU-Beitrittskandidat - die notwendigen Reformen kommen jedoch nur langsam voran.

Demokratische Gouvernanz und Dezentralisierung

Bisher verbesserten die Partnergemeinden ihre Leistungen in der Bildung, den kommunalen Diensten und der Städteplanung. Auch führte die Hälfte der mazedonischen Gemeinden Foren ein, wo Bürgerinnen und Bürger bei Planungs- und Budgetfragen mitreden können. Die Schweiz unterstützt weiterhin solche Reformbestrebungen auf lokaler und nationaler Ebene, um die Dienstleistungen weiter zu verbessern. Zivilgesellschaftsorganisationen nehmen eine wichtige Kontrollfunktion gegenüber dem Staat ein und treiben Veränderungen voran. Deshalb stärkt die Schweizer Zusammenarbeit die Projektmanagementkapazitäten ausgewählter Organisationen. Im Gegenzug beeinflussen Interventionen der Zivilgesellschaft die lokale Administration und tragen zu sozialem und demokratischem Wandel bei.

Staats- und Wirtschaftsreformen

Wirtschaftliche Entwicklung

Das Engagement der Schweiz im wirtschaftlichen Bereich zielt auf einen wettbewerbsfähigen Privatsektor. Dazu tragen z.B. ein vereinfachter Zugang zu Finanzierungen, die Stärkung unternehmerischer Fähigkeiten oder Verbesserungen in der Unternehmensführung bei. Darüber hinaus engagiert sich die Schweiz auch für ein besseres Geschäftsumfeld sowie für die Chancengleichheit von Bürgerinnen und Bürgern in Bezug auf Stellen und Einkommen.

Privatsektorentwicklung und Finanzdienstleistungen

Wasser

Das neue mazedonische Wassergesetz sieht vor, dass Trink- und Abwassersysteme mit kostendeckenden Tarifen finanziert werden müssen. Die Schweiz unterstützt den Staat bei der Umsetzung dieser gesetzlichen Grundlagen und hilft mit, die Renovation und die Erweiterung von Trink- und Abwassersystemen in den Gemeinden zu finanzieren.

Bereits konnte dadurch der Anteil der Bevölkerung, die an ein Abwassersystem angeschlossen ist, von 4% auf 13% erhöht werden. Dank dem Bau von Kläranlagen ging die Verschmutzung der drei Flüsse Kumanovska, Crni Drim und Bregalnica zurück. Die Integration von Umweltthemen ins mazedonische Bildungssystem trägt zudem zur Sensibilisierung von Lehrkräften, Schulleitungen, Schülerinnen und Schülern, sowie Eltern, bei.

Wasser 

Herangehensweise und Partner

Die Schweiz koordiniert ihr Engagement in Mazedonien  eng mit den örtlichen Behörden, anderen Geberländern und internationalen Organisationen wie dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Alle Programme der Schweiz integrieren die Prinzipien der guten Regierungsführung und der Gleichberechtigung.

Wichtige Partner der Schweiz in Mazedonien sind:

  • Ministerien und Gemeinden
  • Organisationen der lokalen Zivilgesellschaft, Gemeindeverband ZELS
  • Multilaterale Organisationen, z.B. UNDP, UNWOMEN

Geschichte der Zusammenarbeit

Schweiz aktiv seit Zerfall Jugoslawiens

Mit dem Zerfall Jugoslawiens 1991 wurde Mazedonien zur unabhängigen Nation. Die Schweiz unterstützt das Land seit 1992 im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit und in Form von Beiträgen an internationale Programme. 1996 wurde ein Kooperationsbüro der DEZA in Skopje eröffnet. Von 1996 bis 2012 realisierte die Schweiz Projekte in den Bereichen Infrastruktur, inter-ethnische Beziehungen, wirtschaftliche Entwicklung, demokratische Regierungsführung und Wasser. Seit 2013 fokussiert die DEZA ihre Transitionsunterstützung auf die Bereiche Demokratisierung und Dezentralisierung, wirtschaftliche Entwicklung und Wasser.

Aktuelle Projekte

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Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau in Mazedonien

Drei Frauen sehen zu, wie ein junger Mann etwas auf einem Papier notiert.

01.01.2014 - 31.03.2018

In Mazedonien sind Frauen in den Bereichen Beschäftigung, sozialer Schutz und politische Mitwirkung benachteiligt. Um die Gleichstellung zu fördern, hat die Regierung 2006 ein Gesetz zur Chancengleichheit von Mann und Frau verabschiedet. Komplementär zu Mazedoniens Reformbestrebungen finanziert die DEZA ein Gleichstellungsprojekt auf Gemeindeebene.

Land/Region Thema Periode Budget
Mazedonien
Rechtsstaatlichkeit - Demokratie - Menschenrechte
Dezentralisierung - Lokale Gouvernanz - Demokratisierung (inkl. Rechenschaftspflicht)
Menschenrechte (inkl. Frauenrechte)

01.01.2014 - 31.03.2018


CHF 1'670'400



Förderung des Privatsektors und Schaffung von Arbeitsplätzen für Junge in Mazedonien

Biljana, Mitbegründerin der Bio-Genossenschaft «Unsere gute Erde», hält eine Kiste mit Biofrüchten und gemüse.

01.11.2013 - 31.03.2019

Die Arbeitslosigkeit in Mazedonien ist sehr hoch, vor allem bei jungen Menschen und Frauen. Ein Grossteil der Bevölkerung ist von Armut betroffen. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Schweiz für die Unternehmensförderung und die Verbesserung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen ein. Dazu stärkt sie kleine und mittlere Unternehmen in gewissen Sektoren.

Land/Region Thema Periode Budget
Mazedonien
Wirtschaft und Beschäftigung
Förderung des Arbeitsmarkts

01.11.2013 - 31.03.2019


CHF 7'500'000



Wiederaufbau des Ökosystems am Prespasee

01.12.2011 - 30.06.2018

Der Prespasee liegt im Dreiländereck zwischen Albanien, Mazedonien und Griechenland. Sein Ökosystem ist aufgrund der Tier- und Pflanzenvielfalt von globaler Bedeutung. Die unsachgemässe Entsorgung von Abfällen ist weit verbreitet und führt zur Verschmutzung des Oberflächen- und Grundwassers. Die DEZA leistet einen Beitrag zur Sanierung der Gewässer und zur Stärkung des Umweltbewusstseins.

Land/Region Thema Periode Budget
Mazedonien
Wasser
Umwelt
Umweltschutz
Integrierte Wasserbewirtschaftung (Wassereinzugsgebiet)
Politik und Anwaltschaft Wasserressourcen
Integrierte Wasserbewirtschaftung (Wassereinzugsgebiet)
Politik und Anwaltschaft Wasserressourcen

01.12.2011 - 30.06.2018


CHF 6'682'000



Geplantes Projekt

Vocational Skills Development (VSD)

01.03.2018 - 29.02.2028

Macedonia has one of the highest unemployment rates in Europe (25%), especially among youth (48%). One of the key factors for youth unemployment is that the education and training system does not provide skills needed by the economy. The Vocational Skills Development project aims to address youth unemployment through supporting market relevant skills development by strengthening the engagement of the private sector (e.g. through systematised internships), thus increasing the employability of vocational training graduates.


Sustainable and Inclusive Regional Economic Development in Macedonia

01.11.2015 - 31.01.2021

Living standards for citizens across Macedonia are highly unequal providing few opportunities to citizens in rural regions. SDC contributes to the GIZ Regional Economic Development Programme that promotes more balanced regional development. More transparent and equitable allocation of national funds to the regions and enhanced competences of regional bodies shall foster inclusive regional development planning for more innovation and higher competitiveness of underdeveloped regions.


Support to establishment and development of Macedonian Parliamentary Institute

01.01.2015 - 31.12.2017

SDC will continue to support the development of the Macedonian Parliamentary Institute (PI). The PI is department of the Parliamentary Services of the Assembly that shall provide research, archive, library, inhouse training and visltor services. Through the PI services, Members of Parliament (MPs) will have access to information for fact-based debates on laws, contributing to greater quality of laws for citizens.


Civil Society Support Facility – Constituency Building

15.09.2014 - 31.12.2018

The overall objective of the Civil Society Support Facility – Constituency Building project is to contribute to enhanced engagement of CSOs with their constituents and to joint agenda setting to promote  positive social change in Macedonia. Through enhanced levels of organisation and legitimacy CSOs will be enabled to promote good governance at national level and improve accountability of the state towards citizens – elements which are crucial to building a more transparent and democratic society.


Community Forums - Exit Phase

09.09.2014 - 31.08.2017

The Community Forum instrument has been introduced as a mechanism for citizen participation in decision making at local level, thus fulfilling an institutional gap in the context of good governance in the country. The concept was developed through several phases and was applied in two third of the Macedonian municipalities. To foster sustainability the exit phase focuses on independently organised Forums and on the knowhow transfer to the municipalities association.


Empowering Municipal Councils

01.07.2014 - 30.06.2020

Municipal Council Members play a significant role in the decentralized democracy in Macedonia. However they lack knowledge, information and independence from the executive government. Through specific trainings and peer learning, councillors will gain in knowledge which will lead to their empowerment and increased independence from political party interference in local matters. Consequently the empowered councillors will ensure that policies and budgets reflect citizens‘ needs expressed in a participatory manner.


Restoration of the Strumica River Basin

01.07.2014 - 30.06.2021

As a continuation of the support to the Macedonian water and nature sector, Switzerland developed a group of projects that will assist the country to have cleaner water and a healthier environment, as well as to move forward in meeting its obligations towards the EU. Through this project, Citizens and farmers in the Strumica river basin will benefit from improved economic wellbeing as a result of a better ecological status of the river basin and reduced flooding hazards.


Lugano Summer School - Support for health professionals and managers from Low- and Middle-Income Countries with a SOC health focus

01.05.2013 - 30.04.2017

Empowering the workforce at all levels and within each of the building blocks of the health system through training is mandatory for improving health system performance. Therefore the goal of the of the Lugano Summer School is to strengthen and sustain the capacity of health professionals in selected low and middle income countries to manage, develop and promote health services and health systems at conceptual, strategic, and operational levels.


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