Ein Fonds für Berufsausbildungen für benachteiligte Menschen


Eine junge nepalesische Frau arbeitet an einem Sicherungskasten.
Frauen sind eine der Hauptzielgruppen der Ausbildungsgänge, die mit dem Employment Fund Nepal finanziert werden und an denen sich die DEZA beteiligt. © DEZA © DEZA

Die DEZA hat mit der nepalesischen Regierung und anderen Partnern den Employment Fund Nepal etabliert. Damit werden Ausbildungen für junge und benachteiligte Menschen ermöglicht. Die Bildungsinstitutionen übernehmen die Kosten und erhalten eine Rückvergütung aus dem Fonds, wenn die ausgebildeten Personen eine Anstellung mit einem zufriedenstellenden Einkommen finden.

Land/Region Thema Periode Budget
Nepal
Berufsbildung
Beschäftigung & Wirtschaftsentwicklung
Berufsbildung
Schaffung von Arbeitsplätzen
KMU Förderung
01.01.2011 - 30.06.2020
CHF 5'996'665

Jährlich kommen in Nepal zwischen 400'000 bis 500’000 junge Menschen auf den Arbeitsmarkt, etwa 90% davon  haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die DEZA hat mit der Regierung Nepals und anderen Partnern im Jahr 2007 den Employment Fund Nepal gegründet.

Die Mittel des Fonds fliessen in zwei Projektkomponenten. Einerseits wird armen und diskriminierten Menschen in Nepal zwischen 18 und 40 Jahren Fachwissen und technische Fertigkeiten in rund 80 Berufen vermittelt, damit sie eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Andererseits erhalten junge Menschen Unterstützung bei der Gründung ihres eigenen Kleinunternehmens. Letzteres mit dem Ziel, wiederum Jugendliche anzustellen.

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Eintritt in den Arbeitsmarkt ermöglichen

Im ersten Teil-Projekt – «Path to Prosperity» (P2P) – haben Frauen, Analphabetinnen und Analphabeten, junge Menschen, die aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihres familiären Hintergrunds oder einer Behinderung zu einer Randgruppe gehören, sowie Menschen mit abgebrochener Schulausbildung Vorrang. Das Ziel ist, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihnen einen Verdienst von mindestens 4600 nepalesischen Rupien (NRP) pro Monat (rund 48 USD oder 42 CHF) zu ermöglichen. 2013 erzielten 70% der im Rahmen des Projekts ausgebildeten Personen während mindestens sechs Monaten nach der Ausbildung ein solches Einkommen.

Die Teilnehmenden von P2P erhalten zudem Informationen über reproduktive und sexuelle Gesundheit und werden in sozialen, kognitiven und emotionalen Fertigkeiten geschult. Absolventinnen und Absolventen von P2P, welche sich für die Selbstständigkeit entscheiden, können an einer Schulung in Unternehmensführung teilnehmen.

Mit der zweiten Projektkomponente «Micro Enterprising for Job Creation» werden junge Menschen bei der Gründung eines eigenen Kleinunternehmens unterstützt. Das Projekt richtet sich v.a. an Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, die nach Nepal zurückgekehrt sind, und an junge Menschen, die bereits ein Arbeitsmarkt-Training absolviert haben.

Das Sekretariat des Fonds wählt die Ausbildungsanbieter aus, überprüft die Qualität der Ausbildungen sowie die Platzierung der Teilnehmenden und verwaltet die Finanzen. Die Ausbildungsanbieter werden jedes Jahr mittels Konkurrenzverfahren ausgewählt und vertraglich auf ein Jahr verpflichtet. Sie ermitteln und kommunizieren u.a. die Bedürfnisse auf dem Arbeitsmarkt, damit die Ausbildungen der Nachfrage angepasst werden können. Zudem finanzieren sie die Ausbildungen. Sie erhalten eine Rückerstattung aus dem Fonds, falls die ausgebildete Person eine längerfristige Anstellung findet und monatlich 4600 NRP oder mehr verdient. Die Rückerstattung geschieht in drei Phasen:

  1. 40% der Ausbildungskosten werden zurückgezahlt, nachdem die ausgebildete Person am nationalen Fähigkeitstest teilgenommen hat.
  2. Weitere 25% der Kosten werden nach dreimonatiger ununterbrochener Erwerbstätigkeit der ausgebildeten Person zurückerstattet.
  3. Der letzte Teil (35%) der Kosten erhält die Anbieterseite nach sechsmonatiger Erwerbstätigkeit und einem monatlichen Einkommen von 4600 NRP oder mehr der ausgebildeten Person.

Bonus für die Vermittlung von benachteiligten Menschen

Anbieter von Ausbildungen erhalten einen Bonus, wenn sie eine Person aus einer der Hauptzielgruppen –  Frauen, ökonomisch benachteiligte oder sozial diskriminierte Menschen – auf dem Arbeitsmarkt vermitteln. Der Bonus wird den Ausbildungsstätten erst nach sechsmonatiger Erwerbstätigkeit und einem Verdienst von 4600 NPR oder mehr der zuvor ausgebildeten Person ausgezahlt. Damit wird ein Anreiz geschaffen, benachteiligte Menschen nicht nur auszubilden, sondern sie auch in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Bislang haben über 90'000 Menschen eine Berufsausbildung absolviert;  rund 53% davon sind Frauen, mehr als 80% der Absolventinnen und Absolventen gehören zu einer benachteiligten Gruppe.

Ausbildungsinstitutionen

Öffentliche und private Institutionen, die Berufsausbildungen anbieten, müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • Finanzielle Kapazität, Ausbildungen vorzufinanzieren
  • Gute Kenntnisse des lokalen Arbeitsmarkts und Beziehungen zu potentiellen Arbeitgebern
  • Mitarbeitende mit der Fähigkeit, Kompetenzen weiterzugeben
  • Angemessene Infrastruktur
  • Kompetenzen im Management und in der Überwachung sowie ein Verständnis für die Bedürfnisse der Lernenden
  • Gute Vernetzung, da informelle Netzwerke in Nepal wichtig sind

Die Projektverantwortlichen arbeiten mit öffentlichen wie privaten Ausbildungsanbietern zusammen. Interessentinnen und Interessenten können nicht nur in der Hauptstadt Kathmandu, sondern auch in entlegenen Regionen Ausbildungen absolvieren.

 

 

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