Gültig am:
Publiziert am: 01.12.2015

Reisehinweise für China

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Grundsätzliche Einschätzung

Das Land kann als stabil bezeichnet werden. Dennoch kann es vereinzelt zu Demonstrationen und Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften kommen.

Wiederholt sind in China Anschläge verübt worden. Beispiele:

  • Am 30. September 2015 explodierten über ein Dutzend Paketbomben in der Stadt Liuzhou, Provinz Guangxi und forderte mehrere Tote und über 50 Verletzte.
  • Bei einem Attentat auf Reisende im Bahnhof von Kunming haben am 1. März 2014 mehrere mit Messern bewaffnete Täter Dutzende Menschen getötet und über Hundert verletzt. Bei einem ähnlichen Angriff auf Reisende im Bahnhof von Guangzhou wurden am 6. Mai 2014 mehrere Reisende mit Messern verletzt. Die Lage in der Provinz Xinjiang ist seit längerem angespannt.
  • Im April und Mai 2014 wurden bei Angriffen auf dem Bahnhof Urumqi und auf einen Markt zahlreiche Menschen getötet und verletzt.
  • Am 28. Oktober 2013 forderte ein Selbstmordanschlag mit einem Auto auf dem Tiananmenplatz in Beijing mindestens fünf Todesopfer und zahlreiche Verletzte.

Mit weiteren Ereignissen dieser Art muss gerechnet werden.

Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.

Meiden Sie Demonstrationen jeder Art, und halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Behörden.

Es kommt vor, dass die chinesischen Behörden Touristenreisen in einzelne Gebiete, zum Beispiel Tibet, kurzfristig untersagen. Besprechen Sie Ihr Reiseprogramm mit Ihrem Reiseveranstalter und bleiben Sie in Kontakt mit ihm.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Hong Kong:  Spontane Streiks, Demonstrationen, Unruhen und Strassenblockaden sind möglich. Dabei kann es zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen den Demonstrierenden und den Sicherheitskräften kommen. Blockaden und Streiks können Behinderungen und Verspätungen verursachen und vermögen mitunter ganze Stadtteile lahm zu legen. Im Falle von Strassensperren und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als die Normalisierung der Lage abzuwarten. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art und halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Behörden.

Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan und autonomes Gebiet Tibet: Im Frühling 2008 ist es in diesen Provinzen zu Demonstrationen und Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften gekommen. Die Lage bleibt insbesondere in den tibetischen Gebieten dieser Provinzen lokal angespannt.
Meiden Sie grössere Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art, und halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Behörden (Reisebeschränkungen etc.).

Autonomes Gebiet Xinjiang: Das Verhältnis zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist seit längerem angespannt. In den vergangenen Jahren und auch im laufenden Jahr haben Ausschreitungen und Gewalttaten in dieser Provinz mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert. Die chinesischen Behörden schreiben die Gewalttaten terroristischen Separatistengruppen zu. Betroffen von den Unruhen waren insbesondere grössere Städte wie Urumqi, Kashgar und Hotan. So forderte beispielsweise ein Attentat auf Reisende im Bahnhof von Urumqi am 30. April 2014 sowie ein Anschlag auf einen Markt in der selben Stadt am 22. Mai 2014 Dutzende Todesopfer und Verletzte.  Mit weiteren Ereignissen dieser Art muss gerechnet werden.Lassen Sie in Xinjiang erhöhte Vorsicht walten und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (Ausgangssperren, Reisebeschränkungen etc.).

Kriminalität

Taschen- und Entreissdiebstähle nehmen vor allem in den Städten zu. Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen. Unternehmen Sie Reisen in schwach besiedelte Gebiete nicht alleine.
Lassen Sie ein gesundes Misstrauen walten, wenn selbst ernannte „Reiseführer“ oder Studenten ihre Hilfe anbieten. Insbesondere im Raum Shanghai und Beijing kommt es vor, dass diese Ausländer in ein Teehaus, Restaurant, Karaokebar, Massagesalon oder ähnliche Lokale führen, wo die Besucher betrogen werden.

