Kosovo

Das voralpin geprägte Binnenland Kosovo ist der jüngste Staat Europas. Nebst politischen Integrations- und Reformprozessen wie Dezentralisierung besteht Bedarf an verbesserter Infrastruktur und beschleunigter wirtschaftlicher Entwicklung. Die Schweiz unterstützt sowohl die Zivilgesellschaft wie den Staat  in  diesem  Transitionsprozess  und  trägt zur regionalen und europäischen Integration Kosovos bei.

Karte von Kosovo

2008 proklamierte das kosovarische Parlament die Unabhängigkeit der damals unter UNO-Verwaltung stehenden Provinz. Obschon die Unabhängigkeit Kosovos bis heute nicht von allen Ländern anerkannt ist und die UNO Verwaltung weiterhin besteht, startete die EU 2008 ein umfassendes Programm für den Aufbau des neuen Staates. Der kosovarische Transitionsprozess   kommt   nur   langsam   voran. Noch lebt ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.  Trotz  Verbesserungen  mangelt  es an Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen, dazu kommt eine hohe Arbeitslosigkeit. Der vorwiegend von ethnischen Serben bewohnte Norden des Landes tut sich weiterhin schwer mit der Integration in den Kosovo.

Demokratische Regierungsführung und Dezentralisierung

Die Dezentralisierung von Politik und Administration ist ein Schlüsselfaktor für das friedliche Zusammenleben in Kosovo. Die Schweiz unterstützt den Aufbau lokaler Verwaltungen, die qualitativ hochstehende Dienstleistungen bieten. Konkret sollen die von der Schweiz geförderten Gemeindeverwaltungen künftig transparent, zuverlässig und effektiv handeln.

Staats- und Wirtschaftsreformen

Anwaltschaft und gute Regierungsführung

Wirtschaft und Beschäftigung

Zu den Zielen der Schweizer Zusammenarbeit in Kosovo  gehört ein dynamischer Privatsektor, der gut  ausgebildeten jungen  Menschen attraktive

Arbeitsmöglichkeiten bietet. Deshalb investierte sie bisher in eine marktorientierte Berufsbildung. Kompetente Institutionen zur Arbeitsvermittlung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Stellensuchende Arbeit und Firmen Angestellte finden. Deshalb setzt sich die Schweiz für Verbesserungen sowohl bei der öffentlichen wie bei der privaten Arbeitsvermittlung ein. Damit will man bei Jugendlichen die Zeit zwischen dem Eintritt in den Arbeitsmarkt und dem Stellenantritt verkürzen und die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 8% bis 10% senken.

Privatsektorentwicklung und Finanzdienstleistungen

Wasser

Bis 2016 sollen mehr als 80% der ländlichen Bevölkerung an das öffentliche Wassernetz angeschlossen sein (2011 waren es etwa 60%). Um dies zu erreichen, unterstützt die Schweiz den Bau von Wasserversorgungssystemen. In den Städten finanziert die Schweiz den Bau von Kläranlagen, damit Kosovo künftig vermehrt EU-Normen in der Abwasserentsorgung einhalten und die teilweise gravierende Verschmutzung der Flüsse verringern kann.

Wasser 

Gesundheit

Mit der Förderung einer Grundversorgung trägt die Schweiz zur Verbesserung der medizinischen Dienstleistungen in Kosovo bei. Im Rahmen des Reformprozesses berät sie den kosovarischen Staat und setzt sich insbesondere dafür ein, dass künftig auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen verbesserten Zugang zum Gesundheitssystem haben.

Gesundheit 

Migration

Seit 2010 unterhält die Schweiz mit Kosovo eine Migrationspartnerschaft, in deren Rahmen sich Vertreter beider Länder regelmässig austauschen. Mit Hilfe gezielter Massnahmen in der Migrationspolitik, beim Migrationsmanagement und der Schaffung von Reintegrations-mechanismen sollen die Kapazitäten der kosovarischen Migrationsbehörden gestärkt werden.

Migration

Frieden und Sicherheit

Konfliktprävention und Stabilisierung

Die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) der Politischen Direktion des EDA engagiert sich in den Bereichen politischer Dialog und Vertrauensbildung. Der Einbezug und die Unterstützung von Minderheitengruppen, Konfliktverarbeitung und Übergangsjustiz sind dabei wichtige Themen.

