Bilaterale Beziehungen Schweiz–Bosnien und Herzegowina

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Bosnien und Herzegowina sind gut und intensiv. Mit ihrem substanziellen Engagement trägt die Schweiz zur Stärkung der guten Regierungsführung, der Justiz, der Marktwirtschaft und der Gesundheitsversorgung im Land bei.

 

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz ist an einer weiteren Stabilisierung von Bosnien und Herzegowina interessiert. Sie unterstützt daher die staatlichen Behörden auf verschiedenen Ebenen (Gesamtstaat, Entitäten, Kantone und Gemeinden) in ihren Reformbemühungen. Mit ihrem substanziellen Engagement trägt die Schweiz zur Stärkung der guten Regierungsführung, der Justiz, der Marktwirtschaft und der Gesundheitsversorgung im Land bei. Zudem fördert sie lokale Anstrengungen zur Bewältigung der Nachwirkungen des Konflikts von 1992–1995. 

Die Schweiz und Bosnien und Herzegowina haben u.a. Abkommen in den Bereichen Freihandel, Visaerleichterung, Investitionsschutz, und Luftverkehr sowie eine Migrationspartnerschaft abgeschlossen.

Datenbank Staatsverträge

Regierung von Bosnien und Herzegowina (en)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Die Schweiz ist für Bosnien und Herzegowina die zehnt-wichtigste Handelspartner sowie der neunt-wichtigste Investor. 2018 importierte die Schweiz Güter im Wert von 113 Millionen CHF ,vor allem Möbel, Eisen- und Stahlprodukte, sowie Agrarprodukte. Die Schweizer Exporte beliefen sich 2018 auf 93 Millionen CHF, hauptsächlich chemische und pharmazeutische Produkte sowie Aluminium. 

Eine wichtige Rolle in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern spielen die grosse bosnische Diaspora in der Schweiz und die damit verbundenen Geldüberweisungen nach Bosnien und Herzegowina.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Staatsekretariat für Wirtschaft SECO

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Friedensförderung

Die Schweiz unterstützt in Bosnien und Herzegowina die Friedenswahrungsmission Althea der multinationalen Militärverbände der EU (EUFOR). Beteiligt sind maximal 20 Angehörige der Schweizer Armee. Zudem sind höchstens sechs Armeeangehörige Teil mobiler Trainingsteams zur sicheren Lagerung der Munitions- und Waffenbestände.

Schweizer Armee: EUFOR LOT & MTT (Bosnien und Herzegowina)

Entwicklungszusammenarbeit

Bosnien und Herzegowina ist ein Schwerpunkt der Schweizer Ostzusammenarbeit. Ziele dieser Zusammenarbeit sind die politische Stabilisierung des Landes und die Umsetzung nötiger Strukturreformen in Wirtschaft und Politik. Zu diesem Zweck hat die Schweiz in den vergangenen 20 Jahren mehr als 500 Millionen CHF für Projekte, Programme und multilaterale Einsätze im Land bereitgestellt. Die Schweiz unterstützt den Wunsch der Bosnierinnen und Bosnier nach einer europäischen Integration ihres Landes. Das Budget für die aktuelle Kooperationsstrategie 2017-2020 umfasst ca. 74 Millionen CHF. 

Ein weiterer Bestandteil des Kooperationsprogramms in Sarajevo sind Projekte des Staatssekretariats für Migration im Rahmen der bilateralen Migrationspartnerschaft.

Entwicklung und Zusammenarbeit: Bosnien und Herzegowina

Kulturaustausch

Die Stiftung Pro Helvetia und die Schweizer Botschaft engagieren sich in Bosnien und Herzegowina seit Ende des Krieges stark im kulturellen Bereich. Unter anderem unterstützt die Schweiz seit 1996 das Sarajevo Film Festival (SFF), das bedeutendste Filmfestival in Südosteuropa. Die Schweiz finanziert die Preise für den besten Dokumentarfilm und den besten Menschenrechtsfilm.

Schweizerinnen und Schweizer in Bosnien und Herzegowina

Ende 2018 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 750 Schweizerinnen und Schweizer in Bosnien und Herzegowina.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Seit 1992 pflegt die Schweiz diplomatische Beziehungen mit Bosnien und Herzegowina. Die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge während des Konflikts von 1992–1995 und die Unterstützung beim Wiederaufbau danach haben zum positiven Bild der Schweiz in Bosnien und Herzegowina beigetragen.

Bosnien und Herzegowina, Historisches Lexikon der Schweiz