UNRWA - Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten

Die UNRWA ist eine Hilfs- und Entwicklungsagentur. Ihre Leistungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, soziale Dienste und Nothilfe stehen den rund 5,6 Millionen Palästina-Flüchtlingen im Gazastreifen, im Westjordanland, in Jordanien, im Libanon und in der Arabischen Republik Syrien zur Verfügung. Die Schweiz unterstützt das reguläre Budget der UNRWA jährlich mit rund 20 Millionen Franken.

Porträt der Organisation

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen gründete 1949 die UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees), um humanitäre Hilfe für die Palästina-Flüchtlinge bereitzustellen. Das Hilfswerk kümmert sich spezifisch um die Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten und bietet ihnen solange Unterstützung an, bis eine politische Lösung der Palästina-Frage gefunden wird. Die UNRWA beschäftigt knapp 28’000 Mitarbeitende in der Region, von denen die meisten selbst Palästina-Flüchtlinge sind.

Themen

Bildung
An den 711 Schulen der UNRWA werden über eine halbe Million Kinder palästinensischer Flüchtlinge unterrichtet. Über die Hälfte des Programmbudgets des Hilfswerks wird für Bildung aufgewendet.

Gesundheit
Die UNRWA betreibt 143 Gesundheitszentren in der Region. Die Zentren bieten den Flüchtlingen kostenlos Zugang zu qualitativ hochstehenden Gesundheitsdienstleistungen. 2019 wurden mehr als 8,4 Millionen Patientenbesuche verzeichnet. Über drei Millionen Flüchtlinge nehmen die Leistungen der Zentren in Anspruch.

Sozialdienste
Rund 1,2 Millionen Palästina-Flüchtlinge leben in absoluter Armut. Die UNRWA gewährt rund 255’000 von ihnen soziale Unterstützung.

Infrastruktur
Ein Drittel der Palästina-Flüchtlinge lebt in einem der 58 Lager in der Region. Die UNRWA beteiligt sich am Wiederaufbau und an der Verbesserung der Lagerinfrastruktur.

Mikrofinanzwesen
Durch die Bereitstellung von Mikrofinanzdienstleistungen hilft die UNRWA Tausenden von Palästina-Flüchtlingen, ihren Lebensunterhalt nachhaltig abzusichern.

Nothilfe
Aufgrund der anhaltenden Instabilität in der Region ist die UNRWA regelmässig gefordert, in humanitären Krisenfällen Nothilfe zu leisten. Die Syrien-Krise, die Unsicherheit der Lage in Gaza und aktuell die COVID-19-Pandemie haben Auswirkungen auf Tausende von Palästina-Flüchtlingen, die von der UNWRA humanitäre Hilfe erhalten.

Resultate
Jedes Jahr nehmen 3,6 Millionen Palästina-Flüchtlinge die Gesundheitsdienste der UNRWA in Anspruch, und 255’000 Personen erhalten Unterstützung in Form von Nahrungsmitteln oder Bargeld. Mehr als 530’000 Kinder besuchen die Schulen der UNRWA.

Die UNRWA hat ihre Aktivitäten trotz des bewaffneten Konflikts in Syrien aufrechterhalten und situationsgerechte Unterstützung für die Palästina-Flüchtlinge in Syrien und in den Nachbarländern bereitgestellt. Seit Beginn der Syrien-Krise im März 2011 hat die UNRWA über 460’000 Personen humanitäre Unterstützung gewährt. Auch während der COVID-19-Pandemie konnte die UNRWA ihre Dienstleistungen in angepasster Form weiterführen, beispielsweise über E-Learning und Hausbesuche zur Lebensmittelverteilung. 

Engagement der Schweiz

Prioritäten der Schweiz
Die UNRWA ist seit der Gründung des Hilfswerks 1949 eine strategische Partnerin der Schweiz im Nahen Osten. Die Schweiz steuert einen erheblichen Beitrag an das Programmbudget der UNRWA bei (2019: 20 Millionen Franken), aus dem die Bildungs-, Gesundheits- und Unterstützungsleistungen zugunsten der Palästina-Flüchtlinge finanziert werden. Die Umsetzung der 2019 eingeleiteten Reformen im Management der UNRWA haben für die Schweiz eine hohe Priorität, ebenso wie das Engagement im Bildungsbereich sowie – in Zusammenarbeit mit den Aufnahmeländern – die Schaffung von Perspektiven für junge Palästinenserinnen und Palästinensern.  Zusätzlich zum allgemeinen Beitrag finanziert die Schweiz auch punktuelle Projekte der UNRWA wie beispielsweise zur Verbesserung der Wasserversorgung in Flüchtlingslagern im Libanon.

Die Ernennung des Schweizers Philippe Lazzarini zum Generalkommissar der UNRWA im Jahr 2020 ist eine Bestätigung für das Schweizer Engagement in der UNO.

Resultate
Dank ihrem Beitrag an das Programmbudget der UNWRA, trägt die Schweiz zu den oben erwähnten Resultaten bei. Zusätzlich, dank der von der Schweiz finanzierten und unterstützten Strategie zur Mobilisierung von Ressourcen ist es der UNRWA gelungen, neue Finanzmittel von nicht traditionellen Gebern, inklusive des Privatsektors, zu beschaffen. Die Ende 2019 aufgegleisten Reformen im Management der Organisation wurden unter Philippe Lazzarini schon teilweise umgesetzt. Die UNRWA ist bestrebt, diese Reformen weiter voranzutreiben, wobei die Schweiz sich intensiv für die Umsetzung dieses Reformpakets einsetzt. 

Herausforderungen

Die regionalen Krisen – angeführt von Syrien –  und das Erbringen von Dienstleistungen trotz den COVID-19 bedingten Einschränkungen stellen wichtige Herausforderungen für die UNRWA dar. Auch beeinträchtigt die chronische Unterfinanzierung – verschlimmert durch den Wegfall der Beiträge der USA seit 2018 – die finanzielle Stabilität des Hilfswerks und gefährdet dessen Fähigkeit, qualitativ hochstehende Dienstleistungen zu erbringen. Die Schweiz engagiert sich stark in diesen Punkten, indem sie die Reformprozesse der UNRWA unterstützt und zusätzliche Geldmittel für humanitäre Zwecke zur Verfügung stellt.

Internationale Kooperation: Ein Metier

40 Kurzfilme porträtieren die Angestellten der UNO-Organisationen in Genf. Die gewünschte Sprache der Untertitel (de, fr, it, en) kann unterhalb der einzelnen Videos ausgewählt werden.