Bilaterale Beziehungen Schweiz–Senegal

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Senegal sind vielfältig und von vielen ähnlichen Interessen geprägt. Zwischen den beiden Ländern finden regelmässig politische Konsultationen und hochrangige Treffen statt. Der Wille beider Länder, auf multilateraler Ebene, insbesondere in der UNO und der Internationalen Organisation der Francophonie, gemeinsam Initiativen zu ergreifen, gibt der Beziehung eine zusätzliche Dimension.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Senegal sind intensiv und vielfältig. Im Zentrum der bilateralen Beziehungen stehen die Sicherheit und Stabilität der Region und die Intensivierung des Handels.  

In einem 2015 unterzeichneten Memorandum of Understanding wurden jährliche politische Konsultationen beschlossen, welche auch den bis dahin existierenden Menschenrechtsdialog einschliessen. Die Schweiz und Senegal haben Abkommen in den Bereichen Handel, Luftfahrt, Investitionsschutz und technische Zusammenarbeit abgeschlossen. Die Beziehungen im Bereich Migration sind nicht formalisiert, funktionieren jedoch gut.

Datenbank Staatsverträge

Sicherheit und Stabilität in der Region sind für die Schweiz ein Anliegen. Die Zusammenarbeit mit Senegal im multilateralen Bereich ist insbesondere was die Thematik, Wasser, Frieden und Sicherheit sowie die Prävention von gewalttätigem Extremismus fruchtbar. Der Kampf gegen die Straflosigkeit und die Zusammenarbeit im Internationalen Strafgerichtshof sind ebenfalls ein wichtiger Pfeiler der bilateralen Beziehungen.

Regierung von Senegal

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Die Schweiz ist für Senegal der zweitwichtigste Exportpartner nach Mali. Das Handelsvolumen betrug 2017 305 Millionen CHF. Die Exporte aus der Schweiz betrafen hauptsächlich Maschinen sowie pharmazeutische und chemische Produkte, die Importe zum grössten Teil Gold. Die gesamte industrielle Goldproduktion Senegals wird in der Schweiz raffiniert. Die Schweiz setzt sich in diesem Zusammenhang in Senegal für eine bessere Einhaltung der Menschenrechte in der Rohstoffförderung ein.

Handelsunterstützung, Switzerland Global Enterprise SGE

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Der Bund unterstützt Senegal in Zusammenarbeit mit dem Kanton Waadt bei der Einführung eines dualen Berufsbildungssystems. Senegalesische Studenten können ausserdem von den MOOCs (Massive Open Online Course der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne) profitieren. 2016 waren 4000 Studenten dafür eingeschrieben.

Forschende und Kulturschaffende aus Senegal können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Es bestehen zahlreiche Kontakte zwischen Universitäten und Forschungsinstituten der beiden Länder.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Schweizerinnen und Schweizer in Senegal

2017 lebten 369 Schweizer Staatsangehörige in Senegal und 1381 senegalesische Staatsbürger in der Schweiz.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Bereits 1928 eröffnete die Schweiz in Dakar ein Konsulat. Damals lebten rund 100 Schweizer Staatsangehörige in Senegal. Nach der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 anerkannte die Schweiz den neuen Staat umgehend. Im Jahr darauf nahmen die beiden Länder diplomatische Beziehungen auf. Von 1962 bis 2010 leistete die Schweiz Entwicklungshilfe in Senegal.

Senegal, Historisches Lexikon der Schweiz