Mekong (Laos, Vietnam, Kambodscha, Myanmar)

Die Schweiz will in Kambodscha, in der DVR Laos und in Myanmar die Armut reduzieren, eine gerechte und nachhaltige Entwicklung unterstützen und die demokratische Regierungsführung fördern. Sie ist in drei Bereichen tätig: lokale Gouvernanz und Bürgerbeteiligung, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sowie Berufsbildung.

Karte der Region Mekong (Laos, Vietnam, Kambodscha, Myanmar)
© EDA

Kambodscha, die DVR Laos und Vietnam haben in den letzten 20 Jahren starke Wachstumsraten erzielt und bei der Armutsreduktion erhebliche Fortschrit­te gemacht. Sie gehören jedoch weiterhin zu den ärmsten Ländern Südostasiens. Die Ungleichheiten nehmen zu und die demokratische Mitbestimmung bleibt schwach. Armut ist in der ländlichen Bevöl­kerung und bei ethnischen Minderheiten stark ver­breitet. Die Landwirtschaft ist noch immer die Exis­tenzgrundlage für rund 80% der Bevölkerung.

Alle Länder stehen vor grossen Herausforderungen wie Verbesserung der sozialen und ökologischen Ent­wicklung, wirtschaftliche Diversifizierung und Förde­rung eines alle einschliessenden Wachstums. Da sie 2015 der ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft beitreten wollen, muss der soziale und ökonomische Abstand zu den andern sechs ASEAN-Staaten verkleinert werden.

In einer gemeinschaftlichen Herangehensweise koordinieren sämtlichen Akteure innerhalb der Bundesverwaltung ihre Aktivitäten. Die Transversalthemen Geschlechtergleichstellung, Beteiligung von Randgruppen und Nicht-Diskriminierung, Anpassung an den Klimawandel sowie Katastrophenvorsorge und Risikominderung sind Bestandteil aller Aktivitäten der Schweiz in der Region. Wichtigste Partner in der Entwicklungszusammenarbeit sind:

  • Schweizer Partner (Helvetas Swiss Intercoopera­tion, Centre for Development and Environment (CDE), Nestlé, Allianz Re, MeteoSwiss)
  • Ministerien und Provinz- oder Distriktbehörden
  • Lokale NGO
  • Internationale NGO wie Care International, CORD (Friedensförderung), WWF
  • Regionale Partner (The Center for People and Forests, Mekong River Commission, Mekong In­stitute)
  • Bilaterale Geldgeber wie Deutschland, Nordische Staaten
  • Multilaterale Organisationen wie UNDP, Welt­bank, Asiatische Entwicklungsbank

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Einkommenserhöhung und Stabilisierung der Lebensgrundlage für Kleinbauern

Um die Ernährungssicherheit zu erhöhen, unterstützt die Schweiz Kleinbauern bei der Diversifizierung ih­rer Produktion und beim Zugang zu landwirtschaftli­chen Nutzflächen, Wald und Produktionsmitteln. Sie hilft ihnen, dank gezielter Beratung, einer Stärkung der Wertschöpfungskette und besserem Marktzu­gang höhere Einkommen zu erzielen.

In den Bergregionen Nordvietnams unterstützt die Schweiz Investitionen in kleine Infrastrukturprojek­te und die Beteiligung aller betroffenen Parteien an deren Planung und Umsetzung auf Dorf- und Ge­meindeebene. Dank einer neuer Infrastruktur (Trink-und Abwassersysteme, Kindergärten, Primarschu­len usw.) haben sich 2013 die Lebensbedingungen von 37‘900 Haushalten auf dem Land, namentlich von ethnischen Minderheiten und von Frauen, ver­bessert. Wieder instand gestellte Überlandstrassen, Brücken und Bewässerungskanäle ermöglichten es den Bauern, ihre Produktion zu erhöhen und ihren Zugang zu den Märkten zu verbessern.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Lokale Gouvernanz

Dezentralisierung und Kapazitätsaufbau

Die Schweiz unterstützt Bemühungen, Frauen und Männer bei der Ausarbeitung von Strategien und der Planung von öffentlichen Investitionen einzube­ziehen und die öffentlichen Verwaltungen über ihre Tätigkeit Rechenschaft ablegen zu lassen. Die Bür­gerinnen und Bürger brauchen gute soziale Dienste, die sich an den Schwächsten, vor allem Frauen und ethnische Minderheiten, orientieren.

Das von der Schweiz mitfinanzierte Programm in Laos fördert den Kapazitätsaufbau der Lokalverwal­tungen, um im Rahmen des Konzepts des «District Development Fund» (DDF) die öffentlichen Dienst­leistungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser und Landwirtschaft zu verbessern. Der DDF fördert die Dezentralisierung im Steuerbereich und hat es über 4‘600 Beamtinnen und Dorfvorstehern sowie 18‘000 Dorfbewohnern (36 % Frauen) er­möglicht, Fähigkeiten zur partizipativen Planung und zur Finanzierung von kleinen Infrastrukturvorhaben zu entwickeln.

Anwaltschaft und gute Regierungsführung

Berufsbildung

Bessere Beschäftigungsmöglichkeiten

In der Mekong-Region entwickelt die Schweiz Pro­jekte zur Verbesserung der Fertigkeiten und der Ar­beitsmöglichkeiten für Frauen und Männer auf dem Land. In Kambodscha wird die DEZA die Regierung bei der Einführung der neuen Sektorpolitik unter­stützen und die Rechte der Arbeitsmigrantinnen und -migranten in den nationalen Entwicklungsstrategi­en fördern.

Grund- und Berufsbildung

Geschichte der Zusammenarbeit

Vom bilateralen zum regionalen Ansatz

Seit 1968 in der Region tätig, kann die Schweiz lange Tradition bilateraler Zusammenarbeit mit Vietnam zurückblicken, wo sie heute noch ein Programmbüro unterhält. Vietnam hat 2010 den Status eines Landes mit mittlerem Einkommens erreicht, weshalb die DEZA ihr Programm zur Armutsreduktion 2016 auslaufen lässt. 2006 hat die Schweiz in Vientiane/Laos ein Kooperationsbüro eröffnet, welches das Regionalprogramm Mekong betreut. Ein weiteres Programmbüro steht seit 2013 in Phnom Penn (Kambodscha), wo die Schweiz auch die Spitäler Kantha Bopha des Schweizer Arztes Beat Richner unterstützt.

Länderprogramm in Myanmar

Die Humanitäre Hilfe ist seit 1994 im Osten Myanmars sowie in myanmarischen Flüchtlingslagern in Thailand aktiv. Nach politischen Umwälzungen im Land unterhält die Schweiz seit 2012 in Yangon eine Botschaft. Das humanitäre Engagement wird seither durch ein breiteres Entwicklungsprogramm ergänzt. Das Länderprogramm Myanmar ist in das Regionalprogramm Mekong integriert.