Finanzsektorentwicklung – Zugang zu Finanzdienstleistungen für alle

Stabile und leistungsfähige Finanzsysteme sind elementare Bestandteile einer Volkswirtschaft. Durch die Förderung des Zugangs von armen Haushalten, Bauern sowie kleinen und mittleren Betrieben zu Finanzdienstleistungen kann deren Teilnahme am wirtschaftlichen Leben verbessert und ihre Verletzlichkeit vermindert werden.

Fokus der DEZA

Die DEZA engagiert sich seit über 40 Jahren im Bereich Finanzsektorentwicklung. Als Zielgruppen stehen arme Haushalte, Kleinunternehmen und Bauern im Vordergrund. Nachdem in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf Mikrofinanzierung gelegt wurde, also auf Finanzdienstleistungen für arme Haushalte und insbesondere arme Frauen sowie für Mikrounternehmen, gewinnt die Finanzierung von Kleinunternehmen heute wieder stärker an Bedeutung, insbesondere im ländlichen Raum. Die DEZA strebt die nachhaltige Entwicklung eines nachfrageorientierten Finanzsektors an, der den spezifischen Bedürfnissen der verschiedenen DEZA-Zielgruppen gerecht wird, und zwar sowohl bezüglich der Breite als auch der Tiefe der angebotenen Dienstleistungen. Dabei konzentriert sie sich vor allem auf die folgenden Bereiche:

  • Nachfrageseitig: Ausbildung der DEZA-Zielgruppen mit dem Ziel, ihre Verhandlungspositionen zu stärken, den guten Umgang mit Spar-, Versicherungs- und Kreditangeboten zu fördern und den Zugang zu institutionellen Finanzdienstleistungen zu erleichtern.
  • Angebotsseitig: Unterstützung von Finanzinstitutionen, welche das Potenzial und den Willen haben, ihr Leistungsangebot für die DEZA-Zielgruppen kostendeckend und dauerhaft auszubauen und dessen Breite und Tiefe markant zu verbessern.
  • Finanzmarktinfrastruktur: Unterstützung von Netzwerken und Vereinigungen von Finanzinstitutionen, Ausbildungsstätten, Rating-Agenturen, Kreditbüros, Treuhändern, Informationstechnologieanbietern etc. mit dem Ziel der Stärkung des Finanzsektors.
  • Rahmenbedingungen und Aufsicht: Unterstützung von gesetzgebenden, regulativen und überwachenden Institutionen sowie von Finanzsektorreformen dort, wo die Rahmenbedingungen eine positive Entwicklung des Finanzsektors behindern.
  • Internationale Zusammenarbeit: Die DEZA arbeitet aktiv in internationalen Foren und Partnerschaften mit und pflegt die Zusammenarbeit mit internationalen Kompetenzzentren. Ziele sind die internationale Koordination und Harmonisierung, Efahrungs- und Wissensaustausch sowie die Förderung globaler oder regionaler Netzwerke.

Hintergrund

Ein funktionierender Finanzsektor ist für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes von zentraler Bedeutung. Er schafft die Möglichkeit, Ersparnisse zu mobilisieren und sie produktiven, Einkommen und Beschäftigung schaffenden Investitionen zuzuführen. Für private Haushalte und Bauern ebenso wie für Unternehmen sind sichere Anlagemöglichkeiten, der Zugang zu Zahlungsverkehr, Krediten und Versicherungsleistungen eine Voraussetzung, um Einkommensrisiken zu vermindern, konjunkturelle und Marktfluktuationen besser abzufedern und für grössere Investitionen – beispielsweise für die Ausbildung von Kindern oder die Gründung einer selbständigen Existenz – zu sparen.. Ernte-und Naturkatastrophenversicherungen sind besonders für die Risikoverminderung von Kleinbauern wichtig, fördern Produktivitätssteigerungen und verstärken damit die Ernährungssicherheit. Sowohl auf der Ebene der privaten Haushalte als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht wirkt sich ein leistungsfähiger und für alle Bevölkerungsteile zugänglicher Finanzsektor armutsmindernd aus. Zudem stimuliert er das wirtschaftliche Wachstum auf allen Ebenen.

