Gültig am:
Publiziert am: 13.06.2016

Reisehinweise für Kenia

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

 

Aktuelles

Im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen, die für August 2017 geplant sind, nehmen die politischen Spannungen zu. Seit Mai 2016 kommt es zu lokalen gewalttätigen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Vereinzelt haben sie Todesopfer und Verletzte gefordert. Bis zu den Wahlen sowie bei Bekanntgabe der Resultate steigt im ganzen Land das Risiko von politisch bedingten Gewaltausbrüchen. Lassen Sie besondere Vorsicht walten, meiden Sie Demonstrationen jeder Art und befolgen Sie die Anweisung der lokalen Behörden.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

In einzelnen Landesteilen sowie in den Städten bestehen Spannungen mit politischen oder sozialen Hintergründen. Vereinzelt sind religiöse Gebäude angezündet und Attentate auf religiöse Persönlichkeiten verübt worden. Lokal begrenzte Unruhen und Gewaltausbrüche sind möglich, vor allem nach Gewalttaten, die religiös motiviert sind oder als solche wahrgenommen werden.

Im ganzen Land besteht das Risiko von Terroranschlägen. Die somalische Terror-Organisation Al Shabaab hat ihre Drohungen nach dem Einmarsch kenianischer Truppen in Somalia wahr gemacht und seit 2012 mehrere Anschläge in Kenia verübt. Siehe auch Kapitel spezifische regionale Risiken.

Lassen Sie Vorsicht walten, besonders auf öffentlichen Plätzen wie Märkten, Busbahnhöfen, Kirchen, in der Umgebung von diplomatischen Vertretungen und Regierungsgebäuden, an Veranstaltungen und an von Ausländern besuchten Orten wie modernen Einkaufszentren.

Im Grenzgebiet zu Somalia besteht ein hohes Entführungsrisiko. Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.

Dürre und Missernten sowie Auseinandersetzungen um Weiderechte führen in ländlichen Regionen immer wieder zu Lebensmittelknappheit, was sporadisch lokale gewaltsame Konflikte zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen aufflammen lässt.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien oder über Ihren Reiseveranstalter über die Entwicklung der Lage. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art, denn Ausschreitungen sind möglich. Befolgen Sie die Anweisungen der kenianischen Behörden und der lokalen Reiseleitung.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Nairobi:
Seit 2012 wurden bei Attentaten in Nairobi zahlreiche Menschen getötet oder verletzt, zum Beispiel im September 2013 bei einem terroristischen Überfall auf ein Einkaufszentrum und am 16. Mai 2014 auf den Gikomba Market.
Befolgen Sie die Anweisungen der kenianischen Sicherheitskräfte und die Empfehlungen der Reiseleitung oder des Hotels, insbesondere wenn Sie unbegleitete Ausflüge ausserhalb des Hotels unternehmen möchten. Meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen jeder Art. Verzichten Sie auf Besuche der Armenviertel.

Mombasa:
In Mombasa flammen immer wieder Unruhen auf, vor allem nach Gewalttaten, die religiös motiviert sind oder als solche wahrgenommen werden, z.B. nach der Ermordung von religiösen Persönlichkeiten oder Überfällen auf Kirchen und Moscheen. Am meisten davon betroffen sind die Altstadt auf Mombasa Island und der Stadtteil Kisauni. Seit Anfang Mai 2014 kam es in Mombasa zu mehreren Anschlägen, deren Hintergründe unklar blieben. Im Juli 2014 wurden in der Altstadt von Mombasa kurz hintereinander zwei westliche Touristinnen auf offener Strasse erschossen. Im November 2014 gab es in Mombasa gewalttätige Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Schliessung von Moscheen.
Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen nach Mombasa Island wird abgeraten. Dies gilt nicht für An- oder Abflüge zum oder vom Mombasa Moi International-Airport, der auf dem Festland liegt. Lassen Sie aber auf den Transferstrecken vom und zum Flughafen sowie in den Badeorten an der Küste grösste Vorsicht walten. Befolgen Sie die Anweisungen der kenianischen Sicherheitskräfte und die Empfehlungen der Reiseleitung oder des Hotels, insbesondere wenn Sie unbegleitete Ausflüge ausserhalb der Hotelanlage unternehmen möchten. Meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen jeder Art.

Nördliche und westliche Landesteile:
Politisch und wirtschaftlich motivierte Zusammenstösse zwischen ethnischen Gruppen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Todesopfer gefordert. Diese finden jedoch hauptsächlich in abgelegenen Gebieten statt. Im Grenzgebiet zu Äthiopien kommt es ebenfalls zu vereinzelten Kampfhandlungen. Lassen Sie sich bei Reisen in den Norden und Westen von einer vertrauenswürdigen Person begleiten, die mit den lokalen Verhältnissen vertraut ist.