Seit Oktober 1999 beteiligt sich das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit der SWISSCOY an der internationalen friedensunterstützenden Mission Kosovo Force (KFOR).

Engagement in fragilen Kontexten und Prävention von Gewaltkonflikten

Herangehensweise und Partner

Die Schweiz koordiniert ihre Transitionszusammenarbeit eng mit den örtlichen Behörden, anderen Geberländern und internationalen Organisationen wie dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und der Weltbank. Alle Programme der Schweiz integrieren die Prinzipien der guten Regierungsführung und der Gleichberechtigung.

Wichtige Partner der Schweiz im Kosovo sind:

  • Schweizerische NGOs, z.B. Helvetas/Swiss Intercooperation, Hilfswerk der Evangelischen Kirchen HEKS, Swisscontact, Caritas, Terre des Hommes
  • Internationale NGOs und Firmen
  • Nationale Partner: Ministerien und Gemeinden, Organisationen der lokalen Zivilgesellschaft, z.B. Community Development Initiatives, Voice of Roma, Ashkali and Egyptians
  • Multilaterale Organisationen, z.B. Weltbank, UNDP
  • Fürstentum Liechtenstein, Österreich

Geschichte der Zusammenarbeit

Von der Humanitären Hilfe zur Transitionsunterstützung

Die Zusammenarbeit mit der heutigen Republik Kosovo begann nach Ende des bewaffneten Konflikts von 1998–1999 mit dem Fokus auf Humanitäre Hilfe, Wiederaufbauhilfe und Rückkehrhilfe für Flüchtlinge. Anfang 2000 wurden die humanitären Aktivitäten und die anschliessend lancierte Rückkehrhilfe durch verschiedene Massnahmen zur Wiederaufbauhilfe, Existenzsicherung und Kulturförderung ergänzt. Seit 2004 konzentriert sich die Transitionsunterstützung auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung.

Dokumente

Aktuelle Projekte

Objekt 1 – 12 von 15

Korruptionsbekämpfung im Kosovo

Vier junge Entwickler diskutieren an einem Tisch IT-Lösungen für mehr Transparenz in der Gemeindeverwaltung.

01.05.2016 - 30.04.2020

Im Kosovo ist die Korruption in den staatlichen Institutionen allgegenwärtig und führt zu einem Vertrauensverlust der Bevölkerung in das System. Die DEZA unterstützt ein Projekt, das diesem Missstand entgegenwirken will, indem es sich für die Transparenz der Institutionen einsetzt und die Bürgerinnen und Bürger auffordert, schlechte Praktiken zu melden.

Land/Region Thema Periode Budget
Kosovo
Rechtsstaatlichkeit - Demokratie - Menschenrechte
Dezentralisierung - Lokale Gouvernanz - Demokratisierung (inkl. Rechenschaftspflicht)

01.05.2016 - 30.04.2020


CHF 525'000



DEZA unterstützt Gemeindeautonomie und politische Partizipation in Kosovo

Ein junger Herr hält ein Mikrofon in der Hand und hört der Diskussion gebannt zu.

01.01.2014 - 31.12.2017

Kosovo bemüht sich seit der Unabhängigkeit im Jahr 2008, die Verwaltung zu reformieren und zu dezentralisieren. Die lokale Selbstverwaltung in den 38 Gemeinden soll ausgebaut werden. Das DEZA-Projekt «Decentralisation and Municipal Support» (DEMOS) unterstützt 17 Gemeinden dabei, ihren Service für Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

Land/Region Thema Periode Budget
Kosovo
Rechtsstaatlichkeit - Demokratie - Menschenrechte
Dezentralisierung - Lokale Gouvernanz - Demokratisierung (inkl. Rechenschaftspflicht)

01.01.2014 - 31.12.2017


CHF 12'820'000



Mehr Arbeitsmöglichkeiten für Jugendliche in Kosovo

Ein Mann betrachtet das Gemüse.

01.04.2013 - 15.11.2017

Kosovo ist mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit konfrontiert. Ein Grund dafür ist die ungenügende internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Das Projekt «Promoting Private Sector Employment» (PPSE) stärkt Unternehmen aus der Nahrungsmittel- und Tourismusindustrie und fördert die Schaffung neuer Arbeitsplätze.   

