Zivilstandsangelegenheiten (Heirat, Geburt, Todesfall, etc.)

Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer sind verpflichtet, der zuständigen Schweizer Vertretung Ereignisse, Erklärungen und Entscheidungen zum Zivilstand zu melden. Ausländische Urkunden müssen Voraussetzungen erfüllen, bevor sie ins schweizerische Zivilstandsregister eingetragen werden können.

Meldepflicht

Gemäss Zivilstandsverordnung (ZStV) müssen Schweizerinnen und Schweizer sowie ausländische Staatsangehörige, die zu einer Schweizerin oder einem Schweizer in einem familienrechtlichen Verhältnis stehen, ausländische Ereignisse, Erklärungen und Entscheidungen, die den Zivilstand betreffen, der zuständigen Schweizer Vertretung melden. Das Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht (IPRG) sieht vor, dass ausländische Entscheidungen oder Urkunden über den Zivilstand aufgrund einer Verfügung der kantonalen Aufsichtsbehörde im Zivilstandswesen ins schweizerische Zivilstandsregister (Infostar) eingetragen werden.

Im Zivilstandswesen arbeitet die Schweizer Vertretung nach Richtlinien des Eidgenössischen Amts für das Zivilstandswesen (EAZW) des Bundesamts für Justiz (BJ). Die Einreichung der ausländischen Dokumente erfolgt grundsätzlich über die zuständige Schweizer Vertretung im Ausland. Die Auslandschweizer und Auslandschweizerinnen teilen nach Auslandschweizerverordnung (V-ASG) der für ihren ausländischen Wohnsitz zuständigen Schweizer Vertretung den Zivilstand betreffende Ereignisse, Erklärungen und Entscheidungen mit.

Zivilstandsverordnung (ZStV; SR 211.112.2)

Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht (IPRG; SR 291)

Auslandschweizerverordnung (V-ASG; SR 195.11)

Bundesamt für Justiz (BJ) - Zivilstandswesen

Ausländische Zivilstandsurkunden

Die im Register Infostar einzutragenden ausländischen Zivilstandsurkunden unterscheiden sich je nach dem Land, in dem sie ausgestellt wurden, erheblich voneinander. Allgemein ist es erforderlich, sie vor der Einreichung an die zuständige Schweizer Vertretung von der zuständigen Behörde des Landes, in dem sie ausgestellt wurden, beglaubigen (oder mit einer Apostille versehen) zu lassen. In Ländern mit hohem Fälschungspotenzial  müssen diese Urkunden häufig von einem Büro von Vertrauensanwälten der zuständigen Schweizer Vertretung überprüft werden, was für die betroffenen Personen mit Zeit und Mühe verbunden sein kann. Die dabei anfallenden Kosten tragen sie selbst.

Die Schweiz hat nicht mit allen Staaten einen Vertrag geschlossen, der die Bestätigung der Echtheit einer zur Verwendung im Ausland bestimmten öffentlichen Urkunde erleichtert. Somit lassen sich die Staaten vier Kategorien zuordnen:

A. Staaten, mit denen die Schweiz Verträge geschlossen hat, entweder durch ein bilaterales Abkommen, beispielsweise Italien, Deutschland und Österreich, oder durch ein multilaterales Abkommen, etwa das Übereinkommen Nr. 16 der Internationalen Kommission für das Zivilstandswesen über die Ausstellung mehrsprachiger Auszüge aus Zivilstandsregistern, die eine Befreiung von der Beglaubigung vorsehen;

B. Staaten, die Mitglied der Internationalen Kommission für das Zivilstandswesen (CIEC) sind und in grosser Zahl Abkommen mit der Schweiz oder anderen Mitgliedstaaten unterzeichnet haben;

C. Unterzeichnerstaaten des Haager Übereinkommens vom 5. Oktober 1961 zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Beglaubigung (SR 172.030.4);

D. Staaten, die weder bilaterale noch multilaterale Abkommen mit der Schweiz geschlossen haben, nicht Mitglied der Internationalen Kommission für das Zivilstandswesen sind und das unter C genannte Haager Übereinkommen vom 5. Oktober 1961 nicht unterzeichnet haben.

Aus der nachstehenden Tabelle geht hervor, ob Sie die Echtheit einer Zivilstandsurkunde, die in einem einer der genannten Kategorien zugehörigen Staat ausgestellt wurde, durch Beglaubigung («Apostille») bestätigen lassen müssen.

Bestätigungskategorie Staatenkategorie
Keine Beglaubigung erforderlich A & B
Beglaubigung durch Apostille C
Beglaubigung durch die für Beglaubigungen zuständige Behörde des Staates, in dem die Urkunde ausgestellt wurde D

Die für die Eintragung ins Register Infostar bestimmten Zivilstandsurkunden dürfen gemäss ZStV nicht älter als sechs Monate sein und werden einbehalten. Sollten Sie nur im Besitz eines Originals sein, können Sie bei der zuständigen ausländischen Behörde ein Duplikat verlangen. Fotokopien werden nicht akzeptiert. Urkunden, die nicht in einer schweizerischen Landessprache oder auf Englisch abgefasst sind, müssen übersetzt werden.

Grundsätzlich wird für die Eintragung eines Zivilstandsereignisses ins Register Infostar keine Gebühr erhoben. Falls jedoch eine Überprüfung der ausländischen Zivilstandsurkunden durch den Vertrauensanwalt der Schweizer Vertretung erforderlich ist, gehen die Kosten zu Ihren Lasten.

Auf dieser Seite finden Sie die Informationen und Zivilstandsurkunden, die Sie zur Eintragung eines Sie betreffenden Zivilstandsereignisses ins Register Infostar vorlegen müssen. Sollten Sie hier keine Antwort auf eine konkrete Frage zu einem Sie betreffenden Zivilstandsereignis finden, können Sie sich an die zuständige Schweizer Vertretung wenden.

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Sie haben am Online-Schalter die Möglichkeit, konsularische Dienstleistungen wie z.B. Anmeldung ins Auslandschweizerregister, Meldungen über Änderungen des Zivilstands, Adressänderungen usw. vorzunehmen.

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