Bosnien und Herzegowina

Die Schweiz unterstützt Bosnien und Herzegowina beim Übergang hin zu einer demokratischen Gesellschaft und einer sozialen Marktwirtschaft. Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen die Förderung inklusiver politischer Reformen, die wirtschaftliche Entwicklung und die Stärkung des Gesundheitssektors.

Karte von Bosnien und Herzegowina

Das Friedensabkommen von Dayton beendete 1995 den blutigen Bosnienkrieg, der während vier Jahren wütete. Das Abkommen beeinflusst noch heute die politische Struktur von Bosnien und Herzegowina (BiH), einem fragilen und dreigeteilten Staat:

Im Gebiet der Föderation Bosnien und Herzegowina leben mehrheitlich Bosniaken und bosnische Kroaten, in der Republika Srpska vorwiegend bosnische Serben. Der Distrikt Brcko ist ein selbstverwaltetes Gebiet. Die Politik bleibt von ethnischen Konflikten geprägt, und die Transition des Landes schreitet nur langsam voran. Die Wirtschaft kämpft mit gravierenden strukturellen Problemen, 54% der 15 bis 24-Jährigen sind arbeitslos. Die wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten nehmen laufend zu, 50% der Bevölkerung sind verschiedenen Formen von Diskriminierung ausgesetzt. Dennoch hat BiH im Februar 2016 ein EU-Beitrittsgesuch eingereicht, das im September 2016 angenommen wurde. Für eine Aufnahme in die EU muss das Land allerdings noch grosse Herausforderungen bewältigen.

Demokratische Gouvernanz, Dienstleistungen der Gemeinden und Justiz

Die Schweiz beteiligt sich im Rahmen der Zusammenarbeit mit BiH an der Schaffung von Institutionen, die gegenüber der Bevölkerung rechenschaftspflichtig sind und ihr einen besseren Zugang zu bedarfsgerechten öffentlichen Dienstleistungen und deren Nutzung ermöglichen. Sie räumt dabei der Integration benachteiligter Gruppen hohe Priorität ein. Ausserdem engagiert sie sich für eine stärkere politische, fiskalische und administrative Dezentralisierung als Ergebnis einer wirksameren Kooperation zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen. Die Schweiz fördert darüber hinaus die Justizreform und trägt so zur Wiederherstellung des Vertrauens der Bevölkerung in die Behörden und die Gesellschaft bei.

Staats- und Wirtschaftsreformen

Anwaltschaft und gute Regierungsführung

Gesundheit

Im Bereich Gesundheit steht der Zugang zu qualitativ hochstehender medizinischer Grundversorgung für alle im Vordergrund. Gleichzeitig soll die Bevölkerung dafür sensibilisiert werden, die richtigen Entscheide zu fällen und ein gesünderes Leben zu führen. Beim Aufbau der medizinischen Grundversorgung konzentriert sich die Unterstützung der Schweiz insbesondere auf die Stärkung der Krankenpflege, die psychische Gesundheit in den Gemeinden und die Prävention chronischer Erkrankungen, was letztlich zur Senkung der Gesundheitskosten beiträgt.

Gesundheit

Wirtschaft und Beschäftigung

Mit ihrer Zusammenarbeit in BiH trägt die Schweiz dazu bei, die Voraussetzungen für Unternehmen zu verbessern und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Auf regionaler Ebene sollen in erster Linie die öffentlichen Finanzierungsmechanismen transparenter und wirksamer gestaltet werden. Ausserdem werden bessere Rahmenbedingungen angestrebt, um das Wachstum der Privatwirtschaft und den Zugang bosnischer Unternehmen zu ausländischen Märkten zu vereinfachen. 

Gleichzeitig geht  die Schweiz gegen die Jugendarbeitslosigkeit vor. Konkret unterstützt sie eine nachfrageorientierte Entwicklung von beruflicher Aus- und Weiterbildung. Zusammen mit den öffentlichen Arbeitsvermittlungen fördert sie die bessere Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt unter besonderer Berücksichtigung benachteiligter Gruppen wie Frauen.

Grund- und Berufsbildung

Privatsektorentwicklung und Finanzdienstleistungen

Migration

Die 2009 zwischen der Schweiz und BiH abgeschlossene Migrationspartnerschaft hat zum Ziel, die Herausforderungen der Migration gemeinsam anzugehen und deren wirtschaftliches und soziales Potenzial zum Vorteil des Landes zu nutzen. Die Balkanstaaten waren von den Migrationsbewegungen aus dem Nahen Osten besonders betroffen, so dass sich auch BiH auf eine neue Situation dieser Art einstellen muss.

