Gültig am:
Publiziert am: 29.01.2019

Diese Reisehinweise sind überprüft und mit redaktionellen Änderungen publiziert worden. Die Einschätzung der Lage ist unverändert gültig.


Reisehinweise für Kolumbien

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Reisende sind gehalten, ihrer persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Kriminalitätsrate und die Gewaltbereitschaft sind hoch. Das Land sieht sich mit organisierter und anderen Formen der Kriminalität konfrontiert.

Die politische Lage kann als relativ stabil bezeichnet werden. Aufgrund der sozialen und politischen Spannungen sind spontane Streiks, Demonstrationen, Unruhen und Strassenblockaden jederzeit möglich. Das Gewaltpotenzial ist hoch.

Blockaden und Streiks können Behinderungen und Verspätungen im Reiseverkehr verursachen. Im Falle von Strassensperren und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die Schweizer Botschaft in Bogota hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.
Policia Nacional de Colombia: estado de las vías

Am 30. November 2016 hat das kolumbianische Parlament das Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) genehmigt. Dennoch sind in einigen ländlichen Regionen und Grenzgebieten weiterhin Guerillakämpfer der Ejército de Liberación Nacional (ELN), ehemalige FARC-Rebellen sowie weitere bewaffnete illegale Gruppierungen aktiv. Vor allem im Grenzgebiet zu Venezuela und an der Pazifikküste kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen der Armee und bewaffneten Gruppierungen sowie zwischen rivalisierenden Gruppierungen. Siehe Kapitel spezifische regionale Risiken.
In Gebieten, wo bewaffnete Auseinandersetzungen stattfinden, sowie bei Unruhen können die Behörden kurzfristig den Ausnahmezustand und Ausgangssperren verhängen.

Politisch motivierte und terroristische Anschläge sowie andere Übergriffe kommen im ganzen Land vor. Die Anschläge richten sich vor allem gegen Sicherheitskräfte, doch auch unbeteiligte Zivilisten können Opfer von Gewalttaten werden. Beispiele:

  • Mitte Januar 2019 sind bei einem Anschlag auf eine Polizeischule in Bogotà zahlreiche Personen getötet oder verletzt worden.
  • Mitte April 2018 sind in San Pedro de Urba, Departement Antioquia mehrere Polizisten bei einem Anschlag getötet worden.
  • Ende Januar und Ende Februar 2018 forderten Bombenanschläge gegen Sicherheitskräfte in verschiedenen Departementen mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte.
  • Mitte Juni 2017 forderte ein Bombenanschlag in einem Einkaufszentrum in Bogotà mehrere Tote und Verletzte.
  • Mitte Februar 2017 forderte ein Bombenanschlag in der Nähe einer Stierkampfarena in Bogotà über 40 Verletzte.

Politisch motivierte Entführungen und Entführungen mit Lösegeldforderungen kommen vor. Die Entführungsopfer sind primär ortsansässige Personen, doch sind auch ausländische Staatsangehörige entführt worden. Zum Beispiel:

  • Mitte Januar 2019 wurden drei Personen im Departement Norte de Santander entführt.
  • Anfang August 2018 wurden vier Sicherheitskräfte und zwei weitere Personen im Departement Choco entführt.
  • Mitte Juni 2017 wurden zwei niederländische Journalisten im Departement Norte de Santander entführt.
  • Anfang Mai 2017 wurden ein lokaler Mitarbeiter der Vereinten Nationen im Departement Guaviare und acht lokale Minenarbeiter im Departement Chocó entführt.
  • Ende April 2017 wurden drei Amerikaner, ein Franzose und ein Spanier im Departement Amazonas entführt.

Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Terrorismus und Entführungen

Schenken Sie Ihrer persönlichen Sicherheit die gebührende Aufmerksamkeit, und halten Sie sich vorzugsweise an folgenden Orten auf:

  • grössere Städte, Hauptorte der Departemente und deren Umgebung.
  • generell Destinationen mit einer entwickelten, touristischen Infrastruktur, die von anerkannten Reiseveranstaltern angeboten werden.

Berücksichtigen Sie diese Faktoren bei der Reiseplanung. Schliessen Sie sich vorzugsweise einer geführten Gruppenreise an. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuelle Lage in Ihrem Zielgebiet. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (Ausgangssperren etc.) und bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art, denn Ausschreitungen sind möglich. Beachten Sie auch die Informationen und Empfehlungen der folgenden Kapitel.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Nordwesten und Grenzgebiete zu Venezuela und Ecuador: Es besteht eine erhöhte Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens oder einer Entführung zu werden. Das Risiko, unversehens in eine gewaltsame Auseinandersetzung zu geraten, ist hoch. Siehe Kapitel Grundsätzliche Einschätzung. Von Reisen in das gesamte Gebiet der folgenden Departemente wird deshalb abgeraten: Chocó, Nariño, Putumayo, Guainía, Vichada, Arauca, Norte de Santander und Cesar. Eine Ausnahme bilden die Departementshauptstädte Pasto, Mocoa und Valledupar unter der Bedingung, dass die Reise per Flugzeug erfolgt.
In den Departementen La Guajira und Boyacà wird von Reisen in die Grenzregionen zu Venezuela abgeraten.

Departemente Cauca, einschliesslich Isla Gorgona: Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Drogen- und anderen kriminellen Banden sowie Anschläge von Guerilla- und andere bewaffnete Gruppierungen sind häufig. Auch unbeteiligte Personen sind einem hohen Risiko ausgesetzt. Anfang August 2018 wurden bei mehreren Bombenanschlägen im Departemente Cauca ein Polizist getötet und mehrere Personen verletzt.
Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in das Departement Cauca, einschliesslich der Insel Gorgona wird abgeraten.
Eine Ausnahme bildet die Departementshauptstadt Popayan unter der Bedingung, dass die Reise per Flugzeug erfolgt.

