UNRWA - Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten

Die UNRWA ist eine Hilfs- und Entwicklungsagentur. Sie erbringt Leistungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, soziale Dienste und Nothilfe für nahezu 5 Mio. Palästina-Flüchtlinge im Gazastreifen, im Westjordanland, in Jordanien, im Libanon und in der Arabischen Republik Syrien. Die Schweiz unterstützt die UNRWA jährlich mit rund 20 Millionen CHF.

Porträt der Organisation

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen gründete 1949 die UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees), um humanitäre Hilfe für die Palästina-Flüchtlinge bereitzustellen. Das Hilfswerk kümmert sich spezifisch um die Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten und bietet ihnen solange Unterstützung an, bis eine politische Lösung der Palästina-Frage gefunden wird. Die UNRWA beschäftigt 30 000 Mitarbeitende in der Region.

Themen

Bildung

An den 685 Schulen der UNRWA werden nahezu eine halbe Mio. Kinder palästinensischer Flüchtlinge unterrichtet. Über die Hälfte des Budgets des Hilfswerks wird für Bildung aufgewendet.

Gesundheit

Die UNRWA betreibt 137 Gesundheitszentren in der Region. Die Zentren bieten den Flüchtlingen kostenlos Zugang zu qualitativ hochstehenden Gesundheitsdienstleistungen. Über drei Millionen Flüchtlinge nehmen die Leistungen der Zentren in Anspruch.

Sozialdienste

Rund 1,2 Mio. Palästina-Flüchtlinge leben in absoluter Armut. Die UNRWA gewährt rund 300’000 von ihnen soziale Unterstützung.

Infrastruktur

Ein Drittel der Palästina-Flüchtlinge lebt in einem der 58 Lager in der Region. Die UNRWA beteiligt sich am Wiederaufbau und an der Verbesserung der Lagerinfrastruktur.

Mikrofinanzwesen

Durch die Bereitstellung von Mikrofinanzdienstleistungen hilft die UNRWA Tausenden von Palästina-Flüchtlingen, ihren Lebensunterhalt nachhaltig abzusichern.

Nothilfe

Aufgrund der anhaltenden Instabilität in der Region ist die UNRWA regelmässig gefordert, in humanitären Krisenfällen Nothilfe zu leisten. Die Syrien-Krise und die Unsicherheit der Lage in Gaza haben Auswirkungen auf Tausende von Palästina-Flüchtlingen, die von der UNWRA humanitäre Hilfe erhalten.

Resultate

Jedes Jahr nehmen drei Mio. Palästina-Flüchtlinge die Gesundheitsdienste der UNRWA in Anspruch, und 300 000 Personen erhalten Unterstützung in Form von Nahrungsmitteln oder Bargeld. Mehr als 500 000 Kinder besuchen die Schulen der UNRWA.

Die UNRWA hat ihre Aktivitäten trotz des bewaffneten Konflikts in Syrien aufrechterhalten und situationsgerechte Unterstützung für die Palästina-Flüchtlinge in Syrien und in den Nachbarländern bereitgestellt. Seit Beginn der Syrien-Krise im März 2011 hat die UNRWA über 460’000 Personen humanitäre Unterstützung gewährt.

Engagement der Schweiz

Prioritäten der Schweiz

Die UNRWA ist seit der Gründung des Hilfswerks 1949 eine strategische Partnerin der Schweiz im Nahen Osten. Die Schweiz steuert einen erheblichen Beitrag an das Globalbudget der UNRWA bei (22,9 Millionen CHF im Jahr 2015), aus dem die Bildungs-, Gesundheits- und Unterstützungsleistungen zugunsten der Palästina-Flüchtlinge finanziert werden. Zudem nimmt sie eine führende Rolle bei der Umsetzung des Reformplans des Hilfswerks ein. Mit ihrem Engagement soll nicht nur die Qualität der Leistungen und der internen Managementprozesse der UNRWA verbessert, sondern auch die unsichere finanzielle Lage der UNRWA stabilisiert und die Fähigkeit des Hilfswerks zur Erschliessung ausreichender Finanzierungsquellen gestärkt werden. Zusätzlich zum allgemeinen Beitrag finanziert die Schweiz auch punktuelle Projekte der UNRWA (z. B. Verbesserung der Wasserversorgung in Flüchtlingslagern im Libanon).

Die Ernennung des Schweizers Pierre Krähenbühl, früherer Verantwortlicher für die Einsätze (Director of Operations) des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), zum Generalkommissar der UNRWA im Jahr 2013 ist eine Bestätigung für das Schweizer Engagement in der UNO sowie eine Verstärkung der Präsenz der Schweiz in den Leitungsorganen der UNO.

Resultate

Dank der von der Schweiz finanzierten und unterstützten Strategie zur Mobilisierung von Ressourcen ist es der UNRWA 2015 gelungen, neue Finanzmittel von nicht traditionellen Gebern zu beschaffen. So beliefen sich die Beiträge der arabischen Länder 2015 auf 7,5% der Einnahmen des allgemeinen Fonds im Vergleich zu 3% 2014, und der Beitrag des Privatsektors wurde um ein Siebzehnfaches erhöht, was insgesamt 22 Millionen US-Dollar entspricht.

Herausforderungen

Die regionalen Krisen – angeführt von Syrien – und die chronische Unterfinanzierung stellen die wichtigsten Herausforderungen für die UNRWA dar. Sie beeinträchtigen die finanzielle Stabilität des Hilfswerks und gefährden dessen Fähigkeit, qualitativ hochstehende Dienstleistungen zu erbringen. Die Schweiz engagiert sich stark in beiden Punkten, indem sie den Prozess zur Reform der UNRWA unterstützt und zusätzliche Geldmittel für humanitäre Zwecke zur Verfügung stellt.

Internationale Kooperation: Ein Metier

40 Kurzfilme porträtieren die Angestellten der UNO-Organisationen in Genf. Die gewünschte Sprache der Untertitel (de, fr, it, en) kann unterhalb der einzelnen Videos ausgewählt werden.

Weiterführende Informationen

Links

  • UNRWA - Hilfswerke der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten
    http://www.unrwa.org/