Nordosten und Grenzgebiet zu Somalia:
Seit dem Einmarsch kenianischer Truppen in Somalia sind mehrere Attentate verübt worden, zum Beispiel: Am 2. April 2015 sind bei einem Terroranschlag auf die Universität in Garissa über 140 Personen ums Leben gekommen. Im November und Dezember 2014 wurden in der Nähe von Mandera im Nordosten des Landes bei einem Anschlag auf einen Bus und bei bewaffneten Überfällen zahlreiche Menschen getötet. Im Juni 2014 wurden bei einem Überfall bewaffneter Kämpfer auf die Stadt Mpeketoni (südlich von Lamu) mehr als 50 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Im Juni 2015 konnte ein Anschlag auf die Marine Basis in Lamu vereitelt werden.
Im Grenzgebiet zu Somalia wurden Minen verlegt. Es besteht die Gefahr von Überfällen und ein hohes Risiko von Entführungen durch Terroristen, die ihre Opfer nach Somalia verschleppen:

  • Am 8.September 2011 wurde ein Touristenehepaar in einem Strandresort zwischen Lamu und der somalischen Grenze angegriffen. Dabei wurde der Mann getötet und die Frau entführt.
  • Am 1. Oktober 2011 ist eine Französin von Manda Island aus mit einem Boot entführt worden.
  • Am 13. Oktober 2011 wurden zwei spanische Mitarbeiterinnen von Médecins sans Frontières aus dem Flüchltingslager Dadaab entführt.
  • Am 28. Juni 2012 wurden Mitarbeiter einer humanitären Organisation von Dadaab entführt.

Von Reisen in den Nordosten (North Eastern Province) wird abgeraten. Es wird auch abgeraten von Aufenthalten im Küstenstreifen zwischen der somalischen Grenze und dem Tana River Delta, einschliesslich Lamu.

Kriminalität

Das Hauptrisiko, insbesondere für Alleinreisende, liegt in der weit verbreiteten Gewaltkriminalität. Auf Überlandstrecken im ganzen Land besteht besonders nach Einbruch der Dunkelheit die Gefahr von Überfällen durch bewaffnete Strassenräuber. In Einzelfällen wurden auch organisiert reisende Touristengruppen überfallen. In den Städten sind Diebstähle von Autos unter Androhung/Anwendung von Gewalt und Raubüberfälle häufig, vor allem nachts. Einbrüche und Überfälle in Ferienhäuser, besonders entlang der Küste, haben zugenommen. Es muss mit Gewalt gerechnet werden, selbst wenn das Opfer keinen Widerstand leistet. Unter anderem werden nachstehende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Informieren Sie sich an Ihren Aufenthaltsorten bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten.
  • Meiden Sie wenig belebte Stadtquartiere und unterlassen Sie Spaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Benützen Sie nur Taxis mit Firmennamen oder Hoteltaxis.
  • Meiden Sie einsame Strände.
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt, um das Opfer nachher zu berauben.
  • Halten Sie die Autofenster geschlossen und die Türen verriegelt. Verzichten Sie nachts auf Überlandfahrten.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.
  • Bereiten Sie individuelle Reisen sorgsam vor, und informieren Sie sich vorgängig über die aktuelle Sicherheitslage.
  • Treffen Sie geeignete Schutzmassnahmen für Gebäude (bauliche Massnahmen, Bewachungsfirma, Sicherheitsleute)

Im indischen Ozean und auch in den kenianischen Gewässern ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Der schlechte Strassenzustand, mangelhaft gewartete Fahrzeuge, die Missachtung der Verkehrsregeln usw. führen immer wieder zu schweren Unfällen. Das Risiko besteht bei Reisen mit Personenwagen und mit Überlandbussen gleichermassen. Nächtliche Überlandfahrten sind auch aus diesem Grund zu vermeiden.
Die mangelhafte Wartung des Eisenbahnnetzes hat wiederholt schwere Unfälle zur Folge gehabt.
Die Sicherheitsvorkehrungen der Fährverbindungen sind mitunter mangelhaft.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind verboten. Militärische Installationen und öffentliche Bauten (Brücken, Regierungsgebäude usw.) dürfen nur mit Erlaubnis der Behörden fotografiert werden. Die Beleidigung des Staatspräsidenten sowie das Zerstören von Banknoten sind strafbar. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit Gefängnisstrafen bis zu lebenslänglich bestraft. Die Haftbedingungen sind äusserst schlecht.

Kulturelle Besonderheiten

Respektieren Sie die Stammestraditionen und die religiösen Empfindungen der Bevölkerung. Fotografieren Sie Personen nur mit deren Einverständnis. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln.

Medizinische Versorgung

Mit Ausnahme der bekannten Touristendestinationen sowie von Nairobi und Mombasa ist die medizinische Versorgung beschränkt. Krankenhäuser verlangen eine Vorzahlung, bevor sie Patienten behandeln.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Allgemeine Notruf-Nummer: 999

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Kenia
Helpline EDA


Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.