Gültig am:
Publiziert am: 27.12.2019

Die Lagebeschreibung ist aktualisiert worden. Die Empfehlungen bleiben unverändert gültig.


Reisehinweise für Afghanistan

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

NEUES CORONAVIRUS (COVID-19):

Das Bundesamt für Gesundheit BAG empfiehlt, weiterhin auf nicht notwendige Auslandreisen zu verzichten. Von dieser Empfehlung ausgenommen sind zurzeit:

  • die nachfolgenden Länder des Schengen-Raums: Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Norwegen, Österreich, Polen und Schweden. Aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage rät das BAG jedoch von nicht notwendigen Reisen in bestimmte Gebiete in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich ab.*
  • sowie folgende Länder: Australien, Bulgarien, Japan, Neuseeland, Ruanda, San Marino, Südkorea, Thailand, Uruguay, Vatikan/Heiliger Stuhl und Zypern.*

Die detaillierte Liste der abgeratenen Gebiete in den vier Nachbarstaaten finden Sie auf
BAG: Quarantäneliste.
Alle anderen abgeratenen Länder sind ersichtlich auf:
BAG: Informationen für Reisende

Unabhängig der Empfehlungen des BAG bestehen in zahlreichen Ländern weiterhin Einreiserestriktionen.

Das BAG hat verfügt, dass Personen, die aus Staaten und Gebieten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in die Schweiz einreisen, für zehn Tage in die Quarantäne müssen. Beachten Sie die Liste des BAG, die regelmässig angepasst wird. *

* Verbindliche Auskünfte über die Reise-Empfehlungen im Zusammenhang mit Covid-19 und die schweizerischen Quarantänebestimmungen erteilt das BAG.

Beachten Sie den Fokus neues Coronavirus (Covid-19)

Erkundigen Sie sich vor Auslandreisen bei den ausländischen Vertretungen in der Schweiz (Botschaften und Konsulate) über die aktuell gültigen Einreisevorschriften und anderen Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuen Coronavirus.
ausländische Vertretungen in der Schweiz


Grundsätzliche Einschätzung

Von Reisen nach Afghanistan und von Aufenthalten jeder Art wird abgeraten.

Schweizer Bürger, die im Land bleiben oder entgegen der Empfehlung des EDA nach Afghanistan reisen, müssen sich bewusst sein, dass die Schweiz nur eng begrenzte oder überhaupt keine Möglichkeiten zur Hilfeleistung hat.

Die Sicherheit ist nicht gewährleistet: Es besteht das Risiko von schweren Gefechten, Raketeneinschlägen, Minen, Terroranschlägen, Entführungen und gewalttätigen kriminellen Angriffen einschliesslich Vergewaltigungen und bewaffneter Raubüberfälle.

In verschiedenen Landesteilen bekämpfen die afghanischen Sicherheitskräfte Verbände der Taliban und anderer bewaffneter Gruppierungen. Im Osten des Landes sind Kämpfer aktiv, die sich zum «Islamischen Staat» bekennen. Die Kämpfe fordern zahlreiche Opfer. Allein im Jahr 2018 sind laut der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) 3804 Zivilisten getötet und 7189 verletzt worden.

Die internationalen Truppen haben Ende 2014 ihre Präsenz in Afghanistan stark reduziert.

Die zahlreichen Bomben- und Selbstmordanschläge richten sich hauptsächlich gegen die afghanischen Behörden sowie gegen in- und ausländische Sicherheitskräfte. Auch zivile Ziele wie Märkte, Sportveranstaltungen, Kundgebungen, Hilfsorganisationen und religiöse Minderheiten werden immer wieder angegriffen. Nach wie vor werden zudem gezielt Anschläge gegen Ausländer verübt und gegen Einrichtungen, in denen sich Ausländer häufig aufhalten (z.B. Restaurants, Hotels) und die Umgebung der Flughäfen. Beispiele von Anschlägen:

  • Wiederholt: Anschläge auf schiitische und andere religiöse Minderheiten sowie auf deren Kultstätten und Wohnorte.
  • November 2019: rund 15 Todesopfer in der Provinz Kunduz, als ein Bus auf eine Bombe fuhr
  • Oktober 2019: rund 70 Todesopfer und zahlreiche Verletzte bei einem Attentat auf eine Moschee in der Provinz Nangarhar
  • September 2019: rund 30 Todesopfer und über 100 Verletzte bei einem Attentat in Kabul
  • Juli 2019: zahlreiche Todesopfer und Verletzte als ein Bus auf der Strasse zwischen Kandahar und Herat auf eine Bombe fuhr
  • Mai 2019: mehrere Verletzte bei Attentat auf die Büros einer internationalen Hilfsorganisation
  • Dezember 2018: über 40 Todesopfer und mehrere Verletzte bei einem bewaffneten Angriff auf Regierungsgebäude in Kabul
  • November 2018: rund 50 Todesopfer und über 80 Verletzte bei einem Anschlag auf eine Versammlung in Kabul
  • September 2018: über 60 Todesopfer und über 160 Verletzte bei einem Anschlag auf eine Demonstration in der Provinz Nangarhar
  • August 2018: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei einem Anschlag auf eine Privatschule in Kabul
  • Juli 2018: mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte bei einem Anschlag in der Nähe des internationalen Flughafens von Kabul
  • Mai 2018: mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte bei einem Anschlag auf ein Sportstadion in Jalalabad und bei einem Anschlag auf einen Strassen-Checkpoint in Kabul
  • April 2018: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte bei einem Anschlag auf ein Wählerregistrierungszentrum in Kabul.
  • Januar 2018: Zahlreiche Todesopfer und Verletzte in Kabul bei Anschlägen unter anderem auf ein Hotel, eine Einkaufsstrasse und eine Militärakademie
  • Januar 2018: Todesopfer und Verletzte bei einem bewaffneten Angriff auf ein Kinderhilfswerk in Jalalabad

Es besteht ein sehr hohes Entführungsrisiko. Entführungsopfer werden sowohl Afghanen wie Ausländer (Touristen wie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und ausländischen Firmen), zum Beispiel:

  • Wiederholt: Massenentführungen von Busreisenden, zum Beispiel im März 2019 in der Provinz Baghlan (über 10 Personen), im Dezember 2018 in der Provinz Samangah (rund 40 Personen), im November 2018 in der Provinz Balkh (rund 25 Personen),
  • Wiederholt: Entführungen von lokalen Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen (über 35 Personen von Januar bis Oktober 2019
  • September 2019: acht Wahlbeobachter in der Provinz Parwan
  • September 2019: sechs Medienmitarbeiter in Provinz Paktia
  • Juli 2018: ein Ambulanzfahrzeug und das mitfahrende Personal in der Provinz Ghor.
  • Mai 2018: sechs ausländische Mitarbeiter eines lokalen Elektrizitätswerks und ihr afghanischer Fahrer
  • Januar 2018: Eine afghanische UNO-Mitarbeiterin in Kabul. Eine weitere Person wurde beim Überfall getötet.

Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Nützliche Adressen

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Islamabad, Pakistan
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.