Gültig am:
Publiziert am: 21.02.2019

Diese Reisehinweise sind vollständig überarbeitet worden (von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen wird abgeraten. Von Reisen in gewisse Landesteile wird generell abgeraten).


Reisehinweise für Burkina Faso

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen wird abgeraten. Von Reisen in gewisse Landesteile wird generell abgeraten.

Es bestehen latente politische Spannungen, die trotz zeitweiser ruhiger Phasen aufbrechen können. Bei Demonstrationen und Streiks sind Ausschreitungen sowie Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften möglich. Auch ethnische Spannungen machen sich bemerkbar und können zu Gewalttaten führen.

Am 31. Dezember 2018 hat die Regierung in Teilen der nachstehenden Regionen den Ausnahmezustand in Kraft gesetzt, um gegen kriminelle und terroristische Banden vorzugehen: Hauts-Bassins, Boucle du Mouhoun, Nord, Sahel, Est und Centre-Est. Der Ausnahmezustand berechtigt die Behörden unter anderem, Hausdurchsuchungen ohne Durchsuchungsbefehl vorzunehmen, die Versammlungs- oder die Bewegungsfreiheit einzuschränken und Ausgangssperren zu verhängen.

Im Dezember 2018 ist ein westliches Paar vermutlich zwischen Bobo Dioulasso und Ouagadougou verschwunden; sein Schicksal ist ungewiss.

In Ouagadougou wie im ganzen Land besteht die Gefahr von terroristischen Angriffen. Beispiele:

  • Am 15. Februar 2019 wurden bei einem terroristischen Überfall in der Provinz Koulpélogo mehrere Personen getötet, darunter ein spanischer Priester.
  • Am 2. März 2018 wurde die französische Botschaft und das Militärhauptquartier im Stadtzentrum von Ouagadougou Ziel von terroristischen Angriffen. Sie haben mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert.
  • Am 13. August 2017 forderte ein Attentat auf ein bei Ausländern beliebtes Restaurant in Ouagadougou mehrere Todesopfer und Verletzte.
  • In der Nacht des 15. Januar 2016 wurden in Ouagadougou Attentate auf ein Hotel und zwei Restaurants verübt. Sie forderten zahlreiche Todesopfer und Verletzte, darunter viele ausländische Staatsbürger.

Von Reisen in die Grenzprovinzen zu Mali, Niger und Benin wird wegen des hohen Risikos von Entführungen abgeraten. Siehe Kapitel Spezifische regionale Risiken. Das Risiko ist jedoch auch in den anderen Landesteilen zunehmend vorhanden.

Beachten Sie die Informationen auf den spezifischen Internet-Seiten:
Entführungsrisiko in der Sahara und Sahelzone
Terrorismus und Entführungen

Falls Sie aus zwingenden Gründen nach Burkina Faso reisen müssen, beachten Sie bitte die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Informieren Sie sich vor und während der Reise bei den lokalen Behörden über die Sicherheitslage. Trotz vorgängigen Erkundigungen bei den lokalen Behörden, kann eine erhöhte Gefährdung nicht ausgeschlossen werden.
Halten Sie sich über die Medien auf dem Laufenden und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden
(zum Beispiel Ausgangssperren).

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Grenzprovinzen zu Mali, Niger und Benin:
Terroristen und bewaffnete Banden überfallen Polizeiposten und Dörfer. In grossen Teilen der Sahara und des Sahel sind bewaffnete Banden und islamistische Terroristen aktiv, die vom Schmuggel und von Entführungen leben. Sie sind gut organisiert, operieren grenzüberschreitend und haben Verbindungen zu lokalen, kriminellen Gruppen. Seit November 2009 wurden mehrere Ausländerinnen und Ausländer, in der Sahara/Sahelzone verschleppt, unter anderem in Burkina Faso.
Wegen des hohen Entführungsrisikos wird von Reisen jeder Art in die Grenzprovinzen zu Mali (einschliesslich Provinz Houet), Niger und Benin abgeraten. Dies schliesst auch die Nationalparks W und Arly mit ein.