Migration

Herangehensweise und Partner

Die Schweiz koordiniert ihre Transitionszusammenarbeit eng mit den örtlichen Behörden, anderen Geberländern und internationalen Organisationen wie dem UNDP, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der Weltbankgruppe. Alle Programme der DEZA und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) integrieren die Prinzipien der guten Regierungsführung und der Gleichberechtigung.

Wichtige Partner der Schweiz in Bosnien Herzegowina sind:

  • Schweizerische NGOs, z.B. Helvetas Swiss Intercooperation
  • Schweizerische Partner: Kantone Genf, Jura, Freiburg und Bern; Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Universitätsspital Genf
  • Internationale NGO: CARE International
  • Multilaterale Organisationen, z.B. UNDP, UNICEF, WHO, Weltbank
  • Nationale Partner: Ministerien, regionale und lokale Verwaltungen (Entitäten, Kantone, Gemeinden) und Organisationen der Zivilgesellschaft
  • Kofinanzierungspartner: Schweden, Norwegen, Deutschland

Dokumente

Aktuelle Projekte

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Ausbau des Berufsbildungssystems und Vermittlung arbeitsmarktrelevanter Kompetenzen

01.11.2014 - 31.10.2018

Die DEZA setzt sich dafür ein, dass Stellensuchenden und ungenügend qualifizierten Arbeitskräften im Rahmen der formalen und nichtformalen Berufsbildung in Bosnien und Herzegowina praxisrelevante Kompetenzen vermittelt werden. Die Ausbildung soll sich an den Anforderungen der Wirtschaftssektoren orientieren, damit die Arbeitskräfte zielgerichtet eingesetzt werden können.

Land/Region Periode Budget
Bosnien und Herzegowina

01.11.2014 - 31.10.2018


CHF 7'192'400



Junge Männer hinterfragen stereotype Vorstellungen von Männlichkeit

Ein Jugendlicher signiert mit einem farbigen Handabdruck eine kollektive Charta.

01.09.2014 - 31.08.2017

In Bosnien und Herzegowina bildet der Fortbestand von stereotypen Vorstellungen von Männlichkeit ein grosses gesellschaftliches Problem. Viele junge Männer verhalten sich gegenüber Frauen gewalttätig. Sie neigen auch dazu, ihre eigene Gesundheit zu vernachlässigen. Mit der Unterstützung verschiedener Bildungsinitiativen will die DEZA dazu beitragen, die Einstellungen und die Lebensweise der Jugendlichen zu verändern.

Land/Region Periode Budget
Bosnien und Herzegowina

01.09.2014 - 31.08.2017


CHF 700'000



Förderung der gemeindenahen Psychiatrie

01.03.2014 - 28.02.2018

In Bosnien und Herzegowina leidet ein grosser Teil der Bevölkerung immer noch an den Folgen des Krieges, der den Balkan in den 1990er-Jahren verwüstete. Seit 2010 hilft die Schweiz dem  Land, die Psychiatrie zu modernisieren, damit die Patientinnen und Patienten Zugang zu hochwertigen und gemeindenahen psychiatrischen Dienstleistungen erhalten.

Land/Region Periode Budget
Bosnien und Herzegowina

01.03.2014 - 28.02.2018


CHF 5'665'000



DEZA unterstützt Schaffung verbesserter Bedingungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen

Jugendliche zeichnen mit Kreide auf dem Spielplatzboden.

01.01.2014 - 31.12.2017

Die Regierung in Bosnien und Herzegowina (BiH) will das Jugendstrafrecht reformieren sowie die Haftbedingungen und die Nachbetreuung von straffällig gewordenen Jugendlichen verbessern. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), der «United Nations Children’s Fond» (Unicef) und die Schwedische Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (SIDA) setzen seit 2009 ein entsprechendes Projekt um.

