Gültig am:
Publiziert am: 01.09.2016

Reisehinweise für Kolumbien

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Die politische Lage kann als relativ stabil bezeichnet werden. Reisende sind gehalten, ihrer persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Kriminalitätsrate ist hoch.

Aufgrund der sozialen und politischen Spannungen sind spontane Streiks, Demonstrationen, Unruhen und Strassenblockaden jederzeit möglich. Das Gewaltpotenzial ist hoch. Blockaden und Streiks können Behinderungen und Verspätungen verursachen. Im Falle von Strassensperren und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die schweizerische Botschaft in Bogota hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.
Policia Nacional de Colombia: estado de las vías

In einigen ländlichen Regionen sind Guerilla- und andere bewaffnete illegale Gruppierungen aktiv (siehe Kapitel spezifische regionale Risiken). Politisch motivierte Anschläge und andere Übergriffe können im ganzen Land vereinzelt vorkommen. Zum Beispiel explodierte am 7. März 2016 eine Bombe in der Nähe des Guyamaral Flugplatzes in Bogotà; fünf Sicherheitskräfte wurden verletzt. Am 2. Juli 2015 wurden in Bogotás Finanz- und Industrieviertel mehrere Personen durch zwei Bombenanschlägen verletzt. Ausserdem sieht sich das Land mit organisierter und anderen Formen der Kriminalität konfrontiert.

Politisch motivierte Entführungen und Entführungen mit Lösegeldforderungen kommen immer noch vor. Die Entführungsopfer sind primär ortsansässige Personen, doch sind auch ausländische Staatsangehörige entführt worden, so zum Beispiel:

  • Im Mai 2016 wurden sechs Personen in der Provinz Norte de Santander entführt, unter anderem drei Journalisten.
  • Im Januar 2014 wurde ein niederländischer Staatsbürger im Nordosten des Landes entführt.
  • Zwischen Januar und September 2013 wurden ein Kanadier, zwei Spanier, ein US-Amerikaner, sowie sieben Personen aus Brasilien, der Dominikanischen Republik, Ecuador, El Salvador, Peru und Venezuela in diversen Provinzen entführt.
  • Ein französischer Journalist wurde im April 2012 im Süden des Landes entführt und zwei deutsche Touristen im November 2012 im Nordosten.

Am 24. August 2016 haben die kolumbianische Regierung und die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) ein Friedensabkommen abgeschlossen. Es wird sich zeigen müssen, inwieweit sich das Friedensabkommen auf die Sicherheitslage auswirkt.

Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Terrorismus und Entführungen

Schenken Sie Ihrer persönlichen Sicherheit die gebührende Aufmerksamkeit, und halten Sie sich vorzugsweise an folgenden Orten auf:

  • grössere Städte, Hauptorte der Departemente und deren Umgebung.
  • generell Destinationen mit einer entwickelten, touristischen Infrastruktur, die von anerkannten Reiseveranstaltern angeboten werden.

Beachten Sie auch die Informationen und Empfehlungen der folgenden Kapitel. Schliessen Sie sich vorzugsweise einer geführten Gruppenreise an.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Grenzgebiete zu Venezuela und Ecuador: Es besteht eine erhöhte Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens oder einer Entführung zu werden. Siehe Kapitel Grundsätzliche Einschätzung. Von Reisen in das gesamte Gebiet der folgenden Departemente wird deshalb abgeraten: Nariño, Putumayo, Guainía, Vichada, Arauca, Norte de Santander und Cesar. In den Departementen La Guajira und Boyacà wird von Reisen in die Grenzregionen zu Venezuela abgeraten.

Isla Gorgona, Departement Cauca: Ende November 2014 wurde bei einem Angriff einer Guerilla Gruppierung auf der Pazifikinsel Gorgona ein Polizist getötet und mehrere verletzt. Von Reisen in das Departement Cauca, einschliesslich der Insel Gorgona wird abgeraten.

Lassen Sie bei Reisen in die übrigen, oben nicht erwähnten Departemente an der Pazifikküste grösste Vorsicht walten.

