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Veröffentlicht am 1. Februar 2026

Trägersysteme und Weltraumsicherheit

Die zunehmende Verbreitung von Flugkörpersystemen sowie die Militarisierung des Weltraums gefährden die Sicherheit im All und auf der Erde. Die Schweiz setzt sich in Foren für die Nichtverbreitung von Trägersystemen von konventionellen und Massenvernichtungswaffen ein. Zudem engagiert sie sich für strengere Regeln bei der Nutzung des Weltraums und für mehr Transparenz, um das Funktionieren kritischer Infrastrukturen zu sichern.

Trägersysteme

Die fortlaufende technische Weiterentwicklung von Trägersystemen (z. B. ballistische Lenkwaffen, Marschflugkörper, und Drohnen oder andere unbesatzte – also nicht von einer Besatzung begleiteten - Flugkörper) sowie deren zunehmende Verbreitung haben international destabilisierende Auswirkungen und tragen zu diversen Bedrohungsszenarien bei. Gewisse Systeme können neben konventionellen Gefechtskörpern auch nukleare, chemische oder biologische Waffen transportieren. Die Weiterverbreitung massenvernichtungswaffenfähiger Trägersysteme zu verhindern, ist daher integraler Bestandteil der Schweizer Nonproliferationsbemühungen. Die Problematik wurde bisher auf multilateraler Ebene nur lückenhaft angegangen. Deshalb sind Trägersysteme noch durch kein völkerrechtlich bindendes Abkommen reguliert.

Die Problematik wird derzeit innerhalb von zwei politisch verbindlichen multilateralen Gremien angegangen:

Weltraumsicherheit

Nahe verwandt mit der Entwicklung von ballistischen Flugkörpern sind Weltraumprogramme – zivile wie militärische. Der Weltraum ist in den vergangenen Jahren zur unverzichtbaren Komponente vernetzter Infrastrukturen geworden. Mit dem Anstieg der weltraumgestützten Anwendungen und einer Zunahme der Akteure im Weltraum steigt dessen strategische Relevanz. Damit kommt der Sicherheit im Weltall und der Nachhaltigkeit weltraumgestützter Systeme eine zunehmende Bedeutung zu.

Der Weltraum-Vertrag der Vereinten Nationen ist das wichtigste Abkommen in diesem Bereich. Er verbietet die Stationierung von Kernwaffen oder anderen Massenvernichtungswaffen im Weltraum. Konventionelle Waffen sind nicht Teil des Verbots.

Die existierenden internationalen Normen gewährleisten die Sicherheit im Weltraum nur teilweise. Deshalb unterstützt die Schweiz die Erarbeitung und Weiterentwicklung der Gouvernanzinstrumente betreffend Weltraum. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Anwendung des humanitären Völkerrechts und der Entwicklung von Standards und Normen für verantwortungsvolles und voraussehbares Verhalten, unter Einbindung aller relevanten Akteure.,

Im Grundsatz befürwortet die Schweiz rechtlich verbindliche und überprüfbare Abkommen. Sie sieht auch Nutzen in politisch verbindlichen Abkommen, z. B. in einem internationalen Verhaltenskodex für Weltraumaktivitäten. Aus ihrer Sicht kann ein politisch verbindliches Abkommen den Weg für weitergehende rechtlich verbindliche Abkommen ebnen, indem es gewisse Grundregeln bekräftigt sowie Vertrauen, Transparenz, Sicherheit, Stabilität und Nachhaltigkeit im Weltraum fördert.