Bilaterale Beziehungen Schweiz–Ungarn

Das Verhältnis zwischen der Schweiz und Ungarn ist stark geprägt von den Ereignissen von 1956: Nach dem gescheiterten Aufstand gegen den Sowjetkommunismus fanden rund 12’000 ungarische Flüchtlinge in der Schweiz Asyl.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die beiden Länder pflegen enge diplomatische Beziehungen. Im Vordergrund steht die Zusammenarbeit im Rahmen des Schweizer Erweiterungsbeitrags an Ungarn.

Datenbank Staatsverträge

Gemeinsame Erklärung Schweiz–Ungarn, 16.06.2009 (PDF, Anzahl Seiten 2, 17.3 kB, Deutsch)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Ungarn ist für die Schweiz der drittwichtigste Handelspartner in Zentraleuropa. Die Schweizer Direktinvestitionen in Ungarn beliefen sich 2014 auf 1,45 Milliarden Euro. Dies entspricht rund 2,7 Prozent aller internationalen Direktinvestitionen in Ungarn. Die Schweiz gehört damit zu den zehn wichtigsten ausländischen Direktinvestoren in Ungarn.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Im Wissenschaftsbereich unterstützte die Schweiz durch den Erweiterungsbeitrag ein Partnerschaftsprogramm zwischen der deutschsprachigen Andrassy-Universität und der Universität St. Gallen sowie ein Stipendienprogramm für ungarische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Schweizer Hochschulen.

Forschende und Kunstschaffende aus Ungarn können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Der Schweizer Erweiterungsbeitrag

Ungarn gehört zu den Ländern, die im Rahmen des Schweizer Erweiterungsbeitrags Unterstützung erhalten. Es handelt sich um rund 131 Millionen Franken für die Fünfjahresperiode von Juni 2007 bis Juni 2012. Die Projektauszahlungen dauern bis 2017.

Ungarn – Partnerland des Schweizer Erweiterungsbeitrags

Schweizerinnen und Schweizer in Ungarn

Ende 2016 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 2075 Schweizer und Schweizerinnen in Ungarn.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Im Jahr 2000 hat die Schweiz als erstes europäisches Land die ungarische Identitätskarte als Reisedokument anerkannt.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Ungarn wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 unterbrochen, ein Jahr später aber wieder aufgenommen. Die Beziehungen kühlten sich ab, als Ungarn unter dem Einfluss der Sowjetunion eine kommunistische Volksrepublik wurde.

Als 1956 sowjetische Truppen eine ungarische Revolution gegen den Kommunismus niederschlugen, zeigte sich die Schweiz solidarisch. Sie nahm rund 12'000 ungarische Flüchtlinge auf und schickte Hilfslieferungen nach Ungarn.

Historisches Lexikon der Schweiz: Ungarn