Ländliche Gebiete: In einigen ländlichen Gebieten sind Guerillas, andere illegale bewaffnete Gruppierungen und Kriminelle aktiv. Sie setzen in abgelegenen Gebieten auch Antipersonen-Minen ein, was Spaziergänge gefährlich macht. Gelegentlich kommt es zu bewaffneten Zusammenstössen. Die Gruppierungen agieren sehr mobil, so dass sich die Gefahrenzonen laufend ändern. Generell gilt: In abgelegenen, wenig erschlossenen Gebieten sind diese Risiken höher (einschliesslich das Entführungsrisiko).
Ist eine Reise in diese Gebiete unumgänglich, erkundigen Sie sich bei den lokalen Sicherheitskräften über die Lage und beachten Sie deren Anweisungen.

Schliessen Sie sich einer organisierten Gruppe an, um abgelegene touristische Sehenswürdigkeiten zu besuchen wie die Ciudad perdida in der Sierra Nevada (im Norden des Landes) und San Agustín (Huila). Vergewissern Sie sich, dass der Reiseführer die Sicherheitslage kurzfristig abgeklärt hat, denn sie ändert sich oft.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate und die Gewaltbereitschaft sind hoch. Diebstähle und Raubüberfälle mit Waffengewalt sind im ganzen Land häufig.

Bei den sogenannten Express-Entführungen wird das Opfer zu Bargeldbezügen mit der Kreditkarte gezwungen. Express-Entführungen gibt es im ganzen Land zu jeder Uhrzeit und auch in den besser gestellten Quartieren.

Beachten Sie unter anderem die nachstehenden und Vorsichtsmassnahmen:

  • In folgenden Orten ist wegen der hohen Kriminalitätsrate besondere Vorsicht geboten: Buenaventura, Tumaco und in bestimmten Stadtteilen von Bogotà, Cali und Medellin.
  • Die Kriminalitätsrate kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren. Erkundigen Sie sich an Ihren jeweiligen Aufenthaltsorten bei Bekannten oder Geschäftspartnern über die lokalen Gegebenheiten und welche Quartiere als sicher gelten.
  • Beschränken Sie Ihren Aufenthalt auf die sicheren Quartiere grosser Städte und auf die Touristenorte, die von anerkannten Reisebüros empfohlen werden.
  • Schenken Sie dem Sicherheitsaspekt bei der Wahl der Unterkunft grosse Aufmerksamkeit; zu grosse Sparsamkeit kann Ihre Sicherheit beeinträchtigen.
  • Verzichten Sie auf Besuche der armen Stadtquartiere.
  • Meiden Sie nachts schlecht beleuchtete und wenig begangene Strassen.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck, grosse Fotoapparate etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Ihre Dokumente im Hotelsafe; tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses auf sich (einschliesslich der Seite mit dem Einreisestempel).
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke, Esswaren oder Zigaretten an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer nachher zu berauben. Lassen Sie aus demselben Grund Ihre Getränke nie aus den Augen.
  • Fahren Sie nur mit Taxis, die Sie telefonisch reserviert haben.
  • Benutzen Sie Geldautomaten nur tagsüber und im Innern von Banken.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.

Verkehr und Infrastruktur

Reisen Sie vorzugsweise mit dem Flugzeug. Andernfalls benutzen Sie ausschliesslich die Hauptstrassen, die überwacht und in gutem Zustand sind. Wegen des hohen Unfall- und Überfallrisikos wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten.

Grenzübergänge zwischen Kolumbien und Panama dürfen ausschliesslich von Fussgängern überquert werden. Grenzübertritte mit Fahrzeugen jeglicher Art auf dem Landweg sind verboten.

Erkundigen Sie sich bei dem Grenzposten über die aktuell gültigen Bestimmungen und Öffnungszeiten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden streng geahndet. Die Haftbedingungen sind sehr schwierig.

Naturbedingte Risiken

Es besteht ein latentes Erdbeben-Risiko. Die meisten Vulkane des Landes liegen in der Cordillera Central, einige davon sind aktiv. Nach schweren Regenfällen muss mit regionalen Überschwemmungen und Erdrutschen gerechnet werden.
Servicio geológico colombiano

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen. Falls die Verbindungen ins Ausland unterbrochen sind, wenden Sie sich an die Schweizerische Botschaft in Bogotá.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der grossen Städte ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet. In jedem Fall verlangen Ärzte und Krankenhäuser eine Vorschusszahlung.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf-Nummer Allgemein: 123
Policia Nacional de Colombia

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Bogota
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.