Strategie – Myanmar

Die Schweiz unterstützt Myanmar in vier Entwicklungsbereichen: Beschäftigung und berufliche Bildung; Landwirtschaft und Er­nährungssicherheit; Gesundheit, soziale Dienst­leistungen und lokale Gouvernanz sowie Frie­densförderung, Demokratisierung und Schutz. Der geografische Fokus liegt auf dem Südosten des Landes.

In Myanmar, wo etwa 60 Millionen Menschen leben, finden zurzeit drei einschneidende Veränderungen statt: der Übergang von einem autoritären Militär­regimezu einer demokratischen Staatsführung, der Wechsel von der zentralenPlanwirtschaft zur Markt­wirtschaft und der Wandel von einem 60 Jahre an­dauernden bewaffneten Konflikt zur Konsolidierung des Friedens. Die Fortschritte werden jedoch durch das anhaltende Misstrauen zwischen ethnischen, re­ligiösen undpolitischen Gruppen, die fortgesetzte Monopolisierung der Ressourcen durch eine wirt­schaftliche Elite und die schwachen sozialen Dienst­leistungen und Institutionen behindert.

Die Schweiz soll zur Festigung des Friedens und zur Bildung einer offenen, demo­kratischen Gesellschaft, zur Verringerung der chro­nischen Armut und zur Entwicklung einer nachhal­tigen Volkswirtschaft beitragen. In einer gemeinschaftlichen Herangehensweise koordinieren sämtlichen Akteure innerhalb der Bundesverwaltung ihre Aktivitäten. Wichtigste Partner der Entwicklungszusammenarbeit sind:

  • Schweizerische NGO: Swisscontact, 600 Jugendliche
  • Zentralregierung und Behörden aller Ebenen
  • Lokale NGO
  • Vertretungen ethnischer Gruppen
  • Internationale NGO: Norwegischer Flüchtlingsrat
  • Multilaterale Organisationen: UNFPA, WFP, IKRK, UNICEF, OCHA, UNHCR, IOM, UNOPS (Büro der Vereinten Nationen für Projektdienste)

Berufsbildung

Ausbildung und Zugang zu Beschäftigung

Die Schweiz arbeitet mit allen wichtigen Partnern zusammen (Regierung, Privatsektor, Entwicklungs­agenturen), um die Ausbildungsmöglichkeiten für junge und benachteiligte Menschen in ländlichen Gebieten auszubauen und um dem hohen Ausbildungsbedarf innerhalb des Tourismussektors nachzukommen. Zudem setzt sie sich für ei­nen Wandel der Politik im Berufsbildungssektor von Myanmar ein (Qualifikationsrahmen, Zertifizierungs­mechanismen, Standards).

Grund- und Berufsbildung

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Land und produktive Ressourcen für Bauernfamilien

Die Schweiz engagiert sich auf politischer Ebene für die Anpassung der nationalen Politik im Bereich Landnutzung und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Auf lokaler Ebene unterstützt sie im Südosten von Myanmar Initiativen zur Förderung von Wertschöpfungsketten im Bereich der kleinbäuerli­chen Kautschukgewinnung im küstennahen Flach­land und der nachhaltigen Nutzung der aquatischen Ressourcen im Golf von Mottama. In kritischen Si­tuationen und Notfällen wird durch Partner wie das Welternährungsprogramm (WFP) auch Nahrungs­mittelhilfe bereitgestellt.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Gesundheit, soziale Dienstleistungen und lokale Gouvernanz

Zugang zu Gesundheitsversorgung, Infrastruktur und Entscheidungsprozessen

Die Schweiz setzt sich für einen besseren Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen in den ländlichen Gebie­ten im Südosten von Myanmar ein, wobei die Gesund­heit von Müttern, Neugeborenen und Kindern im Mit­telpunkt steht. Zudem unterstützt sie die Entwicklung des Gesundheitssystems in Myanmar auf politischer Ebene.

Die Verbesserung der öffentlichen Infrastruk­tur wie Schulen, Strassen und Gesundheitszent­ren stellt nach wie vor einen wichtigen Beitrag der Schweiz in abgelegenen Regionen und ehemaligen Konfliktgebieten dar. Ebenfalls unterstützt wird eine Initiative zur Stärkung der Mitsprache und der Kapazi­täten von zivilgesellschaftlichen Organisationen und lokalen Behörden in der aktuellen Entwicklungsdebatte in Myanmar.

Gesundheit

Friedensförderung, Demokratisierung und Schutz

Unterstützung beim Übergang zu einer friedlichen und integrativen Gesellschaft

Im Bereich der Friedensförderung bietet die Schweiz den Verhandlungsparteien direkte Unterstützung, indem sie die Regierung und ethnische Gruppen berät. Ausserdem setzt sie sich für einen stärkeren Einbezug der Zivilgesellschaft und der Frauen in den Verhandlungsprozess ein.

Mit ihrem Engagement für die Demokratisierung will die Schweiz zur Ver­ankerung demokratischer Werte und Normen in der myanmarischen Gesellschaft beitragen. Sie setzt sich für die Stärkung des Rechtsrahmens ein, indem sie wichtige Reformen unterstützt (z. B. Wahlsystem, Justiz) und für die Ratifikation von zentralen interna­tionalen Instrumenten eintritt. Bei allen Aktivitäten werden verletzliche Gruppen, insbesondere intern Vertriebene, Flüchtlinge, Rückkehrende, Kinder und Minenopfer besonders berücksichtigt.

Gleichstellung von Mann und Frau – Gender und Frauenrechte

Geschichte der Zusammenarbeit

Verstärktes Engagement nach politischem Wandel

Die Schweiz, in erster Linie die Humanitäre Hilfe der DEZA, ist seit 1994 in Myanmar tätig. Im November 2012 eröffnete die Schweiz eine Botschaft in Myan­mar. Das humanitäre Engagement wird durch ein breiteres Programm ergänzt, das den Übergang zur Demokratie, die Friedenskonsolidierung und die Armutsbekämpfung unterstützt. Myanmar ist in das Regionalprogramm Mekong der DEZA integriert.

Engagement in fragilen Kontexten und Prävention von Gewaltkonflikten

Übersicht zur humanitären Situation und humanitäres Engagement der Schweiz in Rakhine Myanmar und Cox’s Bazar Bangladesh (en)