Schweizer Engagement weltweit

Armut reduzieren, nachhaltige Entwicklung gestalten, globale Risiken bewältigen: Darauf richtet die Schweiz ihre Internationale Zusammenarbeit aus. Umgesetzt wird sie von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit und dem Staatssekretariat für Wirtschaft. Für die Periode 2013–2016 will die Schweiz CHF 11,35 Mrd. für die Internationale Zusammenarbeit aufwenden.

Mit einer nachhaltigen globalen Entwicklung sollen Armut und die globalen Risiken gemindert werden. Konkret verfolgt die Schweiz mit ihrem Engagement folgende fünf  Ziele:

  • Krisen, Konflikte und Katastrophen vorbeugen und überwinden
  • Zugang zu Ressourcen und Dienstleistungen für alle schaffen
  • Nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern
  • Transition zu demokratischen und marktwirtschaftlichen Systemen unterstützen
  • Entwicklungsfördernde, umweltschonende und sozialverträgliche Globalisierung mitgestalten

Die Schweiz arbeitet in der Internationalen Zusammenarbeit bi- sowie multilateral:  mit Schwerpunktländern und -regionen sowie mit 13 internationalen Institutionen (Finanzierungsinstitutionen, UNO-Organisationen, globale Netzwerke und Fonds).

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sind für die Internationale Zusammenarbeit der Schweiz zuständig. Diese besteht aus folgenden vier Bereichen:

  • Humanitäre Hilfe (DEZA)
  • Technische Zusammenarbeit und Finanzhilfe (DEZA)
  • Wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (SECO)
  • Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas und der GUS (DEZA/SECO)

Die Schweiz plant, von 2013–2016 für diese vier Bereiche 11,35 Mrd. aufzuwenden.

Humanitäre Hilfe (DEZA)

Die Humanitäre Hilfe trägt zur Bewältigung der humanitären Folgen von Kriegen und Konlikten, Klimaveränderungen, Ernährungskrisen, Wasserknappheit, Umweltveränderungen, nuklearen Unfällen und Migration bei. Stärkere Akzente werden bei der Prävention und Krisenresis­tenz, bei Anwaltschaft und Opferschutz sowie bei der internati­onalen Vernetzung gesetzt. Die Humanitäre Hilfe setzt Instrumente wie Soforteinsatzteams und die Rettungskette ein. Sie ist im Feld präsent und stellt Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) zur Verfügung, unter anderem den UNO-Organisationen.

Technische Zusammenarbeit und Finanzhilfe zugunsten von Entwicklungsländern (DEZA)

In den Jahren 2013–2016 konzentriert sich die DEZA auf folgende zehn Länder und Regionen: Benin, Burkina Faso, Mali, Mosambik, Tansania, Bangladesch, Mongolei, Bolivien, Kuba, Zentralamerika. Gleichzeitig erhöht sie ihr Engagement in folgenden Ländern und Regionen: Regionen der Grossen Seen, Horn von Afrika, südliches Afrika, Niger, Tschad, Nord­afrika/Palästina, Hindukusch, Mekong, Nepal und Haiti. Die Schweiz führt Programme durch in den Bereichen Gesundheit und Bildung, Beschäftigung und Einkommen, ländliche Entwicklung sowie Staats- und Verwaltungsreformen.

Wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (SECO)

Das SECO strebt die Reduzierung der Armut auf wirtschaftlicher Grundlage an. Im Bereich Wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen konzentriert sich das SECO auf fünf Themenschwerpunkte:

  • Wirtschafts- und Finanzpolitik stärken
  • Städtische Infrastruktur und Versorgung ausbauen
  • Privatsektor und Unternehmertum unterstützen
  • Nachhaltigen Handel unterstützen
  • Klimafreundliches Wachstum fördern

Hauptziel ist es, ein wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltiges Wachstum zu fördern, das neue Arbeitsplätze schafft, eine höhere Produktivität ermöglicht und hilft, Armut und Disparitäten zu mindern. Dazu werden die Partnerländer in die Weltwirtschaft integriert und ihre Binnenwirtschaften gestärkt. Die wirtschaftliche Gouvernanz sowie die Gleichstellung von Frau und Mann sind Querschnittsthemen und ziehen sich durch alle Bereiche der Arbeit.

Die Prioritätsländer des SECO im Süden sind: Ägypten, Ghana, Südafrika, Indonesien, Vietnam, Kolumbien, Peru und Tunesien.

Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas und der GUS (DEZA/SECO)

Mit der Ostzusammenarbeit trägt die Schweiz zu politischen und wirtschaftlichen Reformprozessen (Transition) in den ehemals sozialistischen Ländern Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion bei. Die Schwerpunkte sind:

  • Die Stärkung der Menschenrechte und Demokratie durch den Aufbau rechtsstaatlicher und bürgernaher Institutionen
  • Die Förderung einer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sowie einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf den Westbalkan (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien und Kosovo) sowie auf Länder der ehemaligen Sowjetunion (Ukraine, Moldau, Georgien, Aserbaidschan, Armenien, Usbekistan, Kirgisistan, Tadschikistan).

Der Erweiterungsbeitrag – Ostzusammenarbeit im EU-Raum

Die Schweiz investiert mit dem sogenannten Erweiterungsbeitrag CHF 1,302 Mrd. in die EU-Mitgliedstaaten, die seit 2004 der EU beigetreten sind. Damit unterstützt sie Projekte zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit innerhalb der EU und festigt die Beziehungen zu den Staaten des gesamten europäischen Raums.