Grenzprovinzen zu Côte d’Ivoire:
In den Grenzprovinzen zu Côte d’Ivoire sind bewaffnete kriminelle Banden aktiv. In den Provinz Comoé kann die Anwesenheit terroristischer Gruppierungen nicht ausgeschlossen werden. Von Reisen in die Provinz Comoé wird abgeraten. Informieren Sie sich vor und während dringenden Reisen in die Provinzen Poni und Noumbiel bei den lokalen Behörden über die Sicherheitslage und lassen Sie grösste Vorsicht walten.

Kriminalität

Die weit verbreitete Armut hat zu einer Zunahme der Klein- und Gewaltkriminalität geführt. Es kommt vermehrt zu Überfällen auf Fahrzeuge durch Strassenräuber. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie wichtige Dokumente (Pass, Flugschein, Reiseschecks etc.) an einem sicheren Ort; tragen Sie jedoch eine Kopie Ihres Passes auf sich.
  • Verzichten Sie auf nächtliche Spaziergänge.
  • Reisen Sie nicht alleine und nur in Begleitung einer Vertrauensperson.
  • Auf allen Strassenverbindungen im Land besteht das Risiko von Überfällen durch Strassenräuber ("coupeurs de route"). Auch die Hauptachsen zwischen den grösseren Städten sind davon betroffen. Erkundigen Sie sich bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage.
  • Unternehmen Sie Überlandfahrten nur tagsüber und wenn möglich auf den asphaltierten Nationalstrassen.
  • Geschäftsleuten wird empfohlen, neue Geschäftsbeziehungen vorsichtig anzugehen und durch eine erfahrene, vertrauenswürdige Firma oder Agentur vermitteln zu lassen.

Es kommt immer wieder zu Betrügereien aus Westafrika, bei denen die Opfer per E-Mail und unter Vorgabe von Gründen aller Art zu Geldzahlungen oder Vorschussleistungen angehalten werden. Häufig stecken Betrüger dahinter, wenn:

  • Sie jemand wegen eines medizinischen oder anderen Notfalles (Raubüberfall, Verhaftung, Problem mit Behörden, Visumproblem etc.) um eine rasche Geldüberweisung bittet;
  • Sie um die Angabe von Bankverbindungen gebeten werden, um Erbschaften und andere Gelder zu überweisen
  • Sie Angebote erhalten, welche einen hohen Gewinn versprechen
  • Sie offiziell aussehende Beweisdokumente zugesandt erhalten. Solche sind oftmals gefälscht.

Verkehr und Infrastruktur

Mit Ausnahme der Hauptachsen ist der Zustand der Strassen schlecht. In der Regenzeit (Juni bis September) sind sie teilweise unpassierbar. Das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer und streunendes Vieh stellen ein erhebliches Unfallrisiko dar. Auch aus diesen Gründen wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Generell dürfen auch touristische Motive nur mit einer Bewilligung des Ministère de la Communication fotografiert werden.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit langjährigen Zuchthausstrafen geahndet.

Die Haftbedingungen sind prekär.

Kulturelle Besonderheiten

Der Grossteil der Bevölkerung ist muslimischen Glaubens. Passen Sie Kleidung und Verhalten den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist nur sehr beschränkt gewährleistet und in abgelegenen Gebieten besonders schwierig. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung, bevor sie Patienten behandeln. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen. Ernsthafte Verletzungen und Erkrankungen müssen im Ausland (Europa) behandelt werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 17 oder 25 30 63 83
Notruf Gendarmerie: 80 00 11 45 oder 25 30 62 71
Notruf Ambulanz: 25 30 66 44 oder 25 30 66 45

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Abidjan, Côte d‘Ivoire
Kooperationsbüro DEZA in Ouagadougou
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.