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Veröffentlicht am 1. Februar 2026

Multilaterale Friedensförderung

Die Schweiz fördert Frieden auf bilateraler Ebene in konfliktträchtigen Schwerpunktregionen, wo sie mit den beteiligten Parteien auf eine friedliche Lösung hinarbeitet. Gleichzeitig setzt sich die Schweiz in der Friedensförderung auf multilateraler Ebene ein, indem sie ihre Friedensaktivitäten besser mit jenen anderen Ländern und UNO-Organisationen zu koordinieren sucht und innovative und wirksame Bemühungen der UNO unterstützt.

Der Saal des UN-Sicherheitsrates.

Das friedliche Zusammenleben der Völker ist eines der Ziele der Schweizer Aussenpolitik. Frieden zu fördern gehört daher zu den zentralen Aufgaben des EDA. Dies geschieht bilateral, indem die Schweiz in Schwerpunktregionen mit Konfliktparteien an der Überwindung gewaltsamer Konflikte arbeitet. Diese Länder und Regionen sind oft nicht nur von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen betroffen, sondern leiden auch unter anderen Herausforderungen: Klimawandel, extreme Armut, Korruption oder schlechte Regierungsführung.

Diese Herausforderungen beeinflussen sich gegenseitig und die Schweiz kann unmöglich alleine auf alle eingehen. Sie ist für den Erfolg ihrer Arbeit auf Partnerschaften mit anderen Staaten und internationalen Organisationen angewiesen.

Aus diesem Grund bettet die Schweiz ihre Friedensförderung im multilateralen Rahmen, allen voran der UNO, ein. Sie hat in den letzten Jahren ihre Präsenz in der sogenannten UNO-Friedensarchitektur gezielt ausgebaut. Dort setzt sie sich insbesondere ein für:

  • Reform des UNO-Systems, um die Wirksamkeit der UNO-Friedensförderung zu erhöhen, unter anderem durch Schweizer Teilnahme an den Verhandlungen zur Peacebuilding Architecture Review (alle 5 Jahre).
  • Koordinierung der Schweizer Friedensbemühungen vor Ort mit den UNO-Programmen. Sie tut dies insbesondere durch die Zusammenarbeit und Finanzierung des UNO-Fonds für Friedensförderung (PBF).
  • Friedensförderung erfordert die Bereitschaft, kalkulierte Risiken einzugehen. So kann es beispielsweise erforderlich sein, mit Parteien zu sprechen, die als unberechenbar gelten. Auch das Eingehen neuer Partnerschaften für den Frieden ist ein Risiko, das sich lohnt: Die Einbeziehung internationaler Finanzinstitutionen und des Privatsektors ist unerlässlich, um die langfristige Finanzierung zu sichern und die Friedensförderung zu verankern.

«Peacebuilding Fund»

Der Peacebuilding Fund (PBF) ist das wichtigste Instrument des UN-Generalsekretärs für die schnelle Finanzierung von Projekten zur Friedensförderung. Mit einem Beitrag von 28 Millionen Franken bis 2026 gehört die Schweiz zu den 12 grössten Gebern des PBF. Sie beteiligt sich auch am jährlichen strategischen Dialog. Im Jahr 2021 war die Schweiz Gastgeberin des strategischen Dialogs in Glion. Im Mittelpunkt standen die Sicherung der langfristigen Finanzierung des PBF und die bessere Dokumentation der Wirkung seiner Arbeit vor Ort.

Der oben erwähnte strategische Dialog des PBF mit seinen 12 grössten Geberstaaten ist das Hauptinstrument der politischen Begleitung des Schweizer Beitrags. Darüber hinaus nimmt die Schweizer Mission bei der UNO in New York aktiv an den Treffen der Gruppe der Freunde des PBF teil, der 20 Länder angehören. Seit Mai 2020 ist die Schweiz Mitglied der PBF Advisory Group.

Ihr Netzwerk von Fachleuten für Friedensförderung, Menschenrechte und Entwicklung in den Schweizer Botschaften und Vertretungen in den Ländern, in denen die PBF aktiv ist, ermöglicht es der Schweiz, auf operativer Ebene zu intervenieren und Synergien zwischen multilateralen Aktionen und der bilateralen Friedenspolitik der Schweiz zu schaffen.

UNO-Nachhaltigkeitsziele 2030

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist der globale Rahmen der internationalen Gemeinschaft, um die grossen Herausforderungen der Welt gemeinsam anzugehen - konkret durch die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der UN. Die Förderung des Friedens ist ebenfalls Teil der SDGs, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass sowohl Entwicklung ohne Frieden als auch Frieden ohne Entwicklung nicht nachhaltig sind. Folglich zielt SDG 16 darauf ab, friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz zu verschaffen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen.

Durch ihr Engagement in der Friedensförderung trägt die Schweiz zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der UNO bei.

Kontakt

Sektion Humanitäre Diplomatie
Staatssekretariat STS-EDA
Abteilung Frieden und Menschenrechte
Effingerstrasse 27
3003 Bern