Schweiz begrüsst Verabschiedung der ersten Strategie der International Holocaust Remembrance Alliance an der Plenarversammlung in Genf


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Medienmitteilung, 29.06.2017

Unter dem Vorsitz der Schweiz hat die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) an ihrer Plenarversammlung in Genf ihre erste Strategie verabschiedet. Die Strategie soll die Arbeit der IHRA mit dem Ziel, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und Genozide in Zukunft zu verhindern, wirksamer umsetzen lassen. Benno Bättig, Generalsekretär des EDA und amtierender Vorsitzender der IHRA, begrüsst die erfolgreiche Arbeit der IHRA-Delegierten in Genf.

Nach vier Tagen intensiver Diskussionen im Rahmen der Plenarversammlung der IHRA haben die Delegierten der 31 Mitgliedstaaten heute in Genf die erste Strategie der Allianz verabschiedet. Sie sieht Schritte vor, um die Vision der IHRA wirksamer umzusetzen: die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und zu einer Welt beizutragen, in der Genozide nicht mehr vorkommen. Um diese Vision zu realisieren, bringt IHRA Regierungen sowie Expertinnen und Experten zusammen, um die Forschung und Bildung in Bezug auf den Holocaust zu fördern und unterstützt die Durchführung von Gedenkfeiern und den Erhalt der Gedenkstätten.

„Die Verabschiedung der Strategie ist ein wichtiger Schritt für die Arbeit der IHRA. Sie wird das Engagement der Allianz noch wirksamer machen, wenn es darum geht, das Bewusstsein dafür zu schärfen, zu was Rassismus und Ausgrenzung führen können“, sagt Benno Bättig, der amtierende Vorsitzende der IHRA. Die Schweiz hat für ihren Vorsitz Erziehung, Jugend und Social Media als Prioritäten definiert. Während der Plenarversammlung in Genf hat die Schweiz deshalb einen Anlass organisiert, an dem Schülerinnen und Schüler aus Genf und Biel ihre Übersetzungen von Memoiren von Holocaust-Überlebenden in der Schweiz präsentiert hat. „Die intensive Auseinandersetzung, die diese Arbeit der Schülerinnen und Schüler im direkten Kontakt mit Holocaust-Überlebenden ermöglicht hat, und die Eindrücke, die die jungen Frauen und Männer geschildert haben, waren sehr beeindruckend“, sagt Benno Bättig.

An der Plenarversammlung der IHRA vom 26. bis 29. Juni in Genf standen Bildung und Forschung sowie die Aufrechterhaltung der Erinnerung als eine Aufgabe der Gegenwart im Zentrum der Diskussionen. Auch der Schutz und Erhalt von Stätten, die im Zusammenhang mit dem Holocaust von Bedeutung sind, sowie Lehrmittel zum Thema Holocaust waren Themen der Versammlung.

Die im Jahr 1998 gegründete IHRA verfolgt das Ziel, die Forschung und Bildung in Bezug auf den Holocaust zu fördern sowie die Erinnerung an die Opfer durch Gedenkfeiern und –stätten wachzuhalten. Der Allianz gehören 31 Mitgliedstaaten, 11 Beobachterstaaten und sieben internationale Organisationen an. Die Schweiz ist der IHRA im Jahr 2004 beigetreten und führt von März 2017 bis März 2018 zum ersten Mal den Vorsitz der zwischenstaatlichen Organisation, bevor sie den Vorsitz an Italien weitergibt. 2019 wird Luxemburg den Vorsitz übernehmen, wie heute in Genf beschlossen wurde.

Die nächste Plenarversammlung der IHRA unter Schweizer Vorsitz wird Ende November 2017 in Bern stattfinden.