Moldau

Die Schweiz erhöht in der Republik Moldau die Kapazität und Qualität öffentlicher Dienstleister und verschafft insbesondere der ländlichen Bevölkerung und benachteiligten Gruppen gleichberechtigt Zugang. Kernthemen sind Gesundheit und Wasser, die Schweiz ist aber auch im Bereich Migration aktiv.

Karte von Moldau
© EDA

Seit der Unabhängigkeitserklärung 1991 befindet sich die Republik Moldau in einem Transitionsprozess Richtung Demokratie und freie Marktwirtschaft. Dieser  wird jedoch gehemmt durch blockierte Reformvorhaben, dem Konflikt um die Abspaltung Transnistriens und politische Turbulenzen. Seit dem Anschluss Rumäniens an die EU 2007 grenzt die Republik Moldau, das ärmste Land Europas, an die Aussengrenze der EU.

Die Schweiz unterstützt den Transitionsprozess der Republik Moldau, indem sie die Kapazität und Qualität öffentlicher Dienstleister erhöht und insbesondere der ländlichen Bevölkerung und benachteiligten Gruppen gleichberechtigt Zugang zu diesen verschafft. Der Fokus liegt in den thematisch eng verknüpften Bereichen Gesundheit und Wasser. Ihrem langjährigem und effektiven Engagement verdankt die Schweiz eine solide Vertrauensbasis gegenüber all ihren Partnern, allen voran der Bevölkerung und den Behörden der Republik Moldau.

Gesundheit

Reform des Gesundheitssystems

Während des Transitionsprozesses nach der Unabhängigkeit des Landes trat eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der Bevölkerung ein, die sich heute in allen Gesundheitsindikatoren widerspiegelt. Die Republik Moldau hat beispielsweise die tiefste Lebenserwartung bei Geburt in Europa.

Die Schweiz unterstützt die Reform des Gesundheitssystems auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Ihre Hilfe konzentriert sich vor allem auf die Gesundheitsförderung und die Prävention von nicht übertragbaren Krankheiten (Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes, akute Atemwegserkrankungen). Ausserdem unterstützt sie die Reform der psychiatrischen Versorgung auf der Basis gemeindenaher Dienstleistungen. Schliesslich leistet sie viel Überzeugungsarbeit, damit die gesundheitspolitischen Reformen und Massnahmen kohärent und breit abgestützt sind.

Gesundheit 

Wasser

Trinkwasserversorgung und sanitäre Anlagen

Rund die Hälfte der moldauischen Bevölkerung ist an das Trinkwassernetz angeschlossen, rund 5% der ländlichen Bevölkerung verfügen über einen Anschluss an das Abwassernetz. Die Schweiz verwirklicht deshalb in ländlichen Gebieten nachhaltige, erschwingliche und leicht reproduzierbare Trink- und Abwasseranlagen, welche Modellcharakter haben. Lokale Behörden und Bevölkerung werden in besonderem Masse in das Management dieser Anlagen einbezogen und sollen diese sukzessive übernehmen. Auf nationaler Ebene engagiert sich die Schweiz für eine förderliche Gesetzgebung, den Wissens- und Technologietransfer sowie die Berufsbildung im Wassersektor.

Im Rahmen des Trink- und Abwasserprojekts ApaSan (Swiss Water and Sanitation Project in Moldova) hat die Schweiz erfolgreich dezentralisierte Wasserversorgungsmodelle eingeführt, die durch dafür geschaffene lokale Verbrauchervereinigungen (Water Consumer Associations, WCA) betreut werden. Ebenfalls Resultat dieses Projekts ist die Einführung sogenannter Ecosan Trockentoiletten, die mit grossem Erfolg in Schulen installiert wurden und inzwischen auch in Haushalten verwendet werden.

