Bilaterale Beziehungen Schweiz–Jordanien

Im Oktober 2015 besuchte Bundesrat Didier Burkhalter Jordanien und traf den jordanischen Aussenminister. Die wichtigsten Pfeiler der bilateralen Beziehungen sind das bedeutende Engagement der Humanitären Hilfedes Bundes, die politische Gleichgesinntheit sowie die Schweizer Unternehmen und Gemeinschaft vor Ort.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Jordanien ist ein wichtiger Partner für die politischen Beziehungen der Schweiz mit dem Nahen Osten und Haupteinsatzgebiet der Schweizer Humanitären Hilfe in dieser Region. Das regionale Kooperationsbüro der DEZA in Amman betreut Projekte in Jordanien, Syrien, Libanon und im Irak.

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Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Das Potenzial der Handelsbeziehungen wird nicht ausgeschöpft, weil geopolitische Ereignisse in der Region intensivere wirtschaftliche Beziehungen verhindern. Schweizer Unternehmen aus der Pharmaindustrie, dem Tourismus und dem Gastgewerbe sind in Jordanien präsent. Viele Unternehmen mit Geschäftskontakten zur Schweiz sind im «Swiss-Jordanian Business Club», der 2006 auf Initiative der Schweizer Botschaft gegründet wurde.

Ein Projekt im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des SECO widmet sich der Finanzierung von rund 143 Ambulanzen, begleitet von Ausbildungs- und Qualitätssicherungsmassnahmen. Dabei arbeitet das SECO eng der DEZA zusammen. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete die Schweizer Bundespräsidentin anlässlich ihres Besuches in Jordanien im Oktober 2010.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Das Koordinationsbüro der DEZA betreut das Regionalprogramm für Jordanien, den Libanon, den Irak und Syrien. Es sollen verlässliche und friedliche Lebensbedingungen geschaffen werden für

  • Flüchtlinge
  • Intern Vertriebene
  • Verletzliche Bevölkerungs- und Migrationsgruppen
  • Gemeinschaften, die einem besonderen Risiko durch Naturgefahren ausgesetzt sind.

Jordanien ist Haupteinsatzgebiet der Humanitären Hilfe der Schweiz. Verschiedene Programme unterstützen die palästinensischen Flüchtlinge in der Region. Die Schweiz engagiert sich ausserdem in der humanitären Hilfe zum Schutz und zur Unterstützung der Zivilbevölkerung in Syrien selber und der syrischen Flüchtlinge in den Nachbarstaaten.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Kulturaustausch

Die Kulturstiftung Pro Helvetia und eine jordanische Partnerinstitution organisieren seit 2004 jährlich einen Austausch für Residenzen von Künstlern aus der Schweiz und aus Jordanien.

Schweizerinnen und Schweizer in Jordanien

Ende 2015 lebte 301 Schweizer Staatsangehörige in Jordanien.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz anerkannte 1949 das Königreich Jordanien. 1970 wurde die Botschaft, 2001 das Koordinationsbüro der DEZA in Amman eröffnet. Bis 2008 war Jordanien Schwerpunktland der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der SECO.

1812 entdeckte der Schweizer Johann Ludwig Burckhardt die antike Stadt Petra; sie gehört zum Weltkulturerbe.

Jordanien, historisches Lexikon der Schweiz