Bilaterale Beziehungen Schweiz–Kolumbien

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kolumbien sind eng und vielfältig und werden mit regelmässigen politischen Konsultationen und hochrangigen Treffen gepflegt. Kolumbien ist ein Schwerpunktland der Schweiz in den Bereichen wirtschaftliche Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Friedensförderung. Der wirtschaftliche Austausch zwischen den beiden Ländern ist rege.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kolumbien sind eng und vielfältig. Sie reichen von der Förderung des bilateralen Handels über wirtschaftliche Entwicklung sowie kulturelle und multilaterale Zusammenarbeit bis zu humanitärer Hilfe und Friedensförderung.

Die Schweiz und Kolumbien haben Abkommen in den Bereichen Investitionsschutz, Freihandel, Doppelbesteuerung, Rechtshilfe, Luftverkehr, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Kulturgüterschutz abgeschlossen.

Datenbank Staatsverträge

Kolumbianische Regierung (es)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Im Jahr 2017 importierte die Schweiz Güter im Wert von insgesamt 485 Millionen CHF aus Kolumbien, vor allem Edelsteine und Edelmetalle sowie landwirtschaftliche Produkte. Die Schweizer Exporte nach Kolumbien beliefen sich auf 487 Millionen CHF und betrafen hauptsächlich chemische und pharmazeutische Produkte, Maschinen und Präzisionsinstrumente. Die Schweizer Direktinvestitionen in Kolumbien betrugen 927 Millionen CHF per Ende 2016. Schweizer Firmen im Land beschäftigten rund 11’600 Angestellte.

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Kolumbianisch-schweizerische Handelskammer (en, es)

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Im März 2012 unterzeichneten die Schweiz und Kolumbien eine Absichtserklärung zur Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und weiteren wissenschaftlichen Institutionen beider Länder wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und seinem kolumbianischen Pendant «Colciencia» gefördert.

Forschende aus Kolumbien können sich beim SBFI um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Seit 2001 konzentriert sich das Programm der humanitären Hilfe auf die Unterstützung und den Schutz der vom Konflikt betroffenen Zivilbevölkerung. Für die Jahre 2017–2020 wurden dafür 35 Millionen CHF budgetiert.

Kolumbien ist seit 2009 ein Schwerpunktland des SECO im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit. Das Programm zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der kolumbianischen Wirtschaft zu stärken und das nachhaltige Wachstum zu fördern. Das im Rahmen der Kooperationsstrategie 2017–2020 vorgesehene Budget beläuft sich auf 55 Millionen CHF.

Kolumbien ist zudem Teil des Andenprogramms der DEZA in den Bereichen Anpassung an den Klimawandel und nachhaltiges Wassermanagement.

Kulturaustausch

Zum Ansehen der Schweiz in Kolumbien tragen zahlreiche Kulturveranstaltungen sowie die Schweizerschule «Colegio Helvetia» in Bogotá bei.

Schweizerinnen und Schweizer in Kolumbien

Ende 2017 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 2427 Schweizerinnen und Schweizer in Kolumbien.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz unterhält seit dem Ende des 19. Jahrhunderts konsularische und diplomatische Beziehungen zu Kolumbien. Ein 1908 abgeschlossener Freundschafts-, Niederlassungs- und Handelsvertrag verbesserte die Stellung der Schweizerkolonie. 1911 eröffnete die Schweiz in Bogotá ein Konsulat, 1940 eine Gesandtschaft und 1958 eine Botschaft. Seit 1974 besteht in Bogotá die kolumbianisch-schweizerische Handelskammer.

Kolumbien, Historisches Lexikon der Schweiz

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis

Automatischer Informationsaustausch in Steuersachen (AIA)

Die Schweiz und Kolumbien beabsichtigen, den gegenseitigen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) einzuführen. Informationen über Konten sollen gemäss dem internationalen AIA-Standard ab 2018 erhoben und ab 2019
ausgetauscht werden. Für weitere Informationen (PDF, 105.9 kB, Deutsch)