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StellungnahmeVeröffentlicht am 11. Dezember 2024

Stellungnahme Syrien

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verfolgt die politische und gesellschaftliche Situation im Ausland und publiziert spezifische Stellungnahmen. Die Stellungnahmen des EDA orientieren sich an den Zielen und Schwerpunkten der Schweizer Aussenpolitik, wie sie z.B. in der Bundesverfassung, der Aussenpolitischen Strategie des Bundesrates sowie in weiteren thematischen und geografischen Strategien enthalten sind.

Infografik mit einer Karte von Syrien.

Am Wochenende vom 7. Dezember 2024 wurde die syrische Regierung von Baschar al-Assad durch verschiedene Rebellengruppierungen unter Führung von Hayat Tahrir El Sham gestürzt. Die Entwicklung der Lage ist ungewiss und eine Verschlechterung der Sicherheitslage ist jederzeit möglich.

Die Schweiz verfolgt die Entwicklungen seit dem Sturz des syrischen Präsidenten Assad am 7. Dezember aufmerksam. Sie unterstützt die Bestrebungen des syrischen Volkes für ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Würde. Die Schweiz fordert alle Parteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht sowie die Menschenrechte zu achten, insbesondere die Zivilbevölkerung zu schützen und sich für Frieden und Versöhnung zu engagieren. Darüber hinaus ruft sie alle Staaten dazu auf, das Völkerrecht zu respektieren. Dazu gehört der Respekt der Unabhängigkeit, Souveränität und der territorialen Integrität Syriens.

Ein Waffenstillstand auf nationaler Ebene ist eine wichtige Voraussetzung für jegliche politische Transition. Die Schweiz ruft alle Akteure dazu auf, die staatlichen Institutionen und die öffentliche Ordnung zu wahren. Sie unterstützt die Bemühungen des UNO-Sondergesandten für Syrien in Richtung eines zeitnahen, friedlichen und geordneten politischen Transitionsprozesses im Einklang mit den Prinzipien der Resolution 2254 des UNO-Sicherheitsrats. Dieser Prozess soll inklusiv sein, die Rechte von Frauen und Minderheiten schützen und den Weg in eine demokratische und stabile Zukunft ebnen, die vom gesamten syrischen Volk mitbestimmt und mitgetragen wird.

Humanitäre Lage

Syrien ist nach 13 Jahren stark von den Folgen des Bürgerkriegs gezeichnet. Die humanitäre Lage der Zivilbevölkerung ist katastrophal. Die Schweiz ist weiterhin besorgt über die humanitäre Lage und den weiterhin steigenden Bedarf an humanitärer Hilfe in dem Land. Sie ruft alle beteiligten Parteien auf, den Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur zu gewährleisten. Die Schweiz leistet weiterhin Hilfe, die auf die Bedürfnisse der syrischen Bevölkerung in ganz Syrien zugeschnitten ist, und ist auch bereit, auf neue Bedürfnisse einzugehen, die sich aus der aktuellen Situation ergeben könnten. Angesichts dessen setzt sie sich weiterhin für die Sicherstellung eines schnellen, sicheren und ungehinderten Zugangs zu humanitärer Hilfe für bedürftige Menschen und auf dem gesamten syrischen Territorium ein. Am 9. Dezember kündigte die Schweiz an, zusätzliche humanitäre Mittel im Umfang von zwei Millionen CHF für die Nothilfe in Syrien bereitzustellen.

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