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MitteilungVeröffentlicht am 4. April 2025

Schweizer Einsatz für die humanitäre Minenräumung 2024

Noch immer töten und verletzen Minen und explosive Kriegsmunitionsrückstände jährlich rund 5'000 Personen. 2024 hat der Bund in der Umsetzung des Aktionsplans 2023–2026 ihren Einsatz für die humanitäre Minenräumung weiter verstärkt und dabei einen Fokus auf die Ukraine gelegt. EDA und VBS berichten anlässlich des Internationalen Tags der humanitären Minenräumung über ihre Aktivitäten im Vorjahr.

Eine Weltkarte mit den markierten Ländern, wo die Schweiz 2024 Unterstützung in der humanitären Minenräumung leistete..

Minen und andere Kampfmittel, wie Blindgänger, haben selbst nach dem Ende von Konflikten verheerende Konsequenzen. Vertriebene Personen können nicht zurückkehren, Felder liegen brach und der Wiederaufbau wird verhindert. Die Schweiz setzt sich seit über 30 Jahren für die humanitäre Minenräumung ein und hat ihre Unterstützung 2024 weiter ausgebaut. Sie wendete letztes Jahr rund 43.8 Millionen CHF dafür auf und zählt damit zu den grössten 10 Geberländern auf diesem Gebiet.

Entsprechend dem Aktionsplan Humanitäre Minenräumung gliedert sich der Einsatz des Bundes in drei Aktionsfelder: 1) Förderung des normativen Rahmens, 2) Humanitäre Minenräumung vor Ort und 3) Innovation.

Aktionsfeld 1: Förderung des normativen Rahmens

Der Bund setzt sich dafür ein, dass die Übereinkommen über Personenminen und Streumunition von allen Staaten unterzeichnet und eingehalten werden (sogenannte «Universalisierung»). Sie nutzt dafür sowohl multilaterale Treffen als auch bilaterale Kontakte. Zudem unterstützt sie Forschungsprojekte und fördert junge engagierte Personen, die sich für diese Anliegen in ihren Staaten stark machen. 2024 hat erstmals ein Land seinen Austritt aus der Konvention über Streumunition angekündigt. Insgesamt steht das humanitäre Völkerrecht stark unter Druck. Die Schweiz wird ihren Einsatz in diesem Bereich deshalb verstärken.

Aktionsfeld 2: Humanitäre Minenräumung vor Ort

Durch Projekte und Entsendungen von Expertinnen und Experten erhöht die Schweiz die Sicherheit der betroffenen Menschen und ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung. Nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt sie dabei insbesondere die Entwicklung nachhaltiger nationaler Kapazitäten. 2024 unterstützte die der Bund 11 Staaten direkt durch die Finanzierung von Projekten und entsandte 14 Experten in insgesamt 6 Regionen. Nachfolgend finden sich zwei konkrete Beispiel dieser Aktivitäten.

Fokus Ukraine

Seit Februar 2022 ist die Ukraine zu einem der am stärksten verminten Ländern der Welt geworden. Schätzungen zufolge ist fast ein Drittel des ukrainischen Staatsgebietes, eine Fläche beinahe viermal so gross wie die Schweiz, möglicherweise durch Minen und andere Kampfmittel belastet. Am 29. September 2023 genehmigte der Bundesrat ein Paket in der Höhe von 100 Millionen Franken über vier Jahre (2024-2027). Die Mittel werden je zu einer Hälfte durch das VBS und das EDA bereitgestellt. 2024 haben die beiden Departemente mit der Umsetzung des Pakets begonnen und neue Projekte mit verschiedenen Partnerorganisationen initiiert. Der Bund arbeitet dabei insbesondere mit der Fondation suisse de déminage (FSD) und dem Genfer internationalen Zentrum für humanitäre Minenräumung (GICHD) zusammen. Zudem haben EDA und VBS den ukrainischen Behörden Schweizer Minenräummaschinen der Stiftung Digger und von Global Clearance Solutions geliefert.

Ukraine Mine Action Conference UMAC2024

Mit der Ukraine Mine Action Conference UMAC2024 organisierte die Schweiz gemeinsam mit der Ukraine ein hochrangiges Treffen, um die entscheidende Bedeutung der Minenräumung für den sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes zu diskutieren. An der Konferenz wurde der «Lausanne Call for Action» verabschiedet, der die Staaten zu konkreten Massnahmen im Bereich der humanitären Minenräumung aufruft und von einem Grossteil der anwesenden Staaten unterstützt wurde.

Familienfoto von der Ukraine Mine Action Conference in Lausanne.

Aktionsfeld 3: Innovation

Die Akteure der humanitären Minenräumung setzen alles daran, die raschen technologischen Entwicklungen nutzen zu können. Der Bund unterstützt diese Bemühungen, um die humanitäre Minenräumung noch effizienter, wirksamer und sicher zu machen.

Eine Mitarbeiterin der Schweizerischen Stiftung für Minenräumung (FSD) führt mithilfe von Drohnen eine nichttechnische Untersuchung durch.

Kontakt

Kommunikation EDA
Generalsekretariat GS-EDA
Bundeshaus West
3003 Bern