Bilaterale Beziehungen

Die Schweiz und Südafrika verbinden vielfältige und enge Beziehungen. Südafrika ist ein strategischer Partner der Schweiz und seit Langem einer der wichtigsten Wirtschaftspartner auf dem afrikanischen Kontinent.  Schwerpunkte der Zusammenarbeit auf Regierungsebene sind wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie Bildung, Wissenschaft und Innovation.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Im März 2008 unterzeichneten die Schweiz und Südafrika ein Memorandum of Understanding über den Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Frieden, Sicherheit und Menschenrechte, Wirtschaft und Handel, wirtschaftliche Entwicklung, Migration, Bildung und Weiterbildung sowie Wissenschaft und Kultur. Seither finden jährlich politische Konsultationen auf Ministerebene statt, bei denen sich die beiden Länder über laufende und zukünftige Kooperationen austauschen.

Ein Doppelbesteuerungsabkommen und ein Abkommen über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen regeln die Zusammenarbeit im Finanzbereich. Ein Abkommen zwischen der Zollunion des südlichen Afrika (SACU) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) erleichtern den Handel.

 Datenbank Staatsverträge

Southern African Development Community (en)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Südafrika ist einer der wichtigsten Wirtschaftspartner der Schweiz auf dem afrikanischen Kontinent. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte 2017 über 1,8 Milliarden CHF. Die Schweiz importiert insbesondere Edelmetalle, während Südafrika pharmazeutische Erzeugnisse, Maschinen, Präzisionsinstrumente und Uhren einführt.

Die über 100 Schweizer Firmen mit Filialen oder Produktionsstätten in Südafrika haben zur Schaffung von rund 70’000 Arbeitsplätzen beigetragen. In der Schweizer Botschaft in Pretoria ist ein Swiss Business Hub zur Handels- und Investitionsförderung integriert.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

 SwissCham Southern Africa (en)

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

2007 schlossen die Schweiz und Südafrika ein Abkommen über wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit ab. Seither hat das schweizerisch-südafrikanische Forschungsprogramm SSAJRP (Swiss South Africa Joint Research Programme) 61 gemeinsame Forschungsprojekte unterstützt.
Folgende Bereiche wurden berücksichtigt:

  • Saubere und umweltfreundliche Technologien (10 Projekte)

  • Nachhaltige Systeme (6 Projekte)

  • Übertragbare Krankheiten (20 Projekte)

  • Nichtübertragbare Krankheiten (15 Projekte)

  • Big Data mit Schwerpunkt Astronomie (2 Projekte)

  • Sozial- und Geisteswissenschaften (8 Projekte) 

Seit 2010 beteiligen sich die beiden Länder gemeinsam am SSABDP-Programm (Swiss South Africa Business Development Programme) zur Förderung unternehmerischer Initiativen. Im Rahmen von Weiterbildungsangeboten und Veranstaltungen des SSABDP für aufstrebende Unternehmen aus der Schweiz und Südafrika werden innovative Ansätze und der Aufbau von Unternehmensnetzwerken über Kontinente hinweg gefördert.

Forschende und Studierende aus Südafrika können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Universität Basel, gemeinsames Forschungsprogramm Schweiz-Südafrika (en)

Universität Basel, gemeinsames Forschungsprogramm Schweiz-Südafrika,

Ausbildung Hochschulen – Industrie (en)

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Junge Berufsleute, Staatssekretariat für Migration SEM 

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (SECO)

Südafrika ist ein Schwerpunktland des Programms für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Das SECO will in Südafrika in erster Linie ein inklusives und umweltfreundliches Wachstum fördern, das zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Stärkung der Resilienz und zum Abbau von Ungleichheiten beiträgt. Für den Zeitraum vom 2017 bis 2020 sieht das SECO für Aktivitäten in Südafrika insgesamt 55 Millionen CHF vor. Der Fokus liegt auf der Förderung

  • eines effizienten öffentlichen Sektors und einer soliden Finanzgouvernanz,
  • einer wettbewerbsfähigen und inklusiven Wirtschaft, die nachhaltige Beschäftigung und eine Integration in die internationalen Wertschöpfungsketten sicherstellt, sowie
  • eines klima- und umweltfreundlichen Wachstums durch kohlenstoffarme Industrien

SECO-Länderstrategie für Südafrika 2017–2020 (en)

SECO

Schweizerinnen und Schweizer in Südafrika

Ende 2017 lebten 8468 Schweizerinnen und Schweizer in Südafrika, namentlich in den zwei wirtschaftlich stärksten Provinzen des Landes, in Gauteng und in Western Cape. Dies ist mit Abstand die grösste Schweizer Kolonie auf afrikanischem Boden, lebt doch fast die Hälfte der Schweizer Staatsangehörigen auf dem Kontinent in Südafrika.

Kulturaustausch

Die Schweiz und Südafrika pflegen einen regen kulturellen Austausch, hauptsächlich in den Sparten Musik und Tanz, häufig mit privaten Partnern. Pro Helvetia ist in Südafrika mit einer Aussenstelle vertreten, die 2012 ihren Sitz von Kapstadt nach Johannesburg verlegt hat.

Büro von Pro Helvetia in Johannesburg

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Nach der Ankunft der ersten Schweizer in Südafrika erlebte der Handel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen raschen Aufschwung.

Das erste Schweizer Konsulat in Südafrika wurde 1887 in Pretoria eröffnet, gefolgt von einem Konsulat in Kapstadt im Jahr 1916. Der Vertretung in Pretoria erhielt 1952 den Status einer Botschaft.

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) engagierte sich bereits in der Endphase des Apartheidregimes Anfang der 1990er- Jahre in Südafrika und setzte sich für einen möglichst gewaltlosen Übergang zum neuen politischen System ein. Die Schweiz unterstützte die Arbeit der Wahrheits- und Versöhnungskommission (Truth and Reconciliation Commission, TRC).

Wahrheits- und Versöhnungskommission Südafrika (en)

Südafrika, historisches Lexikon der Schweiz