Gültig am:
Publiziert am: 31.07.2018

Anpassungen in folgenden Kapiteln:
Grundsätzliche Einschätzung: Am 29. Juli 2018 fuhr ein Personenwagen im Distrikt Danghara in eine Gruppe von Fahrradfahrern.
Kriminalität: Sexuelle Belästigungen sind vor allem in Duschanbe relativ häufig.


Reisehinweise für Tadschikistan

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Von 1992 bis 1997 herrschte im Land ein Bürgerkrieg. Nach einem umfassenden Friedensabkommen hat sich die innenpolitische Lage grundsätzlich positiv entwickelt. Dennoch ist eine kurzfristige Verschärfung der Sicherheitslage weiterhin jederzeit möglich, nicht zuletzt durch die in Afghanistan herrschende Instabilität und die angespannte Wirtschaftslage.

Am 29. Juli 2018 fuhr ein Personenwagen im Distrikt Danghara in eine Gruppe von Fahrradfahrern aus den USA, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz. Die Insassen des Fahrzeuges griffen anschliessend die Velofahrer mit Messern an. Vier Personen sind getötet und zwei verletzt worden. Die Terrorgruppe «Islamischer Staat» hat die Verantwortung für die Tat übernommen.

In den letzten Jahren wurden in Duschanbe einzelne, kleinere Anschläge verübt. Im September 2015 wurden in Dushanbe und im 20 km entfernten Vahdat zwei bewaffnete Überfälle auf Einrichtungen der Sicherheitskräfte verübt. Im Anschluss daran kam es im Romit Tal zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Weitere Ereignisse dieser Art und Anschläge sind möglich. Ziele könnten auch Orte und Einrichtungen sein, die von Ausländern frequentiert werden, wie z.B. Restaurants.

Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Es kommt vor, dass die tadschikischen Behörden Touristenreisen in einzelne Gebiete kurzfristig untersagen. Besprechen Sie Ihr Reiseprogramm mit Ihrem Reiseveranstalter und bleiben Sie in Kontakt mit ihm.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuelle Lage. Meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art, und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (Ausgangssperren etc.).

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Grenzgebiet zu Kirgisistan: Zwischen Tadschikistan und Kirgisistan bestehen Unstimmigkeiten über den genauen Grenzverlauf. In den Grenzgebieten der Provinz Sughd kommt es deshalb sporadisch zu Demonstrationen sowie zu Schusswechseln zwischen tadschikischen und kirgisischen Sicherheitskräften. Die Grenzübergänge zwischen Tadschikistan und Kirgisistan sind zeitweise geschlossen. Informieren Sie sich vor Reisen ins Grenzgebiet zwischen der Provinz Sughd und Kirgisistan bei Ihrem Reiseveranstalter oder den lokalen Sicherheitskräften über die aktuelle Lage und lassen Sie erhöhte Vorsicht walten.

Grenzgebiet zu Afghanistan: Es kann jederzeit zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Schmugglerbanden und den Sicherheitskräften kommen. Ausserdem hat es vereinzelte Entführungen gegeben.
Informieren Sie sich vor und während Reisen ins Grenzgebiet zu Afghanistan bei den lokalen Sicherheitsbehörden über die aktuelle Lage und lassen Sie sich durch einen lokalen Reiseführer begleiten. Lassen Sie generell erhöhte Vorsicht walten. Trotz Begleitung durch einen erfahrenen lokalen Reiseführer und vorgängige Erkundigungen bei den lokalen Behörden, kann eine stark erhöhte Gefährdung nicht ausgeschlossen werden.

Autonome Provinz Kuhistoni Badakhshon (GBAO): Das Verhältnis zwischen den Behörden in Dushanbe und einem Teil der Bevölkerung von Badakhshon ist gespannt. So kam es im Juli 2012 und im Mai 2014 in den Strassen von Khorugh zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen den Sicherheitskräften und Personen, die in illegalen Handel involviert sind. Dabei sind mehrere Personen getötet worden. Weitere Ereignisse dieser Art können vor allem in Khorugh und Umgebung nicht ausgeschlossen werden; sie könnten auch nicht beteiligte Personen in Mitleidenschaft ziehen. In solchen Fällen kann die Zentralregierung Ausländern vorübergehend den Zugang in die ganze Provinz verbieten. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte.

