Seventh round of exploratory talks with the EU

Switzerland is holding exploratory talks with the EU. In the course of discussions, Switzerland and the EU have developed a common understanding of the sectoral approach, also known as the package approach, proposed by the Federal Council. Background and information on the exploratory talks, which have been ongoing since March 2022, can be found here in the news ticker.

27.01.2023
Picture of Livia Leu and Juraj Nociar.

The seventh round of exploratory talks between the FDFA and the European Commission took place on 20 January 2023, between FDFA State Secretary Livia Leu and Juraj Nociar, the head of cabinet of the EU Commissioner responsible for Switzerland. © FDFA

Der Paketansatz des Bundesrats

Die Schweiz strebt eine Weiterentwicklung der Beziehungen mit der EU an. Der Bundesrat hat deshalb im Februar 2022 neue Lösungsvorschläge in Form des Paketansatzes entwickelt und beschlossen:

  • Statt die institutionellen Fragen in einem Abkommen zu regeln, das den Rahmen für andere Abkommen gibt (horizontaler Ansatz), sollen diese Fragen in jedem Abkommen einzeln gelöst werden (sektorieller Ansatz);
  • statt eines Abkommens soll ein ganzes Abkommenspaket zur Diskussion kommen, das insgesamt ausgewogener ist. Dies ermöglicht einen breiten Interessenausgleich und erhöht die Erfolgsaussichten allfälliger Verhandlungen.

Die Schweiz möchte sich an EU-Programmen beteiligen und neue Abkommen abschliessen können, beispielsweise ein Stromabkommen, ein Abkommen zur Lebensmittelsicherheit sowie ein Gesundheitsabkommen.

In einzelnen Abkommen braucht die Schweiz Ausnahmen und Schutzklauseln, um ihre essentielle Interessen schützen zu können. Bei der Personenfreizügigkeit ist dabei sicherzustellen, dass Weiterentwicklungen des EU-Rechts nicht zu einer Zuwanderung ins Sozialsystem führen, keine Unterminierung von Lohn- und Arbeitsbedingungen erfolgt und die Verfassungsmässigkeit sichergestellt ist.

Die Forderung von Ausnahmen rührt daher, dass die Schweiz nicht Mitglied der EU ist und daher weder die gleichen Rechte fordert, noch die gleichen Pflichten hat, wie ein EU-Mitgliedstaat. Die Schweiz strebt – unter Wahrung ihrer politischen Eigenständigkeit – eine weitgehende Beteiligung am EU-Binnenmarkt an. 

Sondierungen mit der EU-Kommission

Staatssekretärin Livia Leu wurde mit dem Bundesratsentscheid zum Paketansatz beauftragt, diesen mit der EU-Kommission zu sondieren. In diesen Sondierungsgesprächen wird das Potenzial des neuen Ansatzes ausgelotet; eine unerlässliche Vorbereitung für allfällige Verhandlungen. Am 17. Juni 2022 hat der Bundesrat beschlossen, die Sondierungen zu intensivieren. Seither wurden auch Gespräche auf technischer Ebene geführt (Personenfreizügigkeit und Staatliche Beihilfen). Das Ziel der Sondierungen ist, herauszufinden, ob eine genügend solide Basis vorhanden ist, um Verhandlungen zu beginnen.

Das InstA: Das war umstritten

Die Differenzen in für die Schweiz wesentlichen Punkten waren für die Schweiz unüberwindbar:

  • der Gefährdung des bewährten Schutzes vor Lohndumping (flankierende Massnahmen);
  • die befürchtete Zunahme von EU-Sozialhilfeempfängern und, die Unmöglichkeit von Entzug von Aufenthaltsrecht sowie die Ausschaffungen von straffälligen Personen (Unionsbürgerrichtlinie).
  • offene Fragen betreffend die Regelung der staatlichen Beihilfen («level playing field»)

Institutionelles Abkommen

Das Institutionelle Abkommen Schweiz-EU wird nicht abgeschlossen, 26.05.2021

Innenpolitische Abstützung

Entscheidend für den Erfolg allfälliger Verhandlungen ist neben dem Verhandlungsergebnis auch dessen breite innenpolitische Akzeptanz. Der Bundesrat führt deshalb parallel zu den Sondierungen regelmässig Gespräche mit den wichtigsten innenpolitischen Anspruchsgruppen in der Schweiz. Mit einem neu geschaffenen Sounding Board hat er den Dialog insbesondere mit den Sozialpartnern und der Wirtschaft verstärkt. Der Austausch mit Parlament, Kantonen und Parteien ist seit längerem institutionalisiert. Die enge verwaltungsinterne Koordination ist mit einer Steuerungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Departementen und der Bundeskanzlei sichergestellt.

