Die Mekong Region (Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Laos, Myanmar, Vietnam)

Die Schweiz zielt darauf ab, Armut zu reduzieren, eine gerechte und nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, und eine demokratische Regierungsführung in Kambodscha und der Demokratischen Volksrepublik Laos mit ihren eigenen Landesprogrammportfolios, sowie regionalen Projekte, zu denen Vietnam und Myanmar gehören, zu fördern. Die allgemeine regionale Begründung soll dazu beitragen, die Entwicklungslücke zwischen den CLMV-Ländern und den besser gestellten ASEAN-6 Ländern zu schliessen.

Karte der Region Mekong (Laos, Vietnam, Kambodscha, Myanmar)
© EDA

Allein in den letzten 20 Jahren erlebten die Länder in dieser Region ein stabiles Wirtschaftswachstum. Somit konnten Kambodscha und die Demokratische Volksrepublik Laos den Status eines Landes der mittleren Einkommensgruppe (unterer Bereich) erreichen, sie konnten allerdings nicht aus der Kategorie der am wenigsten entwickelten Länder aufsteigen. Das Wirtschaftswachstum führte zu einer beeindruckenden Armutsminderung. Große Herausforderungen, wie z. B. zunehmende Ungleichheiten, mangelnde Einbeziehung schutzbedürftiger Bürger, insbesondere von Frauen und Minderheiten in ländlichen und abgelegenen Gebieten, schwache institutionelle Kapazitäten und Umweltzerstörung hielten allerdings an und wuchsen sogar teilweise. Wenn diese Herausforderungen nicht angemessen angegangen werden, könnte die Stabilität und die zukünftige Entwicklung dieser Region gefährdet werden.

Die Schweiz wird auch zukünftig die aktuellen Entwicklungsherausforderungen in drei Hauptbereichen fortsetzen. Diese stehen im Einklang mit den nationalen Entwicklungsprioritäten und beziehen sich auf Regierungsführung und Bürgerbeteiligung, Landwirtschaft und Entwicklung von Sicherheit und Qualifikationen, sowie Beschäftigung. In Kambodscha wird die Gesundheit von Müttern und Kindern weiterhin unterstützt.

Die Aktivitäten der Schweiz in der Region umfassen die übergreifenden Themen der Geschlechtergleichstellung, Regierungsführung und Anpassung an den Klimawandel (CCA) sowie Katastrophenvorsorge (DRR).

Die Zusammenarbeit der Schweiz basiert auf der Botschaft des Bundesrates zur internationalen Zusammenarbeit der Schweiz zwischen 2017-2020, geführt von der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, sowie der Verpflichtung, die Umsetzung der Prinzipien der Entwicklungswirksamkeit zu unterstützen und gleichzeitig einen Gesamtregierungsansatz sogenannt «Whole of Government Approach» anzuwenden. In diesem Sinne engagiert sich die Schweiz als Mitglied in der gemeinsamen Programmplanung Europas in Kambodscha und der Demokratischen Volksrepublik Laos, unterstützt Multi-Stakeholder-Partnerschaften und stimmt sich mit den bestehenden ergebnisbasierten nationalen Entwicklungsplänen ab. Die Präsenz in der Region ist auch vom Status der Schweiz als sektoraler Dialogpartner der ASEAN inspiriert. Die Schweiz  betrachtet letztere als eine der Schlüsselorganisationen, um die Entwicklungslücke zwischen deren Mitgliedsstaaten zu füllen.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Zur Verbesserung der Ernährungssicherheit unterstützt die Schweiz eine verantwortungsvolle Land- und Forstpolitik. Dieser Bereich ergänzt die Arbeit auf Landesebene sehr stark und nutzt zudem Synergien eines regionalen Ansatzes, um ermöglicht Kleinbauern Zugang und Kontrolle über Land und Wälder. Weiterhin baut dieser Bereich auf die wachsende Bereitschaft der Regierungen, die Landesführung und die Sicherheit von Kleinbauern zu berücksichtigen, und berücksichtigt, dass grosse Landinvestitionen oft grenzüberschreitend sind.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Regierungsführung und Bürgerbeteiligung

Weiterhin unterstützt die Schweiz Bemühungen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Regierungsführung. Dieser Bereich konzentriert sich auf die Stärkung regionaler Multi-Stakeholder-Plattformen und -Institutionen in der CLMV-Region, um Wissen auszutauschen und grenzübergreifende Themen wie z. B. Wasserressourcen effektiv zu verwalten. Diplomatie, Vertrauensbildung und zivilgesellschaftliches Engagement sind zentrale Aspekte dieser Bemühungen, die letztlich nicht nur zu wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen führen sollten, sie sind ausserdem gleichermassen wichtig für die Erhaltung von Frieden und Stabilität.

Anwaltschaft und gute Regierungsführung

Kompetenzentwicklung und Beschäftigung

Die Bemühungen der Schweiz umfassen in der Region die Unterstützung von unqualifizierten und gering qualifizierten Frauen und Männern, sicherere Arbeitsbedingungen und einen besseren Zugang zu Beschäftigung. Die Schweiz arbeitet mit regionalen Plattformen und Organisationen wie z. B. dem ASEAN-Forum für Wanderarbeitnehmer und im Rahmen regionaler Prozesse wie dem Colombo-Prozess zur Förderung und zum Schutz von Arbeitsrechten und zur Förderung sicherer Arbeitsumgebungen, insbesondere für Millionen von Migranten und anderen schutzbedürftigen Arbeitnehmern. Durch die Förderung der Zusammenarbeit und des Austausches zwischen den ASEAN-Partnern unterstützt die Schweiz eine bessere Qualität und grössere Relevanz von Kompetenzentwicklungssystemen.

Grund- und Berufsbildung

Geschichte der Zusammenarbeit

Von einem bilateralen zu einem regionalen Ansatz

Die Schweiz ist seit 1968 in der Region aktiv und kann auf eine lange Tradition der bilateralen Zusammenarbeit mit Vietnam zurückblicken, wo das Programmbüro nach 25 Jahren Zusammenarbeit geschlossen wurde. Während dieser Zeitspanne erreichte Vietnam im Jahr 2010 den Status eines Landes mit mittlerem Einkommen. Vietnam bleibt Teil des regionalen Ansatzes und ist weiterhin ein Schwerpunktland des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

Im Jahr 2006 eröffnete die Schweiz in Vientiane, Demokratische Volksrepublik Laos, ein Kooperationsbüro, das für das regionale Mekong-Programm zuständig ist. 2016 feierte das Büro mit der Regierung der Demokratischen Volksrepublik Laos eine zehnjährige bilaterale Zusammenarbeit.

Im Jahr 2013 wurde das Kooperationsbüro in Phnom Penh, Kambodscha, eröffnet. Dort unterstützt die Schweiz auch die Kantha-Bopha-Kliniken des Schweizer Arztes Beat Richner. Das Kooperationsbüro bietet zudem auch konsularische Dienstleistungen für Bürger der Schweiz.

Seit 1994 arbeitet die Humanitäre Hilfe der Schweiz in Ost-Myanmar und in Flüchtlingslagern für Myanmar in Thailand. Die Schweiz hat seit 2012 nach den politischen Umbrüchen in Yangon eine Botschaft betrieben. Angesichts seiner Besonderheiten und seiner Bedeutung für die schweizerische Aussenpolitik ist Myanmar in einer eigenen länderspezifischen Kooperationsstrategie und im regionalen Mekong-Programm mit einbezogen.