Tansania

Die Schweiz leistet einen Beitrag zur Bekämpfung der Armut im zentralen Korridor von Tansania. Sie fördert den Zugang zu qualitativ hochstehenden Gesundheitsdienstleistungen, setzt sich ein für die Förderung von Arbeitsplätzen und Einkommen in ländlichen Gebieten und stärkt die Zivilgesellschaft sowie die unabhängigen Medien.

Karte von Tansania
© EDA

Tansania ist eines der ärmsten Länder der Welt. Laut Angaben der Weltbank lebten 2012 28,2% der tansanischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Es gibt aber auch ermutigende Zeichen: Tansania ist eines der stabilsten Länder in Afrika südlich der Sahara. Im Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft erzielt das Land regelmässig Fortschritte und führt demokratische und gesellschaftliche Reformen durch.

Das Schweizer Entwicklungsprogramm ist auf Tansanias Strategie zur Armutsreduktion und die Regierungsinitiative «Big Results Now» abgestimmt, die den Wandel in prioritären Bereichen wie Verkehr, Wasser, Landwirtschaft, Energie und Mobilisierung von einheimischen Ressourcen fördern soll.

Gesundheit

Verbesserung der Erreichbarkeit und der Qualität der medizinischen Versorgung

Die Schweiz fördert die Erreichbarkeit und die Qualität der medizinischen Versorgung für die Bevölkerung in abgelegenen Gebieten. Sie konzentriert sich auf die Konsolidierung der Gesundheitsfinanzen, die Dezentralisierung des Gesundheitssystems und die Förderung von Forschungsprojekten, mit denen die medizinischen Prioritäten des Landes festgelegt werden können.

Bekämpfung der Malaria

Zur Bekämpfung der Malaria unterstützt die DEZA ein Zentrum, das im Auftrag der tansanischen Regierung ein nationales Mückennetzprogramm realisiert. Dieses Zentrum hat zu einer deutlichen Abnahme der Prävalenz von  Malaria beigetragen: Sie sank von 18% im Jahr 2007 auf 10% im Jahr 2012.

Gesundheit - Ein Schlüsselfaktor der Entwicklung

Gouvernanz

Transparenz und Verantwortung

Die Schweiz fördert den Austausch zwischen der Zivilgesellschaft und den Behörden. Damit soll eine Kultur der Transparenz und der Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern gefördert werden. Sie  ist auch bestrebt, die Kapazitäten der lokalen Behörden zur Verbesserung der Qualität ihrer Dienstleistungen zu stärken, und unterstützt die Regierung bei der Bekämpfung der Korruption.

Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die unabhängigen Medien, ins­besondere die ländlichen Radiostationen, finanziell. So können diese den Bürgerinnen und Bürgern qualitativ hochstehende Informationen liefern, damit sie ihre Rechte besser wahren können. 

Konfliktprävention

Die Schweiz stellt die Umsetzung von Massnahmen zur Verhütung von Konflikten sicher, um den Dialog zwischen den verschiedenen Gemeinschaften zu stärken Dabei werden insbesondere religiöse Führungspersonen einbezogen.

Demokratisierung - Keine wirksame Hilfe ohne Demokratisierung

Fragilität und Gewalt behindern die Armutsbekämpfung

Wirtschaftliche Entwicklung

Ein nachhaltiger Markt für landwirtschaftliche Produkte

Die Schweiz unterstützt die Entwicklung von landwirtschaftlichen Produktionszweigen, die der ländlichen Bevölkerung, insbesondere den Frauen und Jungen, wirtschaftliche Mög­lichkeiten eröffnen. Die Bauernorganisationen müssen ihre Interessen gegenüber den Ab­nehmern vertreten und ihre Lebensbedingungen verbessern können.

Mit einem der Projekte fördert die DEZA die wirtschaftliche Integration von armuts­gefährdeten Kleinproduzentinnen und Kleinproduzenten  in ländlichen Regionen Tansanias. Die meisten Bäuerinnen und Bauern, die in der Produktion und Vermarktung von Sonnenblumen, Reis, Baumwolle und Geflügel tätig sind, konnten so ihr Haushalteinkommen jährlich um 15% steigern.

Mehr Arbeitsplätze für Jugendliche

Die Schweiz trägt dazu bei, den Zugang von Jugendlichen zum Arbeitsmarkt zu verbessern, indem sie die Ausrichtung des Berufsbildungsangebots an den Kompetenzen fördert, die von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern gefordert werden.

Staats- und Wirtschaftsreformen

Querschnittthemen

Gleichstellung von Frauen und Männern und HIV/Aids

In allen Projekten setzt sich die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit für die Gleich­stellung von Frauen und Männern ein und verfolgt in diesem Bereich eine kohärente Politik. Die Prävention von HIV/Aids mit Sensibilisierungskampagnen und Aufrufen zur Nichtdiskriminierung steht ebenfalls im Zentrum ihrer Bemühungen.