Verkehr und Infrastruktur

Ausserhalb der Agglomerationen sind die Strassen oft in schlechtem Zustand und nur in chinesischer Schrift ausgeschildert. Das unberechenbare Verhalten der verschiedensten Verkehrsteilnehmer (Fahrräder, Fussgänger, Autofahrer, Lastwagen, Fuhrwerke) bildet ein erhebliches Unfallrisiko. Für Reisen mit einem Personenauto ist es deshalb empfehlenswert, nicht selbst zu fahren, sondern einen Wagen mit Chauffeur zu mieten. Von nächtlichen Überlandfahrten wird abgeraten.

Telefonverbindungen ins Ausland sind in abgelegenen Orten nicht überall möglich. Es kommt vor, dass in einzelnen Gebieten der Zugang zum Internet und die internationalen Telefonverbindungen vorübergehend nicht gewährleistet sind.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Es ist verboten, uniformierte Personen sowie Einrichtungen von Militär und Polizei zu fotografieren. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen bis hin zur Todesstrafe geahndet. Die Todesstrafe kann auch für andere Delikte (z.B. Mord) verhängt werden. Sittenwidrigkeiten und Vergehen gegen die öffentliche Ordnung können durch die Polizei mit Bussen und Haftstrafen bis zu 10 Tagen bestraft werden. Ein richterliches Urteil ist nicht notwendig.

Allgemein werden in China (und Hong Kong) Gesetzesverstösse strenger geahndet als in der Schweiz. Dies gilt auch in Bezug auf die Einfuhrbestimmungen.
General Administration of Customs People Republic of China
Customs and Excise Department Hong Kong

Die Haftbedingungen sind hart.

Personen, die in einem Strafprozess verwickelt sind, dürfen unter Umständen während der Untersuchung/Verhandlung das Land nicht verlassen. Auch bei finanziellen Streitigkeiten kann die Polizei unter Umständen Ausländer an der Ausreise hindern, bis die Angelegenheit erledigt ist.

Naturbedingte Risiken

China liegt in einem Erdbebengebiet. An den Küsten besteht deshalb auch das Risiko von Tsunami.
Während der Sommermonate muss mit Überschwemmungen und in den betroffenen Gebieten mit Behinderungen gerechnet werden. Die Küstenregionen im Süden und Südosten des Landes werden von Mai bis November von Taifunen heimgesucht, die beträchtliche Verwüstungen anrichten können. 
Beachten Sie Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)
Hong Kong Observatory: Tropical Cyclone Track Information

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die nächste schweizerische Vertretung (Botschaft in Beijing, Generalkonsulat in Shanghai, Guangzhou oder Hong Kong).

Bei Reisen nach Tibet und in die Provinz Qinghai sollten die Symptome der Höhenkrankheit nicht unterschätzt werden.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der grossen Städte ist die medizinische Versorgung nur beschränkt gewährleistet. Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung).

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Einige abgelegene Regionen sind für Touristen nicht zugänglich.

Das autonome Gebiet Tibet kann generell nur mit einer Bewilligung der "Tourist Administration of the Tibetan Autonomous Region" bereist werden. Es werden nicht für alle Gebiete Tibets und teilweise nur für Gruppenreisen Bewilligungen erteilt. Klären Sie Ihr Reiseprogramm mit Ihrem Reiseveranstalter ab.

Reisende, die nicht in Hotels logieren, müssen sich innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei anmelden. Der Gastgeber muss sie dabei begleiten und sich ebenfalls ausweisen. Wer gegen diese Vorschrift verstösst, muss bei der Ausreise mit Schwierigkeiten rechnen.

Die chinesische Botschaft in Bern und das chinesische Generalkonsulat in Zürich erteilen nähere Auskunft über die nicht zugänglichen Gebiete und die Meldevorschriften.

Die Polizei ist berechtigt, jederzeit Identitätskontrollen durchzuführen. Tragen Sie deshalb immer Ihren Pass auf sich.

Nützliche Adressen

Hong Kong MTR (Mass Transit Railway)
Hong Kong City Bus Routes and Services
Hong Kong: The Kowloon Motor Bus Co

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Vertretungen in China
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

 

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.