Verbesserung des Zugangs zum Bildungssystem dank einer sicheren, nachhaltigen und zweckmässigen Infrastruktur

Projekt abgeschlossen
Fassade einer Schule
Nationale Schule und pädagogisches Zentrum (EFACAP) von Sacré-Coeur in Petit-Goâve. © DEZA ©

Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 hinterliess in Haiti beispiellose Schäden. Im Südwesten des Landes, einer besonders stark betroffenen Region, unterstützt die DEZA das Bildungsministerium beim Bau von normkonformen und katastrophensicheren Schulen. Ziel dieses Programms ist es, Prototypen bereitzustellen, die von den zuständigen Bildungsbehörden leicht nachgebaut werden können.

Land/Region Thema Periode Budget
Haiti
Bildung
Humanitäre Hilfe & DRR
Grundbildung
Wiederaufbau und Wiedereingliederung
01.10.2012 - 31.12.2017
CHF 8'677'000

Die DEZA engagierte sich nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 im Wiederaufbau der Schulinfrastruktur. Von den 12 Sanierungsprojekten sind 8 abgeschlossen, eine zusätzliche Schule wird im Oktober 2016 bereitstehen, und drei weitere Schulen werden 2017 fertiggestellt. Im Rahmen dieses Programms entstand eine enge Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung und Berufsbildung, das drei Musterpläne für den erdbeben- und sturmsicheren Bau von Schulen validiert hat.

Diese Musterpläne dienen der Förderung und Verbreitung von Bau- und Infrastrakturnormen, die den lokalen Bedingungen, den besonderen wirtschaftlichen Verhältnissen sowie den vorhandenen Ressourcen und Baumaterialien Haitis Rechnung tragen.  Sie wurden zudem in ein Ministerialdekret aufgenommen und sind für alle Akteure bindend, die in Haiti im Bau von Schulen aktiv sind.

Ziele von PARIS
Das Programm zur Unterstützung des Wiederaufbaus der Schulinfrastruktur (PARIS) umfasst folgende Elemente:

  • normkonformer Bau von nationalen Schulen
  • beträchtliche Unterstützung für lokale Partner, die unter der Federführung des MENFP Pläne für erdbeben- und orkansichere Bauten mit einem minimalen Benutzerkomfort entwerfen
  • Beratung bei grösseren Bauten im selben Bereich

Auf den Kontext abgestimmte Prototypen
Aufgrund der Erfahrungen mit den Pilotschulen hat das MENFP mit fachlicher Unterstützung der DEZA eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die für verschiedene Kontexte in Haiti Prototypen ausarbeitet. Diese Arbeitsgruppe umfasst die wichtigsten Akteure im Bereich des Wiederaufbaus von Schulen in Haiti: die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB), die UNICEF, die spanische Entwicklungsagentur (AECID), das Ministerium für öffentliche Bauten, Verkehr und Kommunikation (MTPTC) und NGO, die in diesem Bereich tätig sind. Ziel dieser Prototypen ist es, aufgrund von Normen, bestehendem Know-how und Erfahrungen technische Referenzdokumente zu erarbeiten, mit denen Konzeption und Planung von Schulen verkürzt, vereinfacht und verbilligt werden können. Ende 2012 wurden die zwei ersten Prototypen fertiggestellt, und das MENFP und das MTPTC bewilligten den Bau einer nationalen Schule nach diesen Plänen in der Gemeinde Miragoâne. Ein dritter Prototyp speziell für abgelegene und schwer erreichbare Gebiete ist in Ausarbeitung.

Neben den Schulen in Dessources und Sacré-Coeur sollten bis Ende 2015 sechs öffentliche Schulen eröffnet werden, darunter zwei pädagogische Zentren (EFACAP). Insgesamt sollen an diesen Schulen 4800 Schülerinnen und Schüler unterrichtet sowie 400 Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden. Mit dem Programm sollen Schulen in städtischen und ländlichen Gebieten gemäss diesen Prototypen (wieder-)aufgebaut werden.

Theorie- und Praxisworkshops für Ingenieure
PARIS soll auch die technischen Fähigkeiten von Ingenieuren des MENFP verbessern.

So wurden 2012 erste Theorie- und Praxisworkshops durchgeführt, bei denen etwa zwanzig Ingenieurinnen und Ingenieure auf Pilotbaustellen mit dem erdbebensicheren Bauen vertraut gemacht wurden. Anschliessend an diese Workshops wurden der Direktion für Schulhausbau (DGS) und den Departementsdirektionen 15 Überwachungssets geliefert, die u.a. Rückprallhammer zur Prüfung von Beton, Laptops, GPS und Fotoapparate enthielten.