Land/Region Thema Periode Budget
Kosovo
Wirtschaft und Beschäftigung
Förderung des Arbeitsmarkts

01.04.2013 - 15.11.2017


CHF 7'130'000



Notare entlasten Gerichte

01.03.2012 - 30.06.2017

Im ehemaligen Jugoslawien hat es keine Notare gegeben. Ihre Aufgaben wurden von Amtsgerichten wahrgenommen. Das ist bis heute so geblieben. Die Amtsgerichte sind chronisch überlastet und können ihre Funktion nicht zufriedenstellend erfüllen. Das Projekt unterstützt die Regierung Kosovos bei der Einführung eines Notariatssystems und trägt damit zur Entwicklung der Rechtsstaatlichkeit im Land bei.

Land/Region Thema Periode Budget
Kosovo
Rechtsstaatlichkeit - Demokratie - Menschenrechte
Weiterentwicklung von Recht und Rechtsprechung

01.03.2012 - 30.06.2017


CHF 1'150'000



Enhancing Youth Empolyability (EYE)

01.01.2017 - 31.12.2020

In order to improve the market opportunities for youth in Kosovo, the EYE program will facilitate matching between the demand (employer) and supply (potential employees) of the labour market. It contributes to ensuring the availability of adequately trained young women and men to meet the requirements of the private sector. It is expected that by end of 2020, 5,000 more young women and men will be employed, 20,000 will have better skills and 100,000 will have better career information and will make informed career choices.


Democratic Society Promotion (DSP)

01.07.2014 - 30.06.2018

The democratic development of any country must include - besides institution building - support to an active citizenry to demand transparent, accountable and inclusive governance. DSP funds civic initiatives that advance democracy and inclusion in Kosovo. The promotion of civic participation, ethnic cohesion, gender equality and - as new component - diaspora participation are at the core of this programme.


Rural Water and Sanitation Support Programme Kosovo (RWSSP V)

01.11.2013 - 31.12.2017

Since 2005, the Swiss Rural Water and Sanitation Support Programme has provided access to safe drinking water and sanitation to more than 150,000 people living in rural area. The programme is building infrastructure, strengthening managing capacity, and developing the sector framework conditions. It is expected that by 2017, 320,000 people will benefit and that the Regional Water Companies maintain effectively the water networks.


Accessible Quality Healthcare (AQH)

01.11.2013 - 31.12.2019

AQH project will improve people’s care seeking and health condition by improving access to and quality of services offered at Primary Health Care (PHC), with a focus on vulnerable communities. By strengthening the clinical capacity, managerial competence and feedback mechanisms AQH will increase the quality of services provided as well as enhance the system’s responsiveness to the needs of communities. As a contribution to strengthening the gate-keeping role of PHC, it contributes to the health sector reforms Kosovo has initiated.


Improving Financial Protection and Quality of Care (Contribution to a World Bank Hybrid Trust Fund)

01.09.2013 - 31.03.2019

Kosovo has initiated a wide-ranging health sector reform, a cornerstone of which is the introduction of the mandatory health insurance. Given the complexity of the reforms, technical support will be crucial in assisting an effective implementation. Moreover, a better informed targeting of public subsidies will protect poor people from either foregoing health care or being impoverished due to out of pocket payments for health care in case of ill health.


Lugano Summer School - Support for health professionals and managers from Low- and Middle-Income Countries with a SOC health focus

01.05.2013 - 30.04.2017

Empowering the workforce at all levels and within each of the building blocks of the health system through training is mandatory for improving health system performance. Therefore the goal of the of the Lugano Summer School is to strengthen and sustain the capacity of health professionals in selected low and middle income countries to manage, develop and promote health services and health systems at conceptual, strategic, and operational levels.


Wastewater treatment plant Peja, Kosovo, with KfW

01.11.2015 - 31.12.2020

SECO is consolidating its support to the wastewater sector in Kosovo. The construction of a wastewater treatment plant in Peja is the second project of this kind SECO is co-financing with Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Kosovo. The project involves investment measures and institutional strengthening, as well as policy dialogue.


Europe and Central Asia : PPP Transaction Advisory Program

01.06.2015 - 31.12.2020

The ECA Program, managed by the International Finance Corporation IFC, is providing infrastructure transaction advisory and capacity building services to the public sector authorities to promote Public-Private Partnerships in Southeastern Europe and Central Asia.

Objekt 1 – 12 von 15