Gültig am:
Publiziert am: 31.08.2018

Das Kapitel Aktuelles ist entfernt worden (Strassensperren).


Reisehinweise für Elfenbeinküste

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Seit der grossen Krise von 2010/2011 hat sich die Sicherheitslage deutlich verbessert. Es bestehen jedoch weiterhin soziale und wirtschaftliche Probleme, und es werden immer noch regelmässig gewalttätige Vorfälle aus verschiedenen Landesteilen gemeldet. Es wird noch mehr Zeit brauchen bis eine Sicherheitsstruktur aufgebaut ist, die im ganzen Land wirksam ist. Die Polizei und die Gendarmerie haben zurzeit noch beschränkte Kapazitäten.

Bei Streiks, Demonstrationen und Strassenblockaden kann es zu Gewaltanwendung kommen. In der ersten Jahreshälfte 2017 errichteten Soldaten in Bouaké und Abidjan zahlreiche Strassensperren, um finanzielle Entschädigungen durchzusetzen.

Im Falle von Strassensperren bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die schweizerische Botschaft in Abidjan hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.

Nach expliziten Drohungen der terroristischen Gruppierung Ansar Dine gegen die Côte d’Ivoire, hat die Regierung die Sicherheitsmassnahmen verstärkt, besonders in den wichtigsten Städten (Abidjan, Bouaké, San Pedro, Yamoussoukro). Dennoch besteht das Risiko von Anschlägen im ganzen Land. Am 13. März 2016 hat ein Attentat am Strand von Grand Bassam mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert.

Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien über die aktuelle Sicherheitslage. Meiden Sie Demonstrationen und Massenveranstaltungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Distrikt Zanzan: Zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Ackerbauern und  nomadisierende Viehzüchter) bestehen latente Spannungen, die sich sporadisch in lokale, gewaltsame Konflikte entladen. So sind Ende März 2016 in der Region Bounkani über zwanzig Personen ums Leben gekommen. Informieren Sie sich vor und während Reisen in den Distrikt Zanzan bei Ihrer lokalen Kontaktperson und/oder bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage und lassen Sie besondere Vorsicht walten.

Westen und Grenzgebiet zu Liberia: In dieser Region sind Strassenräuber aktiv. Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen in der Stadt San Pedro und Umgebung kann das Risiko eines Überfalls auch dort nicht vollständig ausgeschlossen werden. Beachten Sie bei Reisen in die Provinzen Dix-Huit Montagnes, Haut Sassandra, Moyen-Cavally und Bas-Sassandra unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Lassen Sie sich von einer ortskundigen Person begleiten und klären Sie mit ihr die Sicherheitslage vorgängig ab.
  • Halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Behörden.
  • Vermeiden Sie Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit.

Kriminalität

Die Gewaltkriminalität ist hoch. Überfälle und Erpressungen sind möglich. Beachten Sie die folgenden Vorsichtsmassnahmen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Meiden Sie Fahrten ausserhalb der Agglomerationen nach Einbruch der Dunkelheit bis zum Sonnenaufgang. Es besteht das Risiko von Überfällen durch bewaffnete Banden.
  • Die Kriminalitätsrate kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren. Informieren Sie sich bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten.
  • Halten Sie die Autofenster geschlossen und die Türen verriegelt
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch ist verbreitet
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.

Internetkriminalität
Die Internetkriminalität ist sehr verbreitet. Seien Sie vorsichtig mit Kontakten über das Internet. Es kommt häufig vor, dass Kriminelle vortäuschen, eine Freundschaft oder Geschäftsbeziehung anbahnen zu wollen, um ihre Opfer finanziell zu betrügen. Senden Sie grundsätzlich kein Geld an Personen oder Organisationen, die Sie nicht kennen und deren Angebote Sie nicht verlangt haben. Das Bundesamt für Polizei warnt vor unseriösen Geschäftsangeboten, die unter Vorgabe von Finanz- und Edelmetalltransaktionen hohe Gewinne versprechen. Nähere Informationen über solche Machenschaften finden Sie auf der Internet-Seite des Bundesamtes für Polizei.
Bundesamt für Polizei

Maritime Piraterie
Im Golf von Guinea und in den ivorischen Gewässern, ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Abseits der Hauptverkehrsachsen sind die Strassen teilweise in sehr schlechtem Zustand. Das unberechenbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer und der schlechte Zustand vieler Fahrzeuge stellen ein grosses Unfallrisiko dar. Von nächtlichen Überlandfahrten wird abgeraten.

Es kommt vor, dass die Grenzübergänge kurzfristig vorübergehend geschlossen werden, z.B. um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden oder direkt bei den Grenzposten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Als Folge des bewaffneten Konfliktes ist das Justizsystem stark beeinträchtigt. Es kann schwierig oder unmöglich sein, im Falle von Problemen seine Rechte geltend zu machen.
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden auch bei kleinsten Mengen von Drogen mit hohen Gefängnisstrafen geahndet. Obwohl die rechtliche Grundlage unklar ist, wird empfohlen, keine militärischen Anlagen oder Sicherheitskräfte zu fotografieren.

Die Haftbedingungen sind prekär.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb von Abidjan ist die medizinische Grundversorgung nur teilweise gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung (Bargeld) bevor sie Patienten behandeln.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Tragen Sie stets Ihren Pass auf sich, um sich bei den häufigen Sicherheitskontrollen ausweisen zu können.

Nützliche Adressen

Zollvorschriften: Douanes de Côte d’Ivoire

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Abidjan
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.