Bilaterale Beziehungen Schweiz–Guatemala

Die Schweiz unterhält gute Beziehungen zu Guatemala. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern konzentriert sich auf die Bereiche Wirtschaft, Justiz und Sicherheit, Kulturaustausch und Wissenschaft. 

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz und Guatemala haben in verschiedenen Bereichen Abkommen abgeschlossen: Handel, Luftverkehr, Investitionsförderung und Investitionsschutz. Die konsularischen Angelegenheiten werden von der Schweizer Botschaft in San José (Costa Rica) behandelt. Die Schweizer Botschaft setzt folgende Schwerpunkte: Stärkung des Justizsystems, Kampf gegen die Straflosigkeit, Schutz der Menschenrechte, Vergangenheitsarbeit, Umweltschutz und Klimawandel, Wirtschaftsförderung und Kulturaustausch.

Datenbank Staatsverträge

Regierung Guatemalas (es)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Der Handel zwischen Guatemala und der Schweiz ist bescheiden. 2017 importierte die Schweiz Güter im Wert von 49 Millionen CHF, darunter hauptsächlich Landwirtschaftsprodukte. Die Exporte nach Guatemala beliefen sich 2017 auf 28,7 Millionen CHF, namentlich Maschinen, Chemikalien, Pharmazeutika und Uhren. 2014 ist das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und den zentralamerikanischen Staaten (Costa Rica und Panama) in Kraft getreten. Guatemala unterzeichnete 2015 das Beitrittsprotokoll zum Abkommen. Der Ratifizierungsprozess läuft.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Forschende aus Guatemala können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) führt in Zusammenarbeit mit der Universität del Valle ein Projekt zur Förderung des Wissenstransfers zwischen moderner Medizin und traditioneller Maya-Medizin im Bereich der Krebsbehandlung (MACOCC) durch.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI 

Friedensförderung und Menschliche Sicherheit

Das EDA setzt sich in Guatemala gegen die Straflosigkeit ein, unterstützt die Vergangenheitsbewältigung, fördert den Frieden, die Rechte der Frauen sowie die freie Meinungsäusserung und Pressefreiheit und spricht sich für ethnische Vielfalt aus. Verschiedene Schulungsmassnahmen und Ausstellungen zu diesen Themen wurden durchgeführt bzw. unterstützt.

Vergangenheitsarbeit

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Zentralamerika ist eine Schwerpunktregion der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. 2017 hat die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) 38,8 Millionen CHF in Projekte in Zentralamerika investiert. Das Hauptgewicht ihrer Aktivitäten legt die DEZA zwar auf Nicaragua und Honduras, von Projekten mit regionalem Ansatz profitiert aber auch Guatemala. Dies etwa im Bereich Katastrophenprävention und -management im Zusammenhang mit Naturkatastrophen, die die Region immer wieder heimsuchen.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Kulturaustausch

Die Schweizer Botschaft unterstützt regelmässig Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen von Schweizer und guatemaltekischen Künstlerinnen und Künstlern.

Schweizerinnen und Schweizer in Guatemala

Ende 2017 lebten 1165 Schweizerinnen und Schweizer in Guatemala.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

1821 erlangte Guatemala die Unabhängigkeit. Der guatemaltekische Nationalstaat wurde indessen erst 1839 gegründet und von der Schweiz umgehend anerkannt. Seit 1891 besteht in Guatemala-Stadt ein schweizerisches Konsulat, seit 1962 eine Botschaft. Diplomatische Beziehungen unterhalten die beiden Länder seit 1957

Guatemala, historisches Lexikon der Schweiz

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis