Mit besseren beruflichen Qualifikationen die Chancen auf eine Stelle erhöhen

Projekt abgeschlossen
Schreinerei in Fada N'Gourma, Burkina Faso.
In Burkina Faso unterstützt die DEZA u.a. ein Programm zur Förderung der Berufsbildung in den Sektoren Handwerk, Landwirtschaft, Tierzucht und Forstwirtschaft. © DEZA

Die Berufsbildung ist das Tor zur Arbeitswelt. Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der Verminderung der Armut. Trotzdem bleibt der Zugang zur Berufsbildung in vielen Ländern problematisch und einem grossen Teil der Bevölkerung verwehrt. In Burkina Faso unterstützt die DEZA ein Programm zur Förderung der Berufsbildung in den Sektoren Handwerk, Landwirtschaft, Tierzucht und Forstwirtschaft. Das Programm orientiert sich am dualen System nach Schweizer Vorbild.

Land/Region Thema Periode Budget
Burkina Faso
Berufsbildung
Beschäftigung & Wirtschaftsentwicklung
Berufsbildung
Schaffung von Arbeitsplätzen
Handelspolitik & Marktsystem
KMU Förderung
01.07.2012 - 31.08.2017
CHF 5'000'000

In Burkina Faso fehlt es in den wichtigsten Wirtschaftszweigen, in Landwirtschaft, Tierzucht und Handwerk, an qualifiziertem Personal. Jedes Jahr kommen Hunderttausende von Jugendlichen ohne Berufsbildung auf den Arbeitsmarkt. Infolgedessen gibt es immer mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Mühe haben, eine Arbeit zu finden, weil sie nicht über eine ausreichende oder geeignete Ausbildung verfügen. Da sie keine beruflichen Perspektiven haben, verlassen mehr und mehr Junge das Land und ziehen in die neuen städtischen Zentren. Bereits zeigen sich bei der Jugend Burkina Fasos soziale Spannungen. Ebenso wie die übrige Bevölkerung fordert die Jugend vor allem mehr Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung.

Den Zugang zur Berufsbildung verbessern
Ein von der Schweiz unterstütztes Programm zur Förderung der Berufsbildung entwickelt in fünf Regionen des Landes Ausbildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene. Ein grosser Teil der Jugendlichen hat die Schule vorzeitig verlassen oder konnte gar keine Schule besuchen. Mit einer Berufslehre und dem damit verbundenen Erwerb technischer und beruflicher Kompetenzen haben Jugendliche und Erwachsene mehr Chancen für eine menschenwürdige Arbeit und einen Ausweg aus der Armut. Auch einer Abwanderung in die neuen städtischen Agglomeration wird damit entgegen gewirkt.

Förderung der «dualen Lehre»
Eines der Ziele des Programms ist die Einführung des Systems der dualen Lehre, welche die Integration der Jungen in die Arbeitswelt erleichtert. Dieses System kombiniert Arbeit und Schule. Die theoretischen und praktischen Kenntnisse, die die Lehrlinge in einer Werkstatt oder einem Betrieb erwerben, werden in einem Berufsbildungszentrum vertieft.

Das System nach Schweizer Vorbild hat sich bewährt und hat den Vorteil, dass es sowohl den Bedürfnissen der Jungen, wie denen der Wirtschaft entgegenkommt. Einerseits bietet es den Jungen die Möglichkeit, schon während der Ausbildung in der Arbeitswelt Fuss zu fassen, anderseits verfügt die Wirtschaft über gut ausgebildete und qualifizierte Arbeitskräfte.

Diversifizierung des Ausbildungsangebots
Es sind vor allem die handwerklichen Berufe, die von der Förderung durch das Programm profitieren. Zwischen 2006 und 2012 haben mehr als 25’000 Handwerkerinnen und Handwerker ihr Einkommen dank der Ausbildung und der damit erworbenen Kenntnisse um fast 40% steigern können; über 1000 Jugendliche – davon ein Drittel Frauen – haben einen Beruf gelernt, hauptsächlich in den Bereichen Mechanik, Schreinerei, Schweisserei, Schneiderei, Coiffeurberuf und Weberei.
Das Ausbildungsangebot reicht jedoch noch immer nicht aus. Obwohl 80% der Bevölkerung auf dem Land lebt, ist die Berufsbildung in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Tierzucht ungenügend entwickelt. Bis 2016 will das Programm 50’000 Personen, die Hälfte davon Frauen, sowie 500 Ausbilderinnen und Ausbilder für die Begleitung und die Weitergabe von berufsrelevanten Kenntnissen und Fähigkeiten ausbilden.

Mobilisierung der Berufsverbände und des Gemeinwesens
Eine Schlüsselrolle unter den zahlreichen lokalen und nationalen Akteuren, die an der Ausgestaltung, Anpassung und Umsetzung der Ausbildungen beteiligt sind, spielen Berufsverbände, Bildungseinrichtungen und das örtliche Gemeinwesen. Die Erfahrung zeigt, dass eine enge Zusammenarbeit all dieser Organisationen sehr wichtig ist und verstärkt werden muss. Diese Organisationen sind in der Gemeinschaft verwurzelt und kennen daher die Bedürfnisse der Bevölkerung. Sie können bei der Umsetzung der Ausbildungssysteme und bei der inhaltlichen Weiterentwicklung auf die Unterstützung von NGO, wie Swisscontact zurückgreifen.

Eine bahnbrechende Partnerschaft
Die Partnerschaft mit dem Nationalen Forschungsinstitut für angewandte Wissenschaften wird sehr wichtig sein. Das Institut befasst sich mit Innovation und technischer Entwicklung auf der Grundlage lokaler Ressourcen und wird der Landbevölkerung die Ergebnisse seiner Forschungen im Bereich Produktverarbeitung und Mechanisierung der Landwirtschaft zur Verfügung stellen.