Südsudan

Der Südsudan ist seit seiner Unabhängigkeit im Juli 2011 ein Schwerpunktland der Humanitären Hilfe der Schweiz. Der junge Staat steht vor grossen Herausforderungen. Die DEZA ist insbesondere in den Bereichen Nahrungs- und Existenzsicherung, Zugang zur Grundversorgung und menschliche Sicherheit aktiv.

Karte von Südsudan
© EDA

Die Schweizer Kooperationsstrategie 2013–2016 für den Südsudan umfasst mehrere Schwerpunkte. Verschiedene Organisationseinheiten des EDA sowie weitere Departemente beteiligen sich an der Bereitstellung von Not- und Wiederaufbauhilfe (Humanitäre Hilfe der DEZA), Entwicklungshilfe (Bereich Südzusammenarbeit), Hilfe zur Konfliktbeilegung (Abteilung Menschliche Sicherheit des EDA) und Expertise von Stabsoffizieren und Fachleuten in humanitärer Minenräumung (Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport – VBS).

Nahrungs- und Existenzsicherung

Im Südsudan herrscht eine chronische Ernährungsunsicherheit. Diese hat verschiedene Ursachen: Konflikte und Gewalt, Anstieg der Preise für Grundnahrungsmittel, schwieriger humanitärer Zugang und logistische Probleme. Ziel der DEZA ist es, die Ernährungsautonomie der benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu fördern. Die DEZA unterstützt Projekte des Welternährungsprogramms (WFP), ihrer wichtigsten Partnerin im Bereich der Ernährungssicherheit im Südsudan. Ausserdem leistet sie durch die Unterstützung der Ausbildung der Bauern einen Beitrag zur Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion in der Provinz Nord Bahr el Ghazal. Die Impfung des Viehbestands in Jonglei ist eine weitere Massnahme zur Unterstützung des Erhalts der Lebensgrundlagen.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Grunddiensten

In grossen Teilen des Südsudans fehlt es an Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Dieser Mangel hat gravierende Folgen für die Gesundheit der Menschen, insbesondere in den ländlichen Gebieten. Die DEZA engagiert sich für einen verbesserten Zugang zu Trinkwasser und für sanitäre Grundversorgung im Land. In der Provinz Nord Bahr el Ghazal sorgt das Schweizerische Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) für die Aushebung neuer Brunnen und die Instandsetzung unbrauchbar gewordener Wasserstellen. Ausserdem werden die lokalen Gemeinschaften im Unterhalt dieser Infrastruktur geschult und die Kapazitäten des lokalen Wasserministeriums gestärkt.

Daneben unterstützt die DEZA Programme von Partnerorganisationen, die im Südsudan im Gesundheitsbereich tätig sind (MEDAIR, MSF, IKRK). Ziel ist es, die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung zu verbessern. Die DEZA setzt sich für die Verstärkung der medizinischen Teams vor Ort und die Modernisierung der Spitalinfrastruktur, auch in entlegenen Gebieten, ein.

Jeder Mensch muss Zugang zu Wasser haben

Menschliche Sicherheit und Schutz der Zivilbevölkerung

Die Betreuung der Flüchtlinge aus dem benachbarten Sudan und der Binnenvertriebenen, die im Land selber auf der Flucht vor Gewalt sind, stellt für den Südsudan eine grosse Herausforderung dar. Die Sicherheit von Frauen und Kindern in den Flüchtlingslagern gibt Anlass zu Besorgnis. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass diese besonders schutzbedürftigen Personen ungehinderten Zugang zur Hilfe haben. Die DEZA unterstützt mehrere Programme des UNHCR im Südsudan durch finanzielle Beiträge und durch die Entsendung von Expertinnen und Experten des SKH.

Parallel dazu unterstützt die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) des EDA die Friedensverhandlungen und den Versöhnungsprozess im Südsudan. Sie ist mit einem in Juba stationierten Berater für menschliche Sicherheit im Land präsent. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) wiederum stellt der Mission der Vereinten Nationen für den Südsudan (UNMISS) mehrere Stabsoffiziere sowie Experten für humanitäre Minenräumung zur Verfügung.

Fragilität und Gewalt behindern die Armutsbekämpfung

Geschichte

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg wurde am 9. Juli 2011 der neue Staat Südsudan als 193. Mitgliedstaat der Vereinten Nationen und 54. Mitgliedstaat der Afrikanischen Union gegründet. Bis dahin hatte die Humanitäre Hilfe seit 1994 Hilfe für die Kriegsopfer in der Region geleistet. Im August 2006 wurde ein Programmbüro in Juba eröffnet, das 2011 zum Schweizer Kooperationsbüro wurde. Nach der Teilung des Landes verdoppelte die DEZA das Budget, das bis zu diesem Zeitpunkt für den Sudan allein vorgesehen war. Ebenfalls im Jahr 2011 eröffnete die Humanitäre Hilfe ein Programmbüro in Aweil in Nord Bahr el Ghazal, um Projekte im Bereich Wasser und Sanitärversorgung durchzuführen.

Aktuelle Projekte

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Wasserversorgung im Südsudan (Wieder-) Aufbau in Zeiten der Transition

01.10.2014 - 30.09.2017

Das Projekt zielt auf eine nachhaltig verbesserte Wasserversorgung der im südsudanesischen Gliedstaat Northern Bahr el Ghazal lebenden 720‘000 Menschen sowie derer Viehbestände. Dieses Grenzgebiet zum Nordsudan gehört zu den ärmsten weltweit und ist seit der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Nord- und Südsudan im Jahr 2005 eines der Hauptrückkehrgebiete von südsudanesischen Vertriebenen.

Land/Region Thema Periode Budget
Südsudan
Humanitäre Hilfe
Wasser
Wiederaufbau und Wiedereingliederung
Trinkwasser und Siedlungshygiene (WASH – Wasser für Menschen)
Politik und Anwaltschaft Wasserressourcen
HUMANITÄRE HILFE
WASSER UND SIEDLUNGSHYGIENE
WASSER UND SIEDLUNGSHYGIENE
Wiederaufbau / Wiedereingliederung
Grundversorgung im Bereich Wasser und Siedlungshygiene
Politik und Verwaltung im Wasserbereich

01.10.2014 - 30.09.2017


CHF 5'400'000



South Sudan, DCA: Educational Support in Area 1

01.09.2016 - 31.08.2018

The two civil wars fought in Area 1 as well as prolonged marginalization in the education system have deprived local communities from access to education for decades. In response, Local Partner 1 (LP1) has worked with Area 1 communities since 1995 and supported the