Aktuelle Herausforderungen

In vielen Entwicklungsländern sind arme Bevölkerungsteile heute vom formalen Finanzsektor weitgehend ausgeschlossen. Vor allem in ländlichen Gegenden haben oft über 90 Prozent der Bevölkerung keinerlei Zugang zu formalen Finanzdienstleistungen. Zu den typischen Ursachen für diese Unterversorgung zählen ein Mangel an Verkaufs- bzw. Servicestellen, hohe Kosten, ungenügende Infrastruktur, ein Dienstleistungsangebot, das an die spezifischen Bedürfnisse nicht angepasst ist, sowie inadäquate rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen.

Für die ärmere Bevölkerung bleibt deshalb oft nur der Zugang zu Verwandten, Freunden und anderen informellen Geldverleihern. Vor allem Investitionen können dadurch jedoch nur selten finanziert werden. Im entwicklungspolitischen Kontext hat Finanzsektorentwicklung daher das Ziel, ein Angebot an dauerhaften Finanzdienstleistungen für breite, bisher nicht oder unzureichend bediente Bevölkerungsgruppen zu schaffen.

In ländlichen Gebieten stellen sich zusätzliche Herausforderungen, namentlich in Bezug auf die Verminderung von Risiken und Transaktionskosten und den Zugang zu ergänzenden Dienstleistungen, beispielsweise für die Förderung von technischen Innovationen oder für die Vermarktung.

Mikrofinanzwesen

Finanzdienstleistungen für arme Bevölkerungsgruppen und Kleinstunternehmen, die keinen regelmässigen Zugang zu den Angeboten von klassischen Finanzinstitutionen haben.

Finanzierung von Kleinunternehmen

Kleinunternehmen sind für eine breite, beschäftigungswirksame Entwicklung von grosser Bedeutung. Sie haben aber häufig keinen Zugang zu auf ihre Bedürfnisse angepasste Dienstleistungen.

Ländliches Finanzwesen

Trotz ihrer gossen Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung leiden ländliche Gebiete unter einer massiven Unterversorgung mit Finanzdienstleistungen.

Mikroversicherungen

Menschen in Entwicklungs- und Transitionsländern sind einer Vielzahl von Risiken wie Krankheit, Ernte- und Erwerbsausfall oder Diebstahl ausgesetzt, verfügen aber gleichzeitig praktisch über keinen formalen Versicherungsschutz.

Dokumente

Aktuelle Projekte

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Inclusive territorial economic development in the Muskitia region

01.06.2021 - 31.12.2028

The Muskitia indigenous region requires strategic changes that favour inclusive economic development and reduce violent conflict over land use and maritime resources. For this reason the program strengthens territorial governance, improves the business climate and increases access to services. This includes supporting 8 of the 12 territorial councils in stimulating productive sector value chains such as cocoa, fish, and basic grains that generate employment and income for 10,000 families and consolidate indigenous businesses.


African Risk Capacity (ARC)

01.12.2016 - 31.08.2019

The African Risk Capacity is a specialised agency of the African Union to help African countries improve their capacities to better respond to extreme weather events such as droughts and floods, therefore protecting the food security of their populations. It uses modern finance mechanisms such as risk pooling to create pan-African climate response systems. SDC co-finances the expansion of this insurance scheme to new countries, including the development of contingency plans that will allow insurance pay-outs to countries in case of drought or floods related catastrophes.


Bangladesh Agricultural and Disaster Insurance Programme (BADIP)

15.05.2016 - 31.10.2021

Smallholder farmers in Bangladesh face considerable risks. Droughts, floods, winds, temperature shocks, pests and diseases can destroy their livelihoods and leave them indebted for years. To cope with such shocks, they are often forced to sell productive assets and fall back in poverty. By developing the market for agricultural insurance and related extension services, BADIP will sustainably increase poor farmers’ resilience, giving them the confidence and security to step up their productive investments.  