Minenfelder und Blindgänger: In den Distrikten Tavildara und Rasht sowie im Westen der Provinz Kuhistoni Badakhshon (GBAO) gibt es stellenweise noch Minenfelder und Blindgänger aus dem Bürgerkrieg. Auch die Grenzgebiete zu Afghanistan, Kirgisistan und Usbekistan sind teilweise vermint.
Halten Sie sich in diesen Gebieten strikt an die Hauptstrassen und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Kriminalität

Die Kleinkriminalität nimmt zu. Es werden vereinzelt Diebstähle und Gewaltdelikte gemeldet. Es kommt vor, dass Diebe sich als uniformierte Polizisten ausgeben. Sexuelle Belästigungen sind vor allem in Duschanbe relativ häufig. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Seien Sie grundsätzlich nur tagsüber unterwegs und lassen Sie sich wenn möglich von einem ortskundigen Führer begleiten.
  • Bei Zufallsbekanntschaften in Bars und Restaurants ist Vorsicht geboten. Es kommt vor, dass mit Betäubungsmitteln versetzte Getränke angeboten werden, um das Opfer zu berauben.
  • Korruption und organisiertes Verbrechen sind verbreitet. Geschäftsreisenden wird empfohlen, ihre Kontakte durch eine Firma oder eine lokale Agentur organisieren zu lassen und bei der Wahl neuer Geschäftspartner besondere Sorgfalt walten zu lassen.

Verkehr und Infrastruktur

Ausserhalb der Städte ist der Strassenzustand oft schlecht. Es besteht ein hohes Unfallrisiko bedingt durch das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer, überhöhte Geschwindigkeit, mangelhaft gewartete und nachts unbeleuchteten Fahrzeuge.

Die Wartung der Flugzeuge für Inlandflüge entspricht oft nicht europäischem resp. internationalem Standard.

Es kommt vor, dass die Mobiltelefon- und Internetverbindungen vorübergehend nicht gewährleistet sind.

Während der Wintermonate muss mit Unterbrüchen der Wasser- und Energieversorgung gerechnet werden.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Es ist verboten, den Präsidenten sowie Behördemitglieder öffentlich zu verunglimpfen. Es ist ebenfalls verboten, militärischen Installationen, Flughäfen, Brücken, Bauten und Einrichtungen der Verwaltung und öffentlichen Gebäuden zu fotografieren.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Haftstrafen geahndet.

Die Haftbedingungen sind prekär: überfüllte Zellen, mangelhafte Ernährung, Tuberkulose-Ansteckungsgefahr, etc.

 

Kulturelle Besonderheiten

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum Islam. Homosexualität ist nicht allgemein toleriert. Passen Sie Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Naturbedingte Risiken

Das Land befindet sich in einem Erdbebengebiet.

Im Gebirge muss im Winter und Frühjahr mit heftigen Niederschlägen gerechnet werden, die einzelne Strecken unpassierbar machen. Vor allem während der schweren Regenfälle im Frühjahr, aber auch in den heissen Sommermonaten, kommen Schnee- und Schlammlawinen, Überschwemmungen und Erdrutsche vor. Sie können Verkehrsbehinderungen und Infrastrukturschäden verursachen. Mitunter sind Ortschaften mehrere Tage von der Umwelt abgeschnitten. Outdoor-Aktivitäten erfordern eine gute Vorbereitung und Ausrüstung. Unternehmen Sie Trekkingtouren nur mit einem ortskundigen, qualifizierten Führer. Beachten Sie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden. Unterschätzen Sie im Hochgebirge die Symptome der Höhenkrankheit nicht.

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Konsularagentur in Dushanbe.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist mangelhaft. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen. Ernsthafte Verletzungen und Erkrankungen müssen ausserhalb Tadschikistans behandelt werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Polizeikontrollen sind häufig. Tragen Sie deshalb immer den Pass oder eine Fotokopie davon auf sich (inkl. Seite mit dem Visumeintrag), um sich ausweisen zu können.
Der Zugang zu gewissen Gebieten ist nur beschränkt und mit einer Sonderbewilligung des Aussenministeriums in Dushanbe (Protokolldienst) möglich. Auch Reisen in die autonome Provinz Kuhistoni Badakhshon (GBAO) benötigen eine Spezialbewilligung. Diese sollte möglichst gleichzeitig mit dem Visum beantragt werden. Nähere Auskunft erteilt die tadschikische Botschaft in Genf. Erkundigen Sie sich dort ebenfalls über die Vorschriften bezüglich Registrierung beim lokalen Meldeamt OVIR.

Nützliche Adressen

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Astana, Kasachstan
Schweizer Konsularagentur in Dushanbe
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.