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Wirtschaft und Menschenrechte
Unter anderem durch die Globalisierung der Wirtschaft setzen sich immer mehr transnationale Unternehmen mit den Auswirkungen ihrer Präsenz auf die Gesellschaft in einem Land auseinander. Dazu gehören auch Entwicklungs- und Transitionsländer, deren staatliche Strukturen schwach sind oder in denen Unruhen herrschen.
Staaten müssen Menschenrechte garantieren
Im Prinzip gehört es zu den Aufgaben von Staaten, für die Einhaltung der Menschenrechte zu sorgen. Sie sind verpflichtet
- Menschenrechte zu achten und nicht zu verletzen
- Beeinträchtigung von Menschenrechten durch Dritte zu verhindern
- Massnahmen zu ergreifen, um die volle Verwirklichung der Menschenrechte zu realisieren
Unternehmen mitverantwortlich
Obwohl sich die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte an Staaten richtet, hält sie fest, dass alle Organe der Gesellschaft verpflichtet sind, die Menschenrechte zu fördern und anzuerkennen. Unternehmen sind also mitverantwortlich bei der Menschenrechtsförderung.
Das Engagement für Menschenrechte liegt auch im unternehmerischen Eigeninteresse. Unternehmen sind zunehmend mit sozialen und ökologischen Erwartungen aus der Gesellschaft konfrontiert, deren Verletzung zu Image- und Rufschäden führen kann (beispielsweise Kinderarbeit). Zudem investieren sie öfter in Länder, in denen die Menschenrechtssituation bedenklich ist oder in Konfliktregionen. Der Einsatz von Unternehmen für die Menschenrechte kann zu politischer Stabilität, zu einem soliden Risikomanagement und zu idealen Produktions- und Investitionsbedingungen beitragen.
Das Engagement der Schweiz
Für ein Land wie die Schweiz, das auf einen regen weltweiten wirtschaftlichen Austausch angewiesen ist, sind stabile Verhältnisse und gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft von grosser Bedeutung. Es liegt also im eigenen Interesse, wenn sie sich weltweit für eine nachhaltige Entwicklung, für Frieden und Stabilität, eine gute Regierungsführung und die Achtung der Menschenrechte einsetzt. Dazu gehören folgende Massnahmen:
- Förderung des Dialoges zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, unter anderem durch Diskussions- und Lernplattformen.
- Das Thema Menschenrechte und Wirtschaft mit anderen Ländern diskutieren.
- Einsatz auf internationaler Ebene für die Neu- und Weiterentwicklung von Initiativen, beispielsweise für den "Global Compact "der Vereinten Nationen (UNO) oder die "Leitsätze für multinationale Unternehmen" der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD).
- Unterstützung der verstärkten Ausrichtung der Programme von Währungsfonds und Weltbank auf die Armutsbekämpfung.
- Finanzierung von Forschungsprojekten.
- Entwicklung von Instrumenten zur Integration von Menschenrechten in die Geschäftsabläufe.
- Beratung von Unternehmen.
- Analyse politischer Risiken.
