Bilaterale Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Sri Lanka sind gut. Die Schweiz engagiert sich seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen in Sri Lanka. Seit 2015 finden vermehrt hochrangige Treffen zwischen Vertretern der beiden Länder statt. Mit der Kooperationsstrategie 2016–2020 für Sri Lanka will die Schweiz den Reform- und Versöhnungsprozess unterstützen.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Während des Jahres 2015 gab es verschiedene hochrangige Treffen: Im März besuchte Bundesrat Didier Burkhalter Sri Lanka, im Mai gab es einen Arbeitsbesuch des SECO, und im September traf Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga Präsident Maithripala Sirisena am Rande der UNO-GV in New York. Im Januar 2016 fand ein Treffen zwischen Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und Premierminister Ranil Wickremesinghe am WEF in Davos statt. Im März 2016 empfing Bundesrat Didier Burkhalter seinen Amtskollegen Mangala Samaraweera zu einem Arbeitsbesuch in Bern.

Schweiz führt Unterstützung für Versöhnung und Reformen in Sri Lanka weiter und vertieft bilaterale Beziehungen, Medienmitteilung, 3.3.2016

Zwischen den beiden Ländern existieren verschiedene Abkommen, u. a. in den Bereichen Investitionsschutz, Luftverkehr und Doppelbesteuerung. Die Schweiz führt seit 2013 einen regelmässigen politischen Dialog mit Sri Lanka und unterzeichnete 2016 ein entsprechendes MoU.

Datenbank Staatsverträge

Am 17. Dezember 2015 wurde verwaltungsintern die neue Sri-Lanka-Strategie 2016–2020 verabschiedet, die einen «Whole of Government Approach» und zwei Hauptziele verfolgt:

  • Unterstützung des Reform- und Versöhnungsprozesses mit substanziellen und nachhaltigen Beiträgen in Sri Lanka;
  • Intensivierung der bilateralen Beziehungen mit Sri Lanka, insbesondere in Bezug auf politische Kontakte, Migrationszusammenarbeit, Wirtschaftsbeziehungen, Berufsbildung und kultureller Austausch.

Schwerpunkte des Schweizer Engagements in Sri Lanka 2016–2020, DEZA

Sri-lankische Regierung, offiziell (en)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Sri Lanka verzeichnete in den letzten Jahren ein Wirtschaftswachstum von rund 6%. Die bilaterale Handelsbilanz war für die Schweiz in den letzten Jahren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, negativ. 2015 wurden Waren im Wert von 165,2 Millionen Franken aus Sri Lanka importiert (-15% im Vergleich zum Vorjahr) und für 135,5 Millionen Franken (+17%) exportiert.

Seit 2010 hat sich die Gesamtzahl der Touristen, die nach Sri Lanka gereist sind, mehr als verdoppelt. 2014 haben insgesamt 1,5 Millionen Personen das Land besucht, davon 20’000 aus der Schweiz.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise

Friedensförderung und menschliche Sicherheit

Die Schweiz ist seit 2001 im Bereich der menschlichen Sicherheit in Sri Lanka aktiv. Seit 2003 ist ein Berater für menschliche Sicherheit an der Botschaft in Colombo tätig. Nachdem die Schweiz den Schwerpunkt bis 2006 auf die Friedenspolitik gelegt hatte, baute sie ihr menschenrechtspolitisches Engagement aus. Seit 2015 liegt der Fokus zum einen auf der Umsetzung der Resolution des Menschenrechtsrats zum Aufbau von Mechanismen einer Übergangsjustiz (Transitional Justice) durch eine aktive Unterstützung der lokalen Behörden. Zum anderen unterstützt die Schweiz die Regierung bei der bevorstehenden Verfassungsreform, die insbesondere eine Dezentralisierung und eine daraus folgende Lösung des ethnischen Konflikts zum Ziel hat. Ebenso führt die Schweiz weiterhin einen Dialog mit der Diaspora, um diese an die zwei Prozesse heranzuführen. Zudem legt die Schweiz besonderes Augenmerk auf das wichtige Thema der Verschwundenen. Die Beiträge der Schweiz trugen wesentlich zu einem koordinierten Ansatz der internationalen Gemeinschaft im Menschenrechtsbereich bei.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die Schweiz (DEZA) leistete zwischen 2003 und 2016 humanitäre Hilfe. Aufgrund des Tsunami Ende 2004 sowie des Wiederaufflammens des Bürgerkriegs von 2007–2009 wurde das Engagement ausgeweitet, wovon mehr als 50’000 Menschen profitiert haben. Zwischen dem Ende des Konflikts 2009 und 2015 wurden in den Provinzen Jaffna und Kilinochchi mehr als 5000 Häuser wiederaufgebaut. Nebst dem Infrastrukturbau (Häuser, Schulen, Kindergärten und Wasserversorgung) wurden auch flankierende Massnahmen eingesetzt wie z. B. Finanz- und Sozialberatung, Arbeit mit Eltern und Lehrern beziehungsweise Schulverwaltung oder Ausbildung und Kinderschutz. Das Budget für die Strategie der Humanitären Hilfe 2013–2015 belief sich auf ca. 7 Millionen Franken pro Jahr. Der schon länger geplante Ausstieg der Humanitären Hilfe wurde Ende April 2016 abgeschlossen.

Das Globalprogramm Migration und Entwicklung (GPME) der DEZA ist seit 2010 durch sein «Safe Labour Migration» Programm in Sri Lanka tätig. Einerseits unterstützt die Schweiz die Umsetzung der Gesetze für Arbeitsmigrierende durch die Behörden, andererseits hilft sie lokalen Sozialhilfeorganisationen bei der Verbesserung ihrer Dienstleistungsangebote für die zurückgebliebenen Familien. Zudem werden der Dialog mit den Zielländern und die Reintegration von Rückkehrenden gefördert und vereinfacht.

Das SEM kofinanziert seit November 2014 ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit zur beruflichen Aus- und Weiterbildung mit rund 750ʼ000 Franken für eine Dauer von zwei Jahren (2014–2016). Das Projekt zielt auf eine Verbesserung der Lebensperspektiven in den vom Krieg besonders betroffenen Regionen ab und bietet jungen Menschen eine Option zur irregulären Migration. Durch die Schweizer Beteiligung konnte das Angebot auf den Osten Sri Lankas ausgedehnt werden.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Schwerpunkte des Schweizer Engagements in Sri Lanka 2016–2020 (PDF, Seite 1, 108.0 kB, Deutsch)

Schweizerinnen und Schweizer in Sri Lanka

480 Schweizerinnen und Schweizer leben Staatsangehörige in Sri Lanka.

Kulturaustausch

Die schweizerische Botschaft in Colombo organisiert regelmässig kulturelle Events wie Filmfestivals, Ausstellungen, Konferenzen und Konzerte.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz anerkannte den neuen Staat Sri Lanka zum Zeitpunkt der Erlangung der Unabhängigkeit 1948. 1956 wurden diplomatische Beziehungen aufgenommen. 1968 entsandte die Schweiz den ersten Botschafter nach Colombo. Die Eidgenossenschaft ist Eigentümerin der Grundstücke der Residenz (erworben 1966) und der Botschaft (1990).

Sri Lanka verfügt über eine Botschaft in Berlin, welche ebenfalls für die Schweiz zuständig ist, sowie über ein Generalkonsulat in Genf und ein Honorarkonsulat in Zürich.

Sri Lanka, Historisches Lexikon der Schweiz