Gleichstellung von Mann und Frau – Gender und Frauenrechte

Herangehensweise und Partner

Die Schweiz koordiniert ihre Transitionshilfe eng mit den tansanischen Behörden, anderen Geberländern und internationalen Organisationen. Dazu arbeitet sie mit verschiedenen Mitteln (Projektbeiträge, Mandate) mit schweizerischen und internationalen Organisationen zusammen.

  • Schweizer NGO: Helvetas Swiss Intercooperation, Swisscontact, Solidarmed
  • Forschung: Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Ifakara Health Institute
  • Regierung: Ministerien; regionale/lokale Verwaltung
  • Tansanische NGO: z. B. Foundation for Civil Society, Tanzanian Forest Conservation Group, Policy Forum, Sikika, Agriculture Non-State Actors Forum (ANSAF)
  • Internationale NGO: z. B. Voluntary Service Overseas, Simavi
  • Multilaterale Organisationen: United Nations Development Programme (UNDP), UNESCO
  • Bilaterale Geber: öffentliche Entwicklungsorganisationen (Deutschland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Irland)

Geschichte der Zusammenarbeit

Beschränkung der Projekte auf eine Region

Die Schweiz betreibt in Tansania seit 1960 Entwicklungszusammenarbeit. Ab 1981 konnten die Aktivitäten dank der Eröffnung eines Kooperationsbüros in Dar es Salaam intensiviert werden. Das Schweizer Entwicklungsprogramm ist auf die tansanische Strategie zur Armutsbekämpfung abgestimmt und wird mit anderen Ländern und internationalen Organisationen koordiniert. Der Politik- und Fachdialog mit den Partnern wird sowohl auf zentraler wie auf lokaler Ebene geführt. Mit der Kooperationsstrategie 2015–2018 soll die Hilfe der Schweiz kanalisiert werden: Die von ihr unterstützten Projekte sollen hauptsächlich im zentralen Verkehrskorridor (Region um Dodoma) realisiert werden.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), das seit 1988 in Tansania tätig ist, hat 2010 seine Aktivitäten reduziert. Es unterstützt nur noch einige Projekte zum Ausbau der Wasserinfrastruktur und zur Wirtschaftsförderung.

Aktuelle Projekte

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Mobilisierung gegen HIV/Aids in den Gefängnissen des südlichen Afrika

01.08.2015 - 30.09.2018

Angesichts der alarmierend starken Verbreitung von HIV/Aids in den Gefängnissen des südlichen Afrika engagiert sich die DEZA in Malawi, Swasiland, Sambia und Simbabwe für eine Reform der Gesundheitsversorgung im Strafvollzug. Die zuständigen Behörden erhalten Unterstützung bei der Umsetzung von Gesundheitsstandards und bei der Weiterbildung des Gefängnispersonals. Zudem finanziert die DEZA neue Einrichtungen namentlich für Frauen und junge Gefangene.

Land/Region Thema Periode Budget
Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC)
Gesundheit
Sexuell übertragbare Krankheiten inkl. HIV/AIDS
Sexuelle und reproduktive Gesundheit (inkl. Gesundheit von Mutter und Kind, Familienplanung)
Übertragbare Krankheiten
BEVÖLKERUNGSPOLITIK / BEVÖLKERUNGSPROGRAMME UND REPRODUKTIVE GESUNDHEIT
BEVÖLKERUNGSPOLITIK / BEVÖLKERUNGSPROGRAMME UND REPRODUKTIVE GESUNDHEIT
GESUNDHEIT
Bekämpfung von sexuell übertragbaren Krankheiten
Reproduktive Gesundheit
Bekämpfung von Infektionskrankheiten

01.08.2015 - 30.09.2018


CHF 3'734'300



Pflanzenkliniken und -ärzte für weniger Ernteverluste

Farmer in einer Pflanzenklinik in Peru

01.01.2014 - 31.12.2017

Das Plantwise Programm will Ernteverluste reduzieren, um die Ernährungssicherheit armer ländlicher Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Dezentrale, gemeindebasierte «Pflanzenkliniken»helfen Landwirten, Pflanzenschädlinge und -krankeiten frühzeitig zu erkennen und sie zu bekämpfen. Das von der DEZA unterstützte Programm arbeitet zurzeit in 34 Ländern auf allen Kontinenten und erreicht bereits zwei Millionen Bäuerinnen und Bauern weltweit.

