Expertenpool für zivile Friedensförderung
Die Schweiz stellt internationalen Organisationen jährlich rund 200 zivile Expertinnen und Experten zur Förderung von Frieden und Menschenrechten zur Verfügung. Sie arbeiten entweder am Sitz der internationalen Organisationen oder direkt in Friedensmissionen in Krisengebieten. Der Expertenpool für zivile Friedensförderung (SEF) wurde im Jahr 2000 geschaffen und ist ein wirksames Instrument in der Schweizer Friedens- und Menschenrechtspolitik.
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Der Wiederaufbau von gut funktionierenden rechtsstaatlichen Strukturen steht nach einem Konflikt im Zentrum der Bemühungen, um die Sicherheit der Menschen und das nötige Vertrauen in staatliche Behörden wiederherzustellen. Mit ihrem Fachwissen unterstützen die zivilen Expertinnen und Experten den Aufbau des Rechtsstaats und die Einhaltung der Menschenrechte sowie des Völkerrechts. Sie vermitteln im Dialog, beraten Wahlkommissionen oder sind Teil einer Wahlbeobachtungsmission. Ausserdem unterstützen sie Justiz- und Polizeibehörden.
Im Durchschnitt sind rund 100 Expertinnen und Experten gleichzeitig im Einsatz. Wichtigste Partnerorganisationen des SEF sind die UNO, die OSZE und die EU. Die Schweiz beteiligte sich beispielsweise 2014–2022 an der OSZE-Sonderbeobachtungsmission in der Ukraine oder sie stärkt aktuell die EU-Grenzschutzbehörde Frontex hinsichtlich der Einhaltung der Grundrechte von Migrierenden. Schweizer Polizistinnen und Polizisten sind in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan für die UNO im Einsatz und Wahlbeobachterinnen und -beobachter für die OSZE, die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) oder die Europäische Union (EU).
Die Richtlinien zur Fürsorgepflicht gegenüber entsendetem Personal in der Friedensförderung klären die Verantwortlichkeiten zwischen entsendende Staaten, internationalen Partnerorganisationen und den Expertinnen und Experten. Fürsorgemassnahmen schaffen die Grundlagen, damit das Personal seinen Einsatz gut vorbereiten sowie wirksam und mit der bestmöglichen Risikominimierung durchführen kann.
Die Erarbeitung dieses Leitfadens, an welcher ein Netzwerk aus Entsendestaaten und Institutionen sowie internationale Organisationen beteiligt war, stellt einen Meilenstein in der Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses der Personalfürsorge im Bereich der zivilen Friedensförderung dar.
Zu den mitunterzeichnenden Institutionen dieser Richtlinien gehören neben der OSZE und dem SEF auch die britische Stabilisation Unit, die schwedische Folke Bernadotte Academy, das Deutsche Zentrum für Internationale Friedenseinsätze, das finnische Crisis Management Centre sowie das italienische Aussenministerium.
Das Netzwerk trifft sich regelmässig zu einem internationalen Roundtable, um den Dialog im Fürsorgebereich weiterzuentwickeln.
Die Schweiz im Einsatz für den Frieden - Porträts
Der Expertenpool stellt internationalen Organisationen Expertinnen und Experten zur Verfügung. In diesem Film werden drei Personen bei ihrer Arbeit, Ausbildung und Betreuung portraitiert.

Einsatzmöglichkeiten
Die Einsätze des Expertenpools für zivile Friedensförderung (SEF) richten sich nach den geografischen und thematischen Prioritäten der Schweiz in der Friedens- und Menschenrechtspolitik.

Ausbildung und Wissenstransfer
Der Expertenpool organisiert mit externen Partnern Ausbildungen, um Schweizer und internationale Expertinnen und Experten auf ihre Einsätze vorzubereiten.

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Kontakt
Staatssekretariat STS-EDA
Abteilung Frieden und Menschenrechte
Effingerstrasse 27
3003 Bern