Land/Region Periode Budget
Bosnien und Herzegowina

01.01.2014 - 31.12.2017


CHF 2'250'000



Den Menschen eine Stimme geben: Wiederbelebung von Ortsgemeinschaften in Bosnien und Herzegowina

Bild von Diplomfeier mit Vertretern einer Ortsgemeinschaft und der Gemeindebehörden

01.11.2013 - 30.06.2019

Angesichts des komplexen und heiklen politischen und administrativen Umfelds in Bosnien und Herzegowina stehen Gemeindebehörden vor grossen Herausforderungen, wenn sie ihren Bürgerinnen und Bürgern dienen wollen. Gleichzeitig haben diese das Gefühl, dass ihre Bedürfnisse von den Politikerinnen und Politikern nicht gehört werden. Die lokale Verwaltungsebene weist aber erfahrungsgemäss die grösste Dynamik auf und ist am besten geeignet, um Bürgeranliegen anzugehen. Das Projekt zur Aufwertung der Rolle der lokalen Bevölkerung konzentriert sich auf die Stärkung von Ortsgemeinschaften (bosnisch: Mjesna Zajednica, MZ), um die Bürgernähe, die Partizipation und den Einbezug aller Bürgerinnen und Bürger bei lokalen Entwicklungsprozessen zu verbessern.

Land/Region Periode Budget
Bosnien und Herzegowina

01.11.2013 - 30.06.2019


CHF 4'100'000



The "Bosnia i Herzegovina"-Platform

01.01.2020 - 31.12.2025

The Bosnia i Herzegovina Platform (BiH) is an initiative of diaspora associations that are already involved in development activities. The platform will enhance cooperation and strengthen the diaspora associations’ role as development actors. SDC aims at promoting the potential of migrants for sustainable development mainly through improved framework conditions. The permanent platform as an effective and dynamic network will set the grounds for competent coordination services to diaspora organizations, to the country of destination and to the country of origin.


Bosnia and Herzegovina: Integrated Local Development (ILDP)

01.03.2017 - 28.02.2021

Through the lntegrated Local Development Project (ILDP) Switzerland supports Bosnia and Herzegovina (BiH) in establishing a modern development planning system country wide which responds to citizens‘ needs and allows efficient use of budgets and external funds. The ILDP consolidation phase will ensure coherence of development planning and management on all governmental levels, accountability towards citizens, as well as on knowledge transfer to responsible institutions, in order to improve service delivery and accelerate inclusive growth at local level.


BiH Diaspora Plattform

01.01.2017 - 31.12.2019

Das Projekt schaff den Rahmen für einen relevanten Beitrag der BiH Diaspora in der Schweiz an die wirtschaftliche Entwicklung, die Demokratiebildung sowie die Stärkung der sozialen Kohäsion im Herkunftsland, da sich ein signifikanter Teil der BiH Diaspora in der Schweiz aufhält. Eine ethnisch und konfessionell unabhängige BiH Diaspora Plattform kann eine doppelte Brückenfunktion sowohl innerhalb der heterogenen BiH Diaspora als auch im fragmentierten Gefüge von BiH haben.


Mainstreaming the Concept of Migration and Development into Strategies, Policies and Actions in Bosnia and Herzegovina: Diaspora for Development (D4D)

05.12.2016 - 30.06.2019

About 2 million BiH citizens reside outside their country of origin. They retain strong connections with their homeland, and many of them are interested in contributing to its development with skills, know-how and financial investment. Switzerland supports BiH (in both entities and Brčko district) in creating a favorable environment for leveraging diaspora’s human and financial capital (as investors, providers of know-how and networkers) for the development of the country, thus contributing to economic growth, employment and income.


Youth Employment Project

01.04.2016 - 31.03.2020

Youth Employment Project (YEP) helps the public employment services to improve their mediation performance, introduce youth friendly service, e.g. individual and group counselling for unemployed young people aged 18-30. Together with the local partners, YEP promotes new, (self)-employment opportunities linked with the social entrepreneurship models - in particular tor the most disadvantaged, socially excluded youth.


Support to more effective Mine Action and Strengthening of National Mine Action Capacities in Bosnia and Herzegovina

01.12.2015 - 31.12.2017

The war in Bosnia and Herzegovina (BiH) has left behind a grim legacy of mines and other explosive remnants. This leftover has a negative impact on the quality of life of the affected population and hampers the development. With this project, Switzerland will contribute to improving the quality of life of the population in areas affected by mines and other explosive remnants of war by speeding up and supporting more effective mine action activities in BiH and thus creating preconditions for socio-economic development in the country.


Geplantes Projekt

Bosnia Herzegovina: Strengthening Associations of Municipalities and Cities

01.07.2015 - 30.06.2019

Both Associations of Municipalities and Cities (AMCs) in the Federation and the Republika Srpska have an increasingly important role in advocating for changes in policy, legislation and funding on behalf of municipalities. They represent their members in national policy development dialogues and act as intermediary between central and local governments. Successful decentralization relies on strong associations of local authorities capacitated to drive intensive advocacy processes and promote decentralization.

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