Land/Region Thema Periode Budget
Weltweit
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Landwirtschaftliche Produktion (inkl. Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen)
Landwirtschaftliche Forschung und Innovation
LANDWIRTSCHAFT
LANDWIRTSCHAFT
Förderung der Landwirtschaft
Landwirtschaftliche Forschung

01.01.2014 - 31.12.2017


CHF 8'750'000



Global Measurement of Diet Quality

01.12.2018 - 31.12.2025

Diets are the number one risk factor in the global burden of disease and multiple forms of malnutrition co-exist with overweight and obesity being the fastest growing form, particularly among poor populations in developing countries. Routinely collected information on Diet Quality is necessary to better understand dietary trends, help to create awareness, and inform policies to improve diets and health outcomes. Therefore, SDC supports an international initiative to develop diet quality measurements.


Sexual and Reproductive Health and Rights and HIV in prisons

01.10.2018 - 31.07.2024

Prisoners are a high-risk group when it comes to HIV and other communicable diseases. Nonetheless, little attention has been paid so far to address the need for HIV and AIDS and other health services in prisons. The project will improve HIV and health services for prisoners, including young women and men in seven countries of Southern Africa. At regional level, it will address policy issues that are adversely affecting the prison conditions and the rights of prisoners in the context of health and nutrition.


Skills for Employment Tanzania – SET

01.04.2018 - 31.12.2029

This multi-layered program aims at enhancing prospects of gainful youth (self-) employment through a contribution to improved access to agricultural skills, and cross sectorial support to relevance and quality of Vocational Skills Development (VSD) by fostering existing institutions. Focus is placed on the coordination of skills providers and market players and on innovative solutions. The aim is to generate wide impact in order to significantly address the needs in VSD, particularly those of women.


Regional Vulnerability Assessment and Analysis (RVAA)

01.08.2017 - 31.07.2021

The project supports the Southern African Development Community (SADC) and its Member States in reducing vulnerability of households to disaster risks by increasing their preparedness for response and recovery and in strengthening their resilience. This will be achieved through institutionalising and sustaining vulnerability assessments and analyses systems that enhance emergency and developmental responses at national and regional levels.


Rural Resilience in Southern Africa / R4 Initiative

01.07.2017 - 30.06.2021

The project builds resilience of smallholder farmer households in three countries in Southern Africa (Malawi, Zambia and Zimbabwe) by enabling their adaptation to climate risk through a community oriented and market based risk management comprehensive approach. The initiative combines improved resource management (risk reduction), insurance (risk transfer), livelihoods diversification and microcredit (prudent risk taking) and savings (risk reserves). The combined interventions are carefully adapted to each country context.


SCOPE - Sustaining a Culture of Peace

01.03.2017 - 31.12.2025

Increasing tensions based on political, religious, socio-economic and natural resource-based conflicts indicate that Tanzania’s culture of peace needs strengthening. SDC will therefore promote the use of peaceful means to prevent and deal with conflicts. It will support the Government to establish a conflict early warning and response system, and state and non-state actors to increase public space to address conflictual topics, in particular for women and marginalized.


Safeguard Young People (SYP) – Sexual and Reproductive Health and Rights (SRHR)

01.02.2017 - 31.12.2019

The UNFPA Safeguard Young People programme (SYP) will contribute to the reduction of HIV infections and improved sexual and reproductive health and rights status of young women and men aged 10 to 24 in eight Southern African countries: Zambia, Swaziland, Malawi, Zimbabwe, South Africa, Namibia, Botswana, Lesotho. UNFPA will scale up SRHR/HIV prevention models and youth friendly health services (YFHS) in order to equip young people with knowledge, skills and values to protect themselves and capacitate member states to improve the legislative environment to address young people’s health issues.


Strengthening Agro-biodiversity in Southern Africa

01.09.2016 - 31.08.2019

The project promotes seed diversity and agro-ecological practices through an inclusive, evidence-based dialogue with governments at regional and country levels by empowered farmer’s and farmer support organizations ensuring that their experiences are taken into account in the development of policies and programmes in agriculture. This will thus strengthen food security in Southern Africa.


Strengthening Agro-biodiversity in Southern Africa

01.09.2016 - 31.08.2022

The project’s goal is to strengthen food security in Southern Africa by promoting seed diversity and agro-ecological practices through an inclusive, evidence-based dialogue with governments at regional and country levels by empowered farmer’s and farmer support organizations.  


Cultural Programme Tanzania (CPT)

01.09.2016 - 31.12.2019

This programme uses a comprehensive approach to promote local culture and livelihood opportunities for young artists, and for social cohesion. It aims to do so through institutional and specific projects’ support. The programme is in alignment with SDC’s Culture and Development Policy that supports devoting a minimum of 1% of SDC’s operational budget in a country to initiatives in the local artistic and culture sector.

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