IKRK - Internationales Komitee vom Roten Kreuz

Das Leben und die Würde der Opfer bewaffneter Konflikte schützen, diesen Opfern helfen und menschliches Leiden durch die Förderung des humanitären Völkerrechts und der humanitären Grundsätze verhindern: Diesen Auftrag hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Das IKRK ist der wichtigste Partner der Schweiz in der internationalen humanitären Hilfe und erhält ungefähr ein Drittel des Budgets der DEZA für humanitäre Hilfe.

Das IKRK ist unparteilich, neutral und unabhängig. Seine humanitäre Aufgabe besteht darin, das Leben und die Würde von Menschen, die Opfer bewaffneter Konflikte und anderer Gewalttätigkeiten wurden, zu schützen und ihnen zu helfen. Das IKRK versucht ausserdem, menschliches Leiden durch die Förderung und Stärkung des humanitären Völkerrechts und der universellen humanitären Grundsätze zu verhindern.

Das 1863 gegründete IKRK initiierte die Genfer Konventionen und die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Es leitet und koordiniert die Hilfstätigkeit der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung bei bewaffneten Konflikten und in anderen Gewaltsituationen.

Themen

Haupttätigkeiten des IKRK:

  • Suche nach Vermissten
  • Unterstützung beim Informationsaustausch zwischen Familienmitgliedern, die durch Konflikte getrennt wurden
  • Unterstützung für Familienzusammenführungen und Gefangenenbesuche
  • Bereitstellung von medizinischer Versorgung, Trinkwasser und Nahrung in Notsituationen
  • Gewährleistung wirtschaftlicher Sicherheit
  • Förderung der Einhaltung der Gesetze

Ergebnisse: Privilegierter humanitärer Zugang

Das IKRK gehört zu den wenigen Organisationen, die bei bewaffneten Konflikten bevorzugt Zugang für humanitäre Hilfe erhalten. Der klare Auftrag, das professionelle Vorgehen und die konsequente Einhaltung der humanitären Grundsätze durch das IKRK sind international anerkannt. Während Krisen kann das IKRK deshalb häufig in Gegenden arbeiten, die für andere Organisationen nicht zugänglich sind.
Gemeinsam mit den lokalen Rothalbmond- und Rotkreuzorganisationen unterstützt das IKRK die lokale Bevölkerung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und lebensnotwendigen Gütern. Gleichzeitig führt das IKRK Schutzmassnahmen durch, insbesondere Gefangenenbesuche und Familienzusammenführungen.

Engagement der Schweiz

Die Humanitäre Hilfe der Schweiz überweist dem IKRK ungefähr ein Drittel seiner Mittel. 2016 war sie damit der viertgrösste Geldgeber des IKRK.

Die Schweiz ist nicht nur Depositarstaat der Genfer Konventionen, die als Grundlage für die Tätigkeit des IKRK dienen. Sie unterstützt das IKRK auch bei seinen Bemühungen, die sich verändernden humanitären Herausforderungen zu bewältigen, die Einhaltung der humanitären Grundsätze zu fördern und das humanitäre Völkerrecht zu stärken. Die Unterstützung der Schweiz und die Partnerschaft mit dem IKRK tragen wesentlich dazu bei, dass dieses rechtzeitig wirksame Nothilfemassnahmen erbringen, die Zivilbevölkerung schützen und die medizinische Versorgung vor Ort gewährleisten kann. 

Das IKRK  ist  der bedeutendste Partner der DEZA im humanitären Bereich und  ihre Tätigkeiten ergänzen sich häufig. Auf Anfrage des IKRK stellt die DEZA Mitglieder des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe für spezifische Einsätze zur Verfügung. Die DEZA kann ihrerseits während Krisen zur Erfüllung ihres Auftrags das umfassende Netzwerk des IKRK und seiner nationalen Einheiten in Anspruch nehmen. Die beiden Organisationen treffen sich regelmässig zu Sitzungen und tauschen in Notsituationen     Informationen aus.

Ergebnisse: Dringlichsten Bedarf decken

Bei der Vergabe ihrer Mittel berücksichtigt die Humanitäre Hilfe der Schweiz die Bedürfnisse sowohl der Zivilbevölkerung im betroffenen Land als auch der Menschen, die in die Nachbarländer geflohen sind.  Seit dem Ausbruch der Syrienkrise im März 2011 sind  Millionen von Menschen  nach Jordanien, in den Libanon und in die Türkei geflohen. Im Irak, Jemen Afghanistan und auch in der Ukraine sind Millionen von Menschen in einer Spirale der Gewalt gefangen. Auf dem afrikanischen Kontinent befinden sich die Gebiete der Grossen Seen, die Sahelzone und  die Tschadseeregion in kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Humanitäre Hilfe der Schweiz unterstützt Hilfsaktionen des IKRK in diesen Ländern und Regionen.

Herausforderungen

Die Humanitäre Hilfe der DEZA unterstützt IKRK-Einsätze finanziell. Wenn beide Organisationen während einer Krise vor Ort tätig sind, arbeiten sie wenn immer möglich zusammen.

Auf politischer Ebene ersucht das IKRK die Schweiz häufig um eine Beteiligung an diplomatischen Initiativen. Dabei geht es meistens um Vermittlungen oder Friedensverhandlungen zwischen Konfliktparteien. Als neutrales Land eignet sich die Schweiz gut für diese Aufgabe.

Die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem IKRK umfasst auch gemeinsame Initiativen. Ein Beispiel dafür ist die gemeinsame Initiative der Schweiz zusammen mit dem IKRK  für die bessere Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Diese Initiative will für alle Opfer bewaffneter Konflikte den Rechtsschutz garantieren. Bestandteile solcher Initiativen sind auch ein einfacherer Zugang für die humanitäre Hilfe und die Festlegung von Bestimmungen für private Sicherheits- und Militärfirmen.