Wiederaufbau des Ökosystems am Prespasee

Projekt abgeschlossen
Landschaft am Prespasee.
Landschaft am Prespasee. © UNDP

Der Prespasee liegt im Dreiländereck zwischen Albanien, Mazedonien und Griechenland. Sein Ökosystem ist aufgrund der Tier- und Pflanzenvielfalt von globaler Bedeutung. Die unsachgemässe Entsorgung von Abfällen ist weit verbreitet und führt zur Verschmutzung des Oberflächen- und Grundwassers. Die DEZA leistet einen Beitrag zur Sanierung der Gewässer und zur Stärkung des Umweltbewusstseins.

Land/Region Thema Periode Budget
Mazedonien
Klimawandel & Umwelt
Wasser
Umweltpolitik
Einsparung von Wasserressourcen
Wassersektorpolitik
01.12.2011 - 31.12.2018
CHF 6'682'000

Der Prespasee ist Teil eines weltweit einzigartigen hydrologischen Systems und gehört zu den «uralten» Seen mit einem geschätzten Alter von gegen 5 Millionen Jahren. Die Seenregion Ohrid-Prespa wurde im Jahr 2014 zu einem grenzüberschreitenden UNESCO Biosphärenreservat erklärt. Auf der mazedonischen Seite des Prespasees leben rund 17‘000 Menschen in der Gemeinde Resen. Die Gemeinde umfasst neben der eigentlichen Stadt noch 43 weitere Ortschaften in der Umgebung. Grundpfeiler der regionalen Wirtschaft ist die Landwirtschaft, namentlich der Apfelanbau. Die unsachgemässe Entsorgung von Abfällen in und um den See in der Vergangenheit hat zu einer Verschmutzung des Oberflächen- sowie des Grund- und Seewassers geführt.

Verbesserung des ökologischen Zustandes des Prespasees als Hauptziel 

Zusammen mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) unterstützt die DEZA die Gemeinde Resen in der Umsetzung des Massnahmenplans für das Wassereinzugsgebiet des Prespasees. Durch die Entsorgung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, hauptsächlich aus der Apfelproduktion, in den Gewässern gelangen grosse Mengen an Nährstoffen in den See. Im Rahmen des Projekts werden Massnahmen zur Reduktion der Nährstoffanreicherung festgelegt und umgesetzt. Weiter werden Feuchtgebiete, Flusskorridore und ökologische Pufferzonen wiederhergestellt, Schutzzonen ausgewiesen und die Erosion bekämpft. 

Erste Schritte in Richtung modernes Abfallbewirtschaftungssystem

Ein weiteres Ziel des Projektes ist die Etablierung eines nachhaltigen Abfallbewirtschaftungssystems und die Sanierung bestehender illegaler Deponien im Prespasee-Becken. Parallel dazu wurde das Recycling von Papier, Metall und anderen Materialien propagiert. Da die Apfelproduktion viel organischen Abfall produziert, wurde ein Kompostiersystem aufgebaut. Anstelle der Entsorgung der organischen Abfälle im See, werden diese zu organischem Dünger verarbeitet. Die Bäuerinnen und Bauern verwenden in ihrer täglichen Arbeit nun Kompost anstelle chemischer Düngemittel. Dadurch gelangen weniger Agrochemikalien in das Wasser. Aufgrund der durch das Projekt herbeigeführten nachhaltigeren Bewirtschaftung der Apfelplantagen hat die Pestizidverwendung bereits um über 30% abgenommen.

Gleichzeitig hat sich die Bodenqualität verbessert. Vom neuen Kompostiersystem profitieren Umwelt und Landwirte gleichermassen: Da weniger Agrochemikalien verwendet werden müssen, sinken für die Anbauer die Produktionskosten. In einem neu eingerichteten agrochemischen Labor können Bäuerinnen und Bauern zudem Bodenanalysen durchführen und so die Qualität ihrer Böden durch gezielte Massnahmen optimieren.

Auf dem Weg zu einer eigenständigen Projektimplementierung durch die Gemeinde 

Die Gemeinde Resen wurde von Beginn des Projekts weg durch das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) unterstützt. Bald wird sie die Umsetzung der verschiedenen Umweltschutzmassnahmen selbständig fortführen können. Die Partnerorganisation wird fortan nur noch ein Minimum an Unterstützung leisten. Die Gemeinde kann sich jedoch auf ein nachhaltiges System und bewährte Praktiken stützen, an deren Umsetzung sie aktiv beteiligt war. Ausserdem ist ein Team von Rangers ständig vor Ort, um Wilderei und Brände zu verhindern. Das Wasser des Sees wird regelmässig analysiert und die Bauern werden in Kursen mit umweltverträglichen Apfelanbautechniken vertraut gemacht.

Das Projekt hat zu einer stärkeren Sensibilisierung der Bevölkerung von Resen für Umweltthemen und zur Schärfung ihres Bewusstseins für die Bedeutung der Nachhaltigkeit beigetragen. 

Perspektiven 

Um die aus dem Prespasee-Projekt gewonnenen Erfahrungen an andere Regionen weitergeben zu können, wird das nationale Umwelt- und Planungsministerium bei der Ausarbeitung und Umsetzung weiterer Wasserbewirtschaftungspläne begleitet. Ein Projekt zur Sanierung des Einzugsgebiets des Flusses Strumica läuft bereits. 

Neben Mazedonien setzen auch die Anrainerstaaten Albanien und Griechenland Massnahmen zum Schutz des Prespasees um. Die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Koordination der Umweltmassnahmen sind eine wichtige Voraussetzung für den längerfristigen Erhalt dieses wertvollen Ökosystems.