Nichtübertragbare Krankheiten – Eine wachsende Bedrohung für die Gesundheit

Ein kirgisischer Bauer lässt bei seinem lokalen Gesundheitskomitee den Blutdruck kontrollieren.
Im Projekt «Community Action for Health» in Kirgisistan lernen die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner von Freiwilligen, worauf sie achten müssen, um Krankheiten zu verhindern. © DEZA

Weltweit sterben drei von fünf Menschen an Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf- oder chronischen Atemwegserkrankungen. Das macht nichtübertragbare Krankheiten zur Todesursache Nummer eins. Dabei erkranken ärmere und sozial benachteiligte Gruppen eher und sterben früher an nichtübertragbaren Krankheiten als besser gestellte Gruppen. Die DEZA unterstützt daher Präventionsmassnahmen und fördert den Zugang zu existierenden Diagnosemethoden in Schweizer Partnerländern.

Fokus der DEZA

Die DEZA setzt sich in ihren Partnerländern für eine Stärkung der Gesundheitssysteme ein, damit diese die Doppellast von einerseits armutsbedingten Erkrankungen, z.B. im Bereich der  Mutter-Kind-Gesundheit, ernährungs- und infektionsbedingte Krankheiten, und andererseits nichtübertragbaren Krankheiten bewältigen können.

Die von der DEZA unterstützten Programme haben folgende Prioritäten:

  • Gesundheitsförderung und Prävention nicht-übertragbarer Krankheiten als kosteneffektivster Ansatz
  • Allgemein zugängliche Früherkennung und Frühdiagnose als integraler Bestandteil der Grundversorgung
  • Zugang zu Medikamenten und Gesundheitstechnologien zur Bekämpfung und Kontrolle von nicht-übertragbaren Krankheiten.
  • Psychische Gesundheitsprobleme als nichtübertragbare Krankheiten und Einbezug dieses stark vernachlässigten Bereichs in die bilateralen Programme der Schweizer Entwicklungspolitik

Der Gesamtansatz der DEZA umfasst neben bilateralen Programmen und Projekten auch aktives Mitwirken in multilateralen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO spielt eine führende Rolle bei der Organisation und Koordination der internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten.

Im Bereich der psychischen Gesundheit werden v.a. Reformen zur Verbesserung der gemeindebasierten psychiatrischen Dienste gefördert oder Menschen nach Krisenerfahrungen psychosozial unterstützt. Eine solche Unterstützung erhalten beispielsweise Frauen mit Gewalterfahrung in der Region der Grossen Seen in Afrika oder von Aids betroffene Jugendliche im südlichen Afrika.

Hintergrund

Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen, wie chronische Lungenkrankheiten oder Asthma, psychische Krankheiten und Diabetes gelten als nichtübertragbare Krankheiten. Zu den Hauptrisikofaktoren dieser Erkrankungen gehören Tabakkonsum, Bewegungsmangel, Alkoholmissbrauch und unausgewogene Ernährung.

Nichtübertragbare Krankheiten haben vielfältige Ursachen. Dies macht einen Gesamtansatz über den Gesundheitssektor hinaus notwendig, der soziale, wirtschaftliche und umweltbezogene Einflussfaktoren berücksichtigt.

Nicht-übertragbare Krankheiten sind die Ursache für weltweit 41 Millionen Todesfälle jährlich und machen 71% aller weltweiten Todesfälle aus. Davon entfallen 85% auf Länder niedrigen und mittleren Einkommen, so dass nicht-übertragbare Krankheiten kein ausschliessliches Problem von Wohlstandsgesellschaften sind. Trotzdem werden nur 2% der globalen Gesundheitsfinanzierung für diese Krankheiten eingesetzt. Mit Investitionen in die Prävention und Kontrolle dieser Krankheiten wird der krankheitsbedingte frühzeitige Tod von Menschen, entsprechend dem Ziel 3.4 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, um einen Drittel gesenkt und die allgemeine Gesundheitsversorgung vorangebracht. Die vier Hauptkrankheiten – Diabetes, Krebs, Herz-/Kreislaufkrankheiten und Atemwegserkrankungen – könnten durch kostengünstige Massnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung, z.B. ausgewogene Ernährung und Bewegung, sowie eine weniger gesundheitsbelastende Umwelt deutlich gesenkt werden.

Die Schweiz verfügt neben Kompetenzen und wertvollen Erfahrungen in der Gesundheitsförderung auch über eine weltweit bekannte pharmazeutische Industrie, die bereits Programme zur Bereitstellung günstiger Medikamente entwickelt hat. Die DEZA fördert gezielt solche Entwicklungen mit dem Privatsektor.

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