Zentralamerika (Nicaragua, Honduras)

Themenschwerpunkte der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in Zentralamerika sind die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, die Stärkung der Gemeinden und der Rechtsstaatlichkeit sowie Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel beziehungsweise zur Verminderung von Naturgefahren. Der Fokus der bilateralen Zusammenarbeit liegt auf Honduras und Nicaragua. Im Rahmen ihrer Themenschwerpunkte unterstützt die DEZA auch regionale Initiativen.

Karte der Region Zentralamerika (Nicaragua, Honduras)
© EDA

Nicaragua und Honduras sind die ärmsten Länder der Region. Die Herausforderungen sind unterschiedlich: Nicaragua verfügt über relativ stabile Institutionen und weist Fortschritte in der Reduktion der ländlichen Armut aus. In Honduras stagniert die Armutsbekämpfung. Die Institutionen sind schwach und die Unsicherheit ist selbst für regionale Verhältnisse sehr hoch. In Honduras engagiert sich die DEZA seit 2013 verstärkt in der Prävention von Gewalt und der Stärkung der Menschenrechte. Bedroht wird die Region auch von Hurrikanen und unregelmässigen Regenfällen – Erscheinungen, die sich mit dem Klimawandel verstärkt haben. Deshalb bündelt die DEZA ihre Anstrengungen zur Verminderung von Naturgefahren («Disaster Risk Reduction» DRR) mit Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Wirtschaftliche Entwicklung

Stärkung von Kleinunternehmen

Kleinunternehmen sind das Rückgrat der Wirtschaft. In Zentralamerika fördert die DEZA ländliche Wertschöpfungsketten: Kaffee, Kakao, Mais, Bohnen, Honig, Agrotourismus und weitere. Durch gremiale Organisation, verbesserte Produktequalität und Anstrengungen bei der Vermarktung können Kleinbauern und ländliche Kleinunternehmen ihre Einkommen steigern. Die Schweiz unterstützt auch die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Kleinproduzenten, beispielsweise durch Unterstützung der zuständigen Ministerien bei der Ausarbeitung und Umsetzung nationaler Förderpolitiken.

Berufsbildung für Jugendliche

Niederschwellige Berufsbildungsangebote erhöhen die Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen in Armenvierteln und ländlichen Regionen. In Honduras richten sich diese Angebote an Jugendliche in Quartieren mit hoher Kriminalität und leisten einen Beitrag zur Gewaltprävention.

Grund- und Berufsbildung

Privatsektorentwicklung und Finanzdienstleistungen

Gouvernanz

Stärkung der Gemeinden

Im Zug der staatlichen Dezentralisierungspolitik erhalten Gemeinden zusätzliche Budgetmittel, haben aber auch zusätzliche Aufgaben zu erfüllen. Die DEZA stärkt in Honduras und in Nicaragua je 20 ländliche Gemeinden, damit diese bessere Dienstleistungen erbringen und die Gemeindeentwicklung fördern können, beispielsweise durch den Aufbau von Landkatastern zur transparenten Besteuerung des Grundbesitzes.

Wasser, Strom und Strassen

Der bessere Zugang ländlicher Gemeinden zu Basisinfrastruktur ist ein Pfeiler des Schweizer Engagements. 130’000 Menschen fanden Anschluss an Trinkwasser und Strom und 170’000 Menschen profitierten von neuen Strassen, die seit 2008 mit Schweizer Hilfe realisiert wurden.

Reform der Polizei

In Honduras werden Entwicklungsfortschritte behindert durch weltweit höchste Mord- und Kriminalitätsraten. Seit 2013 engagiert sich die DEZA in der Reform der Polizei und unterstützt Massnahmen zur höheren Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern in fünf mittleren Städten.

Anwaltschaft und gute Regierungsführung

Anpassung an den Klimawandel

Risikokarten und territoriale Planung

Das Risiko von verheerenden Hurrikanen und längeren Dürreperioden hat sich im Zug des Klimawandels erhöht. Durch die Erstellung von Risikokarten, territorialer Planung unter Einbezug der Flussbecken und der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen werden die Gemeinden in der Anpassung an die möglichen Folgen des Klimawandels unterstützt.

Staubecken und dürreresistente Pflanzen

Die DEZA fördert innovative Methoden der Landwirtschaft: Durch den Anbau von dürreresistenten Pflanzen und das Anlegen von kleinen Staubecken sind Kleinbauern besser für Trockenperioden gerüstet.

Klimawandel und Umwelt

Humanitäre Hilfe

Rasch vor Ort

Dank den Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) in Managua kann die Schweiz rasch auf plötzlich eintretende Katastrophen reagieren. 2006 wurden lokale Notfallteams gebildet, denen auch Vertreterinnen und Vertreter des SKH, der Schweizerischen Botschaften und von Schweizer NGO vor Ort (Nicaragua, Honduras, El Salvador und Guatemala) angehören. Die Teams stehen jeden Tag der Woche rund um die Uhr bereit und können im Fall einer Naturkatastrophe sofort eingesetzt werden. Sie sind in der Lage, das Ausmass der Schäden und die humanitären Bedürfnisse rasch zu beurteilen. 

In Zusammenarbeit mit überregionalen Hochschulinstitutionen trägt die Humanitäre Hilfe der DEZA zu einer Stärkung der lokalen Kapazitäten im Bereich der Verminderung von Katastrophenrisiken bei. Erwähnenswert ist namentlich die Ausarbeitung eines Masterstudiengangs auf diesem Gebiet in verschiedenen zentralamerikanischen Universitäten.

Humanitäre Hilfe

Geschichte der Zusammenarbeit

Engagement seit über 30 Jahren

Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ist seit 1978 in Zentralamerika tätig. Ausgehend von Honduras weitete sich das Engagement in den achtziger Jahren auf Nicaragua aus. Seit 1993 liegt das regionale Hauptbüro in Managua. Zwischenzeitlich (1995–2009) war die DEZA auch in El Salvador mit humanitären Aktionen im Nachgang zum Hurrikan Mitch präsent. In Guatemala unterstützte die DEZA Projekte im Bereich der Ernährungssicherheit, verfügte aber nie über ein eigenes Büro.

Rund 90% der bilateralen Hilfe wird zu gleichen Teilen in Honduras und Nicaragua umgesetzt, 10% sind für regionale Projekte reserviert.