Swiss Capacitiy-Building Facility (SCBF): North Africa Contribution

10.12.2015 - 31.12.2018

Formal financial inclusion is critical for pro-poor economic growth and remains low in North Africa. The intervention aims to increase well-being and livelihood of low-income people and smallholder farmers, through financial inclusion. The SCBF focuses on tailor-made technical assistance to partner financial institutions to up-scale sustainable and client-oriented financial services offered responsibly. The contribution leverages the expertise of the SCBF for financial inclusion in North Africa and seeks synergies with other North Africa projects.


Public Private Development Partnership: Social Entrepreneurship Catalytic Impact Financing for Latin America and the Caribbean (LAC-IMPACT)

01.11.2015 - 01.11.2021

Social entrepreneurs (SE) find innovative, effective and efficient solutions to social problems with a private sector, entrepreneurial approach. ODA funds are scarce and need to be used with leverage. This intervention will leverage social enterprises efforts, impact investors’ capital and local government funds for poverty reduction and improved livelihood of low income households.


Consultative Group to Assist the Poor (CGAP)

01.06.2015 - 30.06.2019

Financial inclusion is a thematic priority of the current and new ‘Botschaft’. Despite much pro-gress achieved, CGAP’s and SPTF’s missions are far from completion. Access of low-income people to insurance and long-term savings services require frontier markets to develop.

There is also a long way until the Universal Standards for Social Performance Management (USSPM) are put into practice by financial institutions serving low-income people. They are essential to ensure that low-income people improve their livelihood as a result of using financial services.


Support for the third International Conference on Financing for Sustainable Development

01.11.2014 - 31.12.2018

Switzerland will engage in strategic advocacy and policy influencing partnerships to strengthen its position in the financing for sustainable development process leading up to the 2015 Financing for Development conference in Addis Ababa, and to enhance the preparatory process and the outcome in line with Swiss priorities, in particular by ensuring that the voice of the Private Sector is heard throughout the process.


Women’s Political and Economic Empowerment and Governance Programme

01.10.2014 - 30.06.2018

The overall goal of this program is to reduce gender inequalities through women’s political and economic empowerment and leadership as well as gender responsive governance and to strengthen the knowledge and capacities in these thematic areas. Evidence shows that investing in gender equality can reduce poverty, accelerate economic growth and inclusive and sustainable development and thus can benefit everyone.


JIWASA Programme – Strengthening Urban MSEs

01.09.2014 - 31.03.2020

Micro and Small Enterprises (MSEs) involved in processing have the potential to contribute to industrial development in Bolivia, but their productivity is low. The Jiwasa Programme is a government initiative that seeks to increase production and incomes. With public and private sector support, it will provide direct and strategic services to five production clusters prioritised by the Bolivian government. 10’000 jobs will be improved, and gender equality and cleaner production will be promoted.


Territorial Economic Development Programme – PRODET

01.08.2014 - 31.12.2020

While the Las Segovias region has been marked by high levels of poverty, it is also characterised by its potential for economic development, albeit with only limited manufacturing activities. The programme will promote territorial economic development in ten municipalities and will contribute to benefit over 5000 microenterprises – owned mainly by women – and members of cooperatives from an increase in income by adding value to their products and through better sales due to improved access to markets.


Programme d’appui à la production agricole en Haiti

01.07.2014 - 30.06.2019

Le développement et le renforcement des services financiers et de conseils agricoles ainsi qu’un ciblage des groupes vulnérables en milieu rural contribueront – à travers de plus grands investissements dans l’agriculture - à une productivité et à une qualité accrue dans les filières concernées, à des revenus plus importants, à une sécurité alimentaire améliorée, à une vulnérabilité réduite et à une meilleure protection sociale des petit-e-s producteurs-trices et des personnes les plus défavorisées.


Local Economic Development in the Golfo de Fonseca Region

18.11.2013 - 30.06.2018

The project aims a promoting inclusive economic development in the Golfo de Fonseca Region, which is part of the dry tropical zone of Central America, particularly vulnerable to the effects of climate change. The single phase Project, co-financed with IDB’s Multilateral Investment Fund, allows influencing larger IDB private sector operations and hence up-scaling. It also helps shaping SDC’s planned programs in local economic and value chain development.

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