Bilaterale Beziehungen Schweiz–Kirgisistan

Die Schweiz und Kirgisistan unterhalten gute Beziehungen; sie beruhen auf der Kooperation in den Stimmrechtsgruppen der Bretton-Woods-Institutionen und der technischen Zusammenarbeit. Kirgisistan ist zudem ein Partner in der Wasserdiplomatie.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Kirgisistan ist Mitglied der Stimmrechtsgruppe der Schweiz beim Internationalen Währungsfonds (IWF), bei der Weltbank und bei der Globalen Umweltfazilität (Global Environment Fund, GEF).

Im Frühjahr 2012 hat der Bundesrat das bestehende DEZA-Kooperationsbüro in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek zu einer Botschaft aufgewertet. Sie wurde im November 2012 offiziell eröffnet.

Die Botschaft ist zuständig für die Interessenwahrung der Schweiz sowie für die technische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der DEZA und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

Im November 2013 wurde in Bischkek eine konsularische Sektion mit Visastelle öffnet.

Weltbank (en)
Internationaler Währungsfonds (en)
Globale Umweltfazilität (en)
Datenbank Staatsverträge

Die Schweiz engagiert sich zudem in Zentralasien im Bereich Wasserdiplomatie. Die Initiative «Blue Peace Central Asia» fördert die regionale Zusammenarbeit unter den fünf zentralasiatischen Ländern und unterstützt grenzüberschreitende Initiativen im Wassermanagement sowohl politisch als auch technisch. Ein Regionalberater mit Sitz in Almaty (Kasachstan) koordiniert die Aktivitäten der Schweiz in der Region.

Blue Peace: Wasser als Element der Sicherheit

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Investitionen aus der Schweiz sind bescheiden: Sie erreichten 2017 5.2 Millionen US$. Somit rangiert die Schweiz trotzdem unter den zehn wichtigsten Investoren in Kirgisistan. Die Schweiz bleibt der wichtigste Absatzmarkt für kirgisische Produkte. Kirgisistan exportiert hauptsächlich Gold in die Schweiz. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte 2017 347.6 Millionen CHF (ohne Gold waren es 15.1 Millionen CHF). Die Schweiz exportiert hauptsächlich pharmazeutische Produkte, Maschinen, optische und medizinische Geräte, Papier und Papierprodukte, Uhren sowie Edelsteine, Edelmetalle und Bijouterie.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Kirgisistan ist ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) engagieren sich in den Bereichen Reform des Gesundheitssektors, Entwicklung des Privatsektors, gute Regierungsführung, Wassermanagement (Trinkwasser. Bewässerung und Abwasser) und Klimawandel.

Für Kirgisistan stellen DEZA und SECO über die Kooperationsstrategie 2017–2020 insgesamt 88.4 Millionen CHF zur Verfügung. Seit 1993 hat die Schweiz durch ihre bilateralen Kooperationsprogramme 382 Millionen CHF in Kirgisistan investiert.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (Kirgisistan, Tadschickistan, Usbekistan)

Schweizerinnen und Schweizer in Kirgisistan

Ende 2017 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 68 Schweizerinnen und Schweizer in Kirgisistan.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz anerkannte die Unabhängigkeit Kirgisistans am 23. Dezember 1991. Zunächst kümmerte sich die Schweizer Botschaft in Moskau um die diplomatischen Beziehungen. Von 1993–2012 war die Schweizer Botschaft in der usbekischen Hauptstadt Taschkent für Kirgisistan zuständig.

1993 wurde in Bischkek ein DEZA-Kooperationsbüro eröffnet, welches im November 2012 in eine Botschaft aufgewertet wurde. Kirgisistan hat eine Mission bei den internationalen Organisationen in Genf, deren Botschafter seit 1996 in Bern akkreditiert ist.

Historisches Lexikon der Schweiz: Kirgisistan