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Bilaterale Beziehungen Schweiz – Italien

Die traditionell guten Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien sind geprägt durch enge wirtschaftliche, politische, menschliche und kulturelle Verbindungen, eine gemeinsame Sprache und häufige Besuche auf allen Ebenen.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien basieren auf einem komplexen Vertragswerk. Regelmässig finden treffen sich Vertreter von Regierung und Verwaltung beider Länder. Zudem bestehen institutionalisierte Kontakte zu beiden Parlamenten.

Seit Mai 2012 führen die Schweiz und Italien einen Dialog im Steuerbereich und im Juni 2012 haben sich Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf und Premierminister Monti in Rom darauf geeinigt, die Verhandlungen im Fiskal- und Finanzbereich wieder aufzunehmen. In der Verkehrs-, Energie- und Umweltpolitik sowie bei der Entwicklung der Infrastrukturen wird eine enge Zusammenarbeit gepflegt.

Gefässe wie «Regio Insubrica», «Regio Sempione» und der italienisch-schweizerische grenzüberschreitende Dialog geben der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit einen institutionellen Rahmen.

In der Schweiz leben rund 500’000 italienische Staatsangehörige; sie sind ein wichtiges Element für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Italien ist nach Deutschland der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz, wobei das Nachbarland regelmässig einen Handelsbilanzüberschuss ausweist (2011: 2.9 Mrd. CHF). Italien ist der drittwichtigste Exportmarkt für die Schweiz und das zweitwichtigste Herkunftsland der Importe der Schweiz.

Als neuntgrösster Investor kreierte die Schweiz 2010 mit Direktinvestitionen von 20 Mrd. Franken über 76’000 Arbeitsplätze in Italien. Umgekehrt wurden dank italienischer Direktinvestitionen in der Höhe von 5 Mrd. CHF im Jahr 2010 14'000 Personen in der Schweiz beschäftigt.

Besonders eng ist der Austausch entlang der gemeinsamen Grenze, wo über 63‘000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Italien täglich in die Schweiz zur Arbeit kommen. Knapp 59‘000 italienische Grenzgänger hatten im ersten Halbjahr 2012 ihren Arbeitsplatz in der Schweiz.

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Die vier Schweizer Schulen befinden sich in Mailand, Bergamo, Rom und Catania. Schweizer Hochschulen pflegen seit langem gute und regelmässige Kontakte zu Partnerinstitutionen in Italien. Mit der Schaffung der Universität der italienischen Schweiz (USI) und der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI) haben die kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien einen neuen Stellenwert erhalten.

Der akademische Austausch wird ausserdem durch das Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich gefördert. 2010 tagte erstmals die Wissenschaftskommission, die sich einsetzt für die Zusammenarbeit, die Förderung von Doppeldoktoraten sowie für Verbesserungen im Bereich der Diplomanerkennungen.

Forschende und Kulturschaffende aus Italien können sich beim Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) um ein Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Schweizerinnen und Schweizer in Italien

2011 lebten 49’555 Schweizerinnen und Schweizer in Italien.

Kulturaustausch

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien im Kulturbereich sind intensiv. Seit 1947 betreibt die Schweiz in Rom das «Istituto Svizzero di Roma», das sich dem Kultur- und Wissenschaftsaustausch widmet und in Mailand mit einer Antenne vertreten ist, dem«Centro culturale svizzero». Das EDA beteiligt sich mit gemeinsamen Projekten in der ganzen Welt an der vom italienischen Aussenministerium initiierten «Settimana della lingua italiana nel mondo».

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Der Bundesrat wandelte 1957 die schweizerische Gesandtschaft in Rom in eine Botschaft um.

Gleichzeitig zum 150-jährigen Jubiläum der «Unità d’Italia» wurde 2011 auch das 150-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien gefeiert.