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MitteilungVeröffentlicht am 17. Februar 2026

Emna Rumantscha

Die Internationale Woche der rätoromanischen Sprache (Emna rumantscha) wurde auf Initiative von Bundesrat Ignazio Cassis ins Leben gerufen. Sie wird seit 2021 vom EDA in Zusammenarbeit mit dem Kanton Graubünden und der Lia Rumantscha durchgeführt. Ziel ist es, die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für den nationalen Zusammenhalt und die Aussenpolitik der Schweiz am Beispiel der kleinsten und ältesten Landessprache aufzuzeigen.

Dieser Artikel ist auch auf Rätoromanisch verfügbar.

Bundesrat Ignazio Cassis lancierte die Idee einer internationalen Woche der rätoromanischen Sprache im Jahr 2019 anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Lia Rumantscha im Oberengadiner Dorf Zuoz (Kanton Graubünden). Für die Umsetzung schloss sich das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit dem Kanton Graubünden und der Lia Rumantscha zusammen. Die erste Emna rumantscha wurde 2021 durchgeführt. Seither findet sie jedes Jahr in der Woche vom 20. Februar statt, dem Tag, an dem das Rätoromanische 1938 offiziell zur vierten Landessprache erklärt wurde (s. Kasten).

Der Startschuss wird jeweils im Rahmen eines offiziellen Events in der Schweiz oder im Ausland gegeben, an dem unter anderem Bundesrat Ignazio Cassis teilnimmt. Die Schweizer Auslandvertretungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Förderung der rätoromanischen Sprache und Kultur im Gastland während dieser Woche, etwa durch die Organisation von Treffen, Veranstaltungen und Sprachkursen.

Wo und wie die Emna rumantscha auch gefeiert wird, das Ziel bleibt dasselbe. Es geht darum, die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für den nationalen Zusammenhalt, aber auch für die Schweizer Aussenpolitik hervorzuheben sowie das Rätoromanische und den multikulturellen Schweizer Alltag bekannt zu machen. «Die Emna rumantscha ist eine Gelegenheit, mit anderen Ländern eine ähnliche Erfahrung zu teilen, nämlich das alltägliche Zusammenleben verschiedener Kulturen und einer grossen Meinungsvielfalt. Die Vielfalt nährt den Dialog, der angesichts der schwierigen geopolitischen Lage wichtiger ist denn je», so Bundesrat Ignazio Cassis.

Rätoromanisch

Rätoromanisch ist wie Italienisch, Französisch und Katalanisch eine lateinische Sprache. Sie umfasst fünf regionale Varianten, sogenannte Idiome: Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader. Die Idiome werden gesprochen und geschrieben und verfügen über eine eigene Grammatik und eigene Wörterbücher.

Rätoromanisch wurde 1938 als vierte Landessprache der Schweiz anerkannt. 91,6 Prozent der Schweizer stimmten für den entsprechenden Verfassungsartikel. Damit Rätoromanisch in der Verwaltung eingesetzt werden konnte, brauchte es eine gemeinsame Schriftsprache. So wurde 1982 das «Rumantsch Grischun» geschaffen.

In der jüngsten Erhebung des Bundesamts für Statistik gaben 0,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung Rätoromanisch als eine ihrer Hauptsprachen an. Gemäss der Lia Rumantscha gibt es 40 000 Personen mit Rätoromanisch als Hauptsprache, 60 000 Personen, die Rätoromanisch sprechen und 100 000 Personen, die es verstehen.

Das EDA strebt eine angemessene Sprachenverteilung unter seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an. Im Jahr 2025 betrug der Anteil der Mitarbeitenden mit Rätoromanisch als Erstsprache 0,5 Prozent. Insgesamt verfügen 29 Personen über Rätoromanischkenntnisse; davon sind 15 zweisprachig.

Kommunikation EDA