Südlicher Teil des Departements Valle del Cauca: Trotz der Stationierung von zusätzlichen Sicherheitskräften sind gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Drogen- und anderen kriminellen Banden sowie Anschläge von Guerilla- und andere bewaffnete Gruppierungen häufig. Auch unbeteiligte Personen sind einem hohen Risiko ausgesetzt. Die Gewaltverbrechen und die sozialen Spannungen sind in Buenaventura besonders hoch.
Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in diese Region wird abgeraten. Eine Ausnahme bildet die Departementshauptstadt Cali unter der Bedingung, dass die Reise per Flugzeug erfolgt.

Ländliche Gebiete: In einigen ländlichen Gebieten sind Guerillas, andere illegale bewaffnete Gruppierungen und Kriminelle aktiv, wie z.B. in den Departementen Antioquia, Bolivar, Casanare oder Risaralda. Gelegentlich kommt es zu bewaffneten Zusammenstössen. Die Gruppierungen agieren sehr mobil, so dass sich die Gefahrenzonen laufend ändern. Zudem stellen Blindgänger und Minen eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Die gefährdeten Gebiete sind nur selten markiert. Generell gilt: In abgelegenen, wenig erschlossenen Gebieten sind diese Risiken höher (einschliesslich das Entführungsrisiko).
Erkundigen Sie sich vor und während der Reise bei Ihrem Reiseführer oder bei den lokalen Sicherheitskräften über die aktuelle Sicherheitslage und beachten Sie deren Anweisungen.

Dirección Descontamina Colombia

Lassen Sie bei Reisen in die übrigen, oben nicht erwähnten Gebiete grösste Vorsicht walten. Schliessen Sie sich vorzugsweise einer geführten Gruppenreise an, besonders um abgelegene touristische Sehenswürdigkeiten zu besuchen wie zum Beispiel die Ciudad perdida in der Sierra Nevada (im Norden des Landes) und San Agustín (Huila). Vergewissern Sie sich, dass der Reiseführer die Sicherheitslage kurzfristig abgeklärt hat, denn sie ändert sich oft.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate und die Gewaltbereitschaft sind hoch. Diebstähle und Raubüberfälle mit Waffengewalt sind im ganzen Land häufig.

Bei den sogenannten Express-Entführungen wird das Opfer zu Bargeldbezügen mit der Kreditkarte gezwungen. Express-Entführungen gibt es im ganzen Land zu jeder Uhrzeit und auch in den besser gestellten Quartieren.

Beachten Sie unter anderem die nachstehenden und Vorsichtsmassnahmen:

  • In folgenden Orten ist wegen der sehr hohen Kriminalitätsrate besondere Vorsicht geboten: in bestimmten Stadtteilen von Bogotà, Cali und Medellin.
  • Die Kriminalitätsrate kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren. Erkundigen Sie sich an Ihren jeweiligen Aufenthaltsorten bei Bekannten oder Geschäftspartnern über die lokalen Gegebenheiten und welche Quartiere als sicher gelten.
  • Schenken Sie dem Sicherheitsaspekt bei der Wahl der Unterkunft grosse Aufmerksamkeit; zu grosse Sparsamkeit kann Ihre Sicherheit beeinträchtigen.
  • Verzichten Sie auf Besuche der armen Stadtquartiere.
  • Meiden Sie nachts schlecht beleuchtete und wenig begangene Strassen.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck, grosse Fotoapparate etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Ihre Dokumente im Hotelsafe; tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses auf sich (einschliesslich der Seite mit dem Einreisestempel).
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke, Esswaren oder Zigaretten an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer nachher zu berauben.
  • Fahren Sie nur mit Taxis, die Sie telefonisch reserviert haben.
  • Benutzen Sie Geldautomaten nur tagsüber und im Innern von Banken.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch. Die Verbrecher schrecken auch vor Morden nicht zurück.

Verkehr und Infrastruktur

Reisen Sie vorzugsweise mit dem Flugzeug. Andernfalls benutzen Sie ausschliesslich die Hauptstrassen, die überwacht und in gutem Zustand sind. Wegen des hohen Unfall- und Überfallrisikos wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten.

Grenzübergänge zwischen Kolumbien und Panama dürfen ausschliesslich von Fussgängern überquert werden. Grenzübertritte mit Fahrzeugen jeglicher Art auf dem Landweg sind verboten.

Erkundigen Sie sich bei dem Grenzposten über die aktuell gültigen Bestimmungen und Öffnungszeiten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden streng geahndet. Die Haftbedingungen sind sehr schwierig.

Naturbedingte Risiken

Es besteht ein latentes Erdbeben-Risiko. Die meisten Vulkane des Landes liegen in der Cordillera Central, einige davon sind aktiv. Nach schweren Regenfällen muss mit regionalen Überschwemmungen und Erdrutschen gerechnet werden. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Absperrungen um aktive Vulkane, Evakuationsbefehle).
Servicio geológico colombiano

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen. Falls die Verbindungen ins Ausland unterbrochen sind, wenden Sie sich an die Schweizerische Botschaft in Bogotá.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der grossen Städte ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet. In jedem Fall verlangen Ärzte und Krankenhäuser eine Vorschusszahlung.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf-Nummer Allgemein: 123
Policia Nacional de Colombia

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Bogota
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.