Energie – intensiver Austausch

Staumauer
Staumauer © EDA, Präsenz Schweiz

Die EU und die Schweiz pflegen seit Jahrzehnten einen intensiven Energieaustausch. Waren die Energiemärkte in Europa früher klar nationalstaatlich geprägt, so ist seit einigen Jahren ein EU-Energiebinnenmarkt in Entstehung. Dadurch verändert sich die rechtliche und wirtschaftliche Energiewelt rund um die Schweiz. Ein Stromabkommen mit der EU soll der Schweiz den vollwertigen Zugang zum europäischen Strombinnenmarkt gewähren und die Zusammenarbeit auch für die Zukunft absichern.

Die EU strebt eine emissionsarme, wettbewerbsfähige und sichere Energieversorgung an. Dies bedingt einen tiefgreifenden Wandel der heutigen Strukturen. Elektrizität wird mehr und mehr durch erneuerbare Energien produziert. Weil Sonne und Wind nicht regelmässig zur Verfügung stehen, wenn der Verbrauch hoch ist, steigt der Bedarf an Flexibilität und Vernetzung. Mit dem Energiebinnenmarkt will die EU sicherstellen, dass die Herausforderungen grenzüberschreitend und kostengünstig gemeistert werden.

Physikalisch ist die Schweiz bestens in das europäische Stromnetzwerk eingebunden. Seit dem Zusammenschluss der französischen, deutschen und schweizerischen Netze im Jahr 1958 spielt unser Land eine bedeutende Rolle als „Stromdrehscheibe“. Rund 10% aller grenzüberschreitenden Stromflüsse in Europa passieren unsere Grenzen. Wirtschaftlich profitieren die Schweizer Konsumenten und Produzenten stark von dieser Einbindung. Die Stromversorgung wird durch sie sicherer und günstiger. Auf der anderen Seite leistet die Schweiz dank ihren Wasserkraftwerken und Stromleitungen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der EU.

Stromabkommen zwischen der EU und der Schweiz

Während die Schweiz physisch sehr gut in das europäische Energiesystem integriert ist, verändert sich mit dem EU-Energiebinnenmarkt rund um die Schweiz die rechtliche und wirtschaftliche Realität. Um auf darauf zu reagieren und weil beide Seiten vom Stromaustausch profitieren, verhandeln die EU und die Schweiz über ein Stromabkommen. Mit dem Abkommen wollen beide Seiten eine sichere, marktorientierte, effiziente und umweltverträgliche Stromversorgung gewährleisten. In den Verhandlungen geht es im Wesentlichen um folgende Ziele und Themen: Gegenseitiger, freier und gleichberechtigter Marktzugang, einheitliche Anwendung der Regeln im Strombereich für alle Marktteilnehmer, fairer Wettbewerb, integrer und transparenter Stromgrosshandel, Strominfrastruktur (insbesondere Übertragungsnetze und grenzüberschreitende Verbindungsleitungen), grenzüberschreitender Stromhandel, Förderung von erneuerbaren Energien, Schutz der Umwelt im Strombereich, staatliche Beihilfen sowie Zusammenarbeit zwischen Vertragsparteien, Behörden und Organen. Weitere Informationen zu den Verhandlungen: siehe „Links“ unten.