Bilaterale Beziehungen Schweiz–Indonesien

Die Schweiz ist seit 1952 offiziell in Indonesien vertreten und engagierte sich bis 1997 umfangreich in der Entwicklungszusammenarbeit. Heute gehört Indonesien nach Japan, Singapur und China zur wichtigsten Destination für Schweizer Direktinvestitionen in Asien.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz und Indonesien haben 2011 vereinbart, regelmässig politische Konsultationen durchzuführen und die bilateralen Beziehungen zu vertiefen.

Die Schweiz arbeitet in der multilateralen Umweltpolitik (Wald, Biodiversität, Chemikalien und Umweltgouvernanz) seit Jahren eng mit Indonesien zusammen. Seit 2009 besteht mit Indonesien ein Memorandum of Understanding (MoU) über Dialog und Kooperation im Umweltbereich. Insbesondere die Zusammenarbeit im Chemikalien- und Abfallmanagement sowie im Waldbereich wurde in den letzten Jahren vertieft.

Nach dem Tsunami im Dezember 2004 leistete die Schweiz humanitäre Hilfe.

Datenbank Staatsverträge

Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung: Medienmitteilung, 29.06.2010 (Bundespräsidentin Leuthard reist zu Staatsbesuch nach Indonesien und anschliessend nach Singapur)

Offizielle Internetseite Indonesien (en)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Im Rahmen der wirtschaftspolitischen Strategie für Indonesien wurde Ende November 2009 eine gemeinsame Wirtschafts- und Handelskommission ins Leben gerufen. Seit 2008 ist Indonesien eines der sieben Prioritätsländer der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit, die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) geleitet wird. Mit seinem wirtschaftlichen Entwicklungsprogramm 2013–2016 unterstützt das SECO die Bemühungen Indonesiens um Reformen im Bereich des öffentlichen Sektors und im Wirtschafts- und Umweltbereich.

Gegenwärtig investieren rund 150 Schweizer Unternehmen in Indonesien. Per Ende 2012 betrugen die Schweizer Direktinvestitionen laut der Schweizerischen Nationalbank (SNB) insgesamt 6,941 Milliarden CHF. Diese Direktinvestitionen haben in Indonesien gemäss SNB über 53’000 Arbeitsplätze geschaffen. In Asien ist Indonesien nach Japan, Singapur und China die viertgrösste Destination für Schweizer Direktinvestitionen.

Laut indonesischen Statistiken realisierten Schweizer Unternehmen 2012 Investitionen in der Höhe von 255 Millionen USD verteilt auf 37 Projekte. Die Schweiz belegte damit den 12. Rang der wichtigsten ausländischen Investoren.

Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen EFTA–Indonesien sind im Gange.

Staatssekretariat für Wirtschaft SECO / Wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit

Staatssekretariat für Wirtschaft SECO / Länderinformationen

Handelsförderung (Switzerland Global Enterprise)

Friedensförderung und Menschliche Sicherheit

2003 lancierte die Botschaft in Jakarta ein Unterstützungsprogramm für Menschenrechte, Regierungsreformen und Peacebuilding. Seit 2005 führt die Schweizer Botschaft mit dem indonesischen Ministerium für Justiz und Menschenrechte einen lokalen Menschenrechtsdialog, der von Projekten im Menschenrechtsbereich begleitet wird.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Für die Bewältigung der Folgen des Tsunami von 2004 sprach die Schweiz Mittel in der Höhe von 12,5 Millionen CHF, die in entsprechenden DEZA-Programmen eingesetzt wurden. Die Hilfeleistungen der Schweiz für die Aktivierung der Rettungskette nach dem schweren Erdbeben in Sumatra vom Oktober 2009 beliefen sich auf rund 2 Millionen CHF. Seither unterstützt die Schweiz Indonesien im Falle von Naturkatastrophen, insbesondere bei Überschwemmungen.

Schweiz und Indonesien: Internationale Zusammenarbeit

Schweizerinnen und Schweizer in Indonesien

Ende 2014 lebten 1152 Schweizerinnen und Schweizer in Indonesien.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Im Jahr 2012 haben die Schweiz und Indonesien das 60-jährige Bestehen ihrer bilateralen diplomatischen Beziehungen gefeiert.

Der Ausbau des Programms der Entwicklungszusammenarbeit 1971 führte zu einer Intensivierung der Beziehungen. Bis 1997 war Indonesien ein Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit (Gesamtvolumen der unterstützten Projekte: 277 Millionen CHF).

Die Schweiz eröffnete 1952 eine Vertretung in Jakarta. Sie anerkannte Indonesien im Jahr 1949, nachdem es 1945 von den Niederlanden unabhängig wurde. 1863 wurde in Batavia (heute Jakarta) ein Schweizer Konsulat eröffnet. 1916 folgte ein zweites in Medan (Nordsumatra). Bereits im 17. Jahrhundert liessen sich zahlreiche Schweizer in Indonesien nieder.

In den 1990er-Jahren entwickelte sich Indonesien – vor allem Bali – zu einer beliebten Feriendestination für Schweizer Reisende.

Historisches Lexikon der Schweiz: Indonesien