Agenda für die Zeit nach 2015: neue Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele

Die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) der UNO stellen den bisher bedeutendsten Orientierungsrahmen in der Geschichte der internationalen Entwicklungszusammenarbeit dar und sollen bis Ende 2015 erreicht werden. Für die Zeit danach soll eine neue Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda die Richtung vorgeben. Kernelement der sogenannten Post-2015 Agenda sind die Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs).

Um die weltweite Armut bis 2015 zu halbieren und die globale Entwicklung zu fördern, verabschiedete die UNO-Generalversammlung im September 2000 die Millenniumsdeklaration. Daraus gingen acht Millenniumsentwicklungsziele hervor, die seither den weltweit bedeutendsten Orientierungsrahmen für die internationale Entwicklungszusammenarbeit darstellen.

Trotz substantiellen Fortschritten dank den Millenniumsentwicklungszielen sieht sich die Welt nach wie vor mit einer Vielzahl von Herausforderungen wie extremer Armut, Klimawandel, Umweltzerstörung und Gesundheitskrisen konfrontiert. In einer globalisierten Welt kann kein Staat alleine Lösungen erarbeiten, um diese grenzüberschreitenden Herausforderungen anzugehen. Auch künftig will sich die Staatengemeinschaft für die Bewältigung der globalen Herausforderungen an konkreten Zielen orientieren: Für die Zeit nach 2015 soll eine neue Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda, die Post-2015 Agenda, die Richtung vorgeben. 

Gemäss den Beschlüssen der UNO-Konferenz Rio+20 im Juni 2012 sollen die künftigen Ziele die ökonomische, ökologische und soziale Dimension nachhaltiger Entwicklung einbeziehen und auf alle Länder der Welt anwendbar sein. Damit richten sie sich nicht mehr nur auf die armen Länder und Bevölkerungsgruppen des globalen Südens aus, wie es bei sieben der acht Millenniumsentwicklungszielen der Fall war. 

Die Post-2015 Agenda hat für die Schweiz hohe Priorität, und sie beteiligt sich aktiv an der Suche nach universell gültigen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitszielen für die Zeit nach 2015. Die Schweiz baut an der Brücke mit, welche die gemeinsamen Interessen der armen, der aufstrebenden sowohl auch der wohlhabenden Länder verbindet. Die Staaten und Gesellschaften sind also gefordert, sich auf gemeinsame Ziele und auf eine faire Lastenverteilung zu verständigen. Alle Länder sollen gemäss den jeweiligen Möglichkeiten und nationalen Gegebenheiten ihren Teil zur Erreichung der universellen Ziele beitragen.

Die Schweizer Position wurde am 25. Juni 2014 vom Bundesrat im Rahmen des Beschlusses über die Schweizer Prioritäten für die 69. UNO-Generalversammlung gutgeheissen. Sie dient der offiziellen Stellungnahme der Schweiz im Rahmen der internationalen Diskussion zur Ausgestaltung der Agenda für eine Nachhaltige Entwicklung  post-2015.