Wasser

Migration und Entwicklung

Synergien zum Engagement im Bereich Gesundheit und Wasser nutzen

Die Schweiz identifiziert und entwickelt innovative Initiativen im Bereich Migration, welche negative Effekte zurückdrängen und positive Auswirkungen fördern sollen. Sie unterstützt die nationale Entwicklungsstrategie «Moldova 2020» und nutzt in besonderem Masse Synergien, welche sich aus den beiden Kern-Einsatzbereichen Gesundheit und Wasser ergeben. Im Bereich Gesundheit ist das beispielsweise psychologische und soziale Unterstützung für Jugendliche oder ältere Menschen, deren Angehörige im Ausland arbeiten. Im Wasserbereich werden Möglichkeiten geprüft, das Potenzial der Migrantinnen und Migranten  zur Entwicklung der Heimatdörfer zu nutzen.

Herangehensweise und Partner

Die Schweiz koordiniert ihre Entwicklungszusammenarbeit eng mit den örtlichen Behörden, anderen Geberländern und internationalen Organisationen wie der UNO oder der EU. Als führendes Geberland im Wassersektor unterhält die DEZA eine strategische Partnerschaft mit der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Alle Programme integrieren die Prinzipien der guten Regierungsführung und der Gleichberechtigung.

Wichtige Partner der Schweiz in der Republik Moldau sind:

  • Schweizer NGO: Helvetas-Swiss Intercooperation, Swisscontact, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Terre des Hommes, Save the Children
  • Nationale Partner: Ministerien, Stadt-und Gemeindebehörden, soziale und Berufsorganisationen, Privatsektor und lokale NGO
  • Bilaterale und multilaterale Partner: Deutschland (Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW; Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit,GIZ), Österreich (Austrian Development Agency, ADA), Schweden, Europarat, Weltbankgruppe, Weltgesundheitsorganisation (WHO), Entwicklungsprogramm der UNO  (UNDP), EU, Kinderhilfswerk der UNO  (UNICEF), Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD)

Aktuelle Projekte

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Geplantes Projekt

Progressing towards Universal Health Coverage in Moldova

01.11.2018 - 31.10.2026

The project supports the Government of Moldova to reach the entire Moldovan population with essential health services, to extend health insurance to everyone and to reduce the fees for services that the population pays out-of-pocket , and thus to ensure universal health coverage. This will be achieved by rationalising the service provision, strengthening the capacity and the sustainability of the health insurance, and introducing more effective accountability mechanisms in the health sector.


Geplantes Projekt

Job Creation and Skills Development in Moldova

01.01.2018 - 31.12.2029

Job creation is crucial for alleviating poverty, generating sustainable inclusive growth and discontinuing the long-term trend of labour-related emigration of Moldova's population. The proposed program will contribute to improved employment (more and better jobs) and opportunities to generate income for women and men, significantly benefiting excluded groups (rural youth, returning migrants, ethnic minorities).


Contribution to the Project on Cervical Cancer Prevention in Moldova

01.07.2017 - 30.06.2020

In Moldova, the cervical cancer incidence and mortality of women continues to be high due to very high proportion of late stage diagnoses. An integrated approach to cervical cancer prevention and control combining vaccination and regular cervical screening has the potential to reduce cervical cancer deaths by at least 80%. The project aims at reducing incidence and mortality due to cervical cancer through better access to and use of cost-effective and quality services within organized cervical cancer prevention program.


Solidar Suisse (Kredit Ost)

01.01.2017 - 31.12.2018

Solidar Suisse oriente son programme de développement sur les besoins et les droits des personnes vulnérables et défavorisées dans les pays les plus pauvres et dans les pays émergents et en transition où les inégalités sont profondes. Solidar Suisse développe des programmes qui renforcent les mouvements sociaux et promeuvent l’intégration active de la société civile dans les processus politiques. Le « travail décent » est devenu l’élément phare de Solidar Suisse qui a développé une véritable expertise dans cette thématique.


Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK) / Swiss Red Cross (SRC) (Kredit Ost)

01.01.2017 - 31.12.2018

The SRC’s overall goal is to contribute to healthy and safe living for vulnerable groups and communities. Since access to quality health care services remains a key factor for good health, the SRC promotes both supply and demand side of local health systems. As healthy living also depends on the environment, SRC focuses on health determinants such as water, sanitation, nutrition and health literacy. Adressing risks and disasters, SRC programmes encompass disaster risk reduction measures and foster community resilience.


Brot für alle / Pain pour le prochain (Kredit Ost)

01.01.2017 - 31.12.2018

En tant qu’organisation de développement des églises protestantes suisses, Pain pour le Prochain a le mandat d’informer et de former, de s’engager dans la politique de développement et d’assurer la qualité. Pain pour le Prochain et les onze œuvres partenaires forment une communauté de coopération (KoGe)[1] qui est un réseau d’apprentissage avec des objectifs spécifiques. Ce réseau permet notamment de joindre le travail de politique de développement en Suisse et le travail au Sud. Son objectif commun est de contribuer à une transformation du système et des comportements économiques, sociaux, politiques et écologiques.

 

[1] Les œuvres sont les suivantes : Pain pour le prochain, cfd (Christlicher Friedensdienst), Mission 21, International Blue cross, Connexio, DM-échange et mission, Heilsarmee, Horyzon, MEB-handicap visuel, SME (service de missions et d’entraide) , Tear Fund Schweiz, HEKS 


Caritas Schweiz (Kredit Ost)

01.01.2017 - 31.12.2018

La stratégie de coopération internationale 2020 de Caritas s’intitule « End Poverty ». Pour y contribuer Caritas Suisse s’engage en faveur de la justice sociale et de la dignité humaine dans 40 pays avec 250 projets. Le programme de Caritas considère trois aspects dans son programme qui permettent la durabilité du développement humain: couvrir les besoins de base, promouvoir la résilience et créer des opportunités d’égalité en améliorant l’équité. Dans sa conception, Caritas considère la coopération au développement et l’aide humanitaire comme intégrées dans une seule démarche.


Helvetas Swiss Intercooperation (Kredit Ost)

01.01.2017 - 31.12.2018

Helvetas s’engage avec ses partenaires pour un développement librement déterminé de personnes et de communautés défavorisées dans les pays en développement et apporte une aide à s’aider par soi-même. Helvetas favorise l’accès équitable aux ressources vitales et la protection des droits sociaux, économiques, politiques, environnementaux et culturels.


Contribution to Confidence Building Measures Program in Transnistria – Promoting Confidence in the Health Sector

01.03.2016 - 31.07.2019

Population living in Transnistria has limited access to quality maternal and child health care. The vaccination coverage rate is declining and the number of premature and underweight newborns is increasing. The project aims to approximate maternal and child health care in Transnistria to international standards, as well as to improve the access to and quality of maternal and child health services at secondary and primary level. A special focus is put on nutrition and immunization. The project offers good opportunities for building trust across borders through common trainings of professionals and concerted efforts on immunization.


Promoting lnclusiveness through Civil Society Advocacy in Moldova

01.12.2015 - 30.06.2021

The poor, the elderly, people with disabilities, sexual minorities, women, and Roma are among the most disadvantaged groups of Moldovan society. They face discrimination and violence, limited access to health services, education, and economic opportunities, and a bw representation in politics and decision-making. The project aims at strengthening clvii society groups, enabling them to play a critical role in promoting and safeguarding the rights and interests of the vulnerabie and exciuded.


Support to Strengthening Governance and Policy Dialogue in Health Sector in Moldova

01.12.2015 - 31.05.2019

Moldova's health sector reform agenda is ambitious and needs strong steering by the Ministry of Health and adequate capacities of key national health institutions. This project supports the production and use of evidence, the revision of policy documents and institutional capacity building, thus contributing to setting a favourable environment for health reforms and strong synergies with the policy components of all SDC health projects.


Water and Sanitation in Moldova

01.06.2015 - 31.05.2019

In Moldova, a majority of people living in rural areas lack access to safe drinking water and sanitation. To improve this situation, the project will establish decentralised water supply Systems and environmental sanitation facilities. The experience is then anchored in sector institutions by fostering their capacity, streamlining internal procedures, and handing over the lead in the implementation. In total, 60'000 people will have access to sustainable an improved water and 26'000 people to ecological toilets.

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