Schweiz und EU: Eng verbunden

Die Schweiz und die EU sind eng verflochten und teilen dieselben Grundwerte. Dies zeigen diese Beispiele:

  • Die EU ist mit Abstand unser wichtigster Handelspartner. Rund die Hälfte unserer Exporte gehen in die EU. Etwa zwei Drittel der Importe stammen aus der EU.
  • Die Schweiz gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der EU, die EU ist die grösste Handelspartnerin der Schweiz. Bei den Dienstleistungen war die Schweiz im Jahr 2021 nach den USA und dem UK der drittwichtigste Dienstleistungshandelspartner der EU.
  • Ende September 2022 arbeiteten 374'000 Personen Grenzgängerinnen und Grenzgänger in der Schweiz. Oder andersrum: Die Schweiz fand 374'000’Arbeitskräfte in der EU/EFTA.
  • Forschungszusammenarbeit: Unter den Drittstaaten war die Schweiz 2014-2019 mit 2.2 Milliarden Euro die grösste Beitragszahlerin an das EU-Budget. 80 % davon waren dem Bereich Forschung und Innovation gewidmet.
  • Mit dem Bau der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen NEAT für rund 23 Mrd. CHF hat die Schweiz die Kapazitäten für umweltfreundliche Gütertransporte und den reibungslosen Handel im europäischen Binnenmarkt massgeblich erhöht.

Die EU und die Schweiz teilen die wichtigsten politischen Grundwerte («Wertegemeinschaft»): das bedingungslose Bekenntnis zu den Menschenrechten, zu einer offenen und liberalen Gesellschaft, zu einer pluralistischen Demokratie mit freier Meinungsäusserung und freien Medien, zum freien Handel als Motor für Wohlfahrt und Stabilität. Dies ist in Zeiten des Krieges und des Erstarkens autoritärer Kräfte besonders wichtig.

Geregelte Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU sind wichtig. Sie garantieren Wohlstand und Stabilität für beide.

20.01.2023 – Seventh round of exploratory talks with the EU

The seventh round of exploratory talks between the FDFA and the European Commission took place on 20 January 2023, between FDFA State Secretary Livia Leu and Juraj Nociar, the head of cabinet of the EU Commissioner responsible for Switzerland. Discussions focused on the new agreements, which could form part of the Federal Council's package approach, especially in the areas of food security, electricity and public health.

The package approach proposed by the Federal Council increases the scope for solutions. The essential interests of Switzerland can be better addressed. This approach therefore offers good conditions for a balanced alignment of interests. The EU is Switzerland's most important trading partner and Switzerland is the EU's fourth most important trading partner. Switzerland and the EU share the same fundamental values. The development and stabilisation of relations between Switzerland and the EU is a source of prosperity and stability for both.

09.12.2022 – Federal Council presents draft report Assessment of Swiss-EU relations

 The report’s document with the Federal Palace in the background.
The Federal Council concludes in the report that the bilateral approach remains the best solution for Switzerland. © FDFA

At its meeting on 9 December, the Federal Council discussed the draft report 'Assessment of Swiss–EU relations. The Federal Council concludes in the report that the bilateral approach remains the most favourable solution for Switzerland. The report was adopted subject to the outcome of the consultation of the foreign affairs committees of both chambers of Parliament. Parliament, for its part, had repeatedly called on the Federal Council to conduct an assessment of Swiss policy on the EU.

Projet Rapport « État actuel des relations Suisse–UE » (sous réserve de la consultation des commissions de politique extérieure du Conseil national et du Conseil des États)

Press release

23.11.2022 – Federal Council debates status of exploratory talks with EU

 Livia Leu speaks with Juraj Nociar.
Livia Leu in discussion with Juraj Nociar, Head of Cabinet of European Commission Vice-President Maros Sefcovic. © FDFA

On 23 November 2022, the Federal Council met to discuss Switzerland's relations with the European Union (EU). The main item on the agenda was the progress made in exploratory talks held thus far with the European Commission. The Federal Council welcomed the fact that progress had been made but noted that differences remained. It therefore decided to continue the in-depth exploratory talks phase.

Press release

11.10.2022 – Exploratory talks between Switzerland and the EU: organisational structure to ensure better management of policy and content

On 31 August 2022, the Federal Council decided to establish an organisational structure to ensure better management of policy and content for Switzerland's exploratory talks with the EU. This consists of a steering group involving all departments and a sounding board with representatives from the cantons, social partners and the business community. Both bodies are chaired by head of the FDFA and President of the Swiss Confederation Ignazio Cassis. The steering group was formed in September and the sounding board has been set up today.

Press release

25.02.2022 – Federal Council sets out approach for negotiations

A graphic illustrates the relationship between Switzerland and the EU.
Intensive exchange between Switzerland and the EU: thousands of people live, work and study in Switzerland and the EU. © FDFA

At its retreat dealing with European policy on 23 February 2022, the Federal Council continued to debate the issues at hand and adopted a set of guidelines for its negotiating package with the EU. Regarding the institutional issues, the Federal Council decided on a vertical approach aimed at anchoring the different aspects in each individual single market agreement. This will be the basis for initiating exploratory talks with the EU. Ongoing work on the existing regulatory differences will continue in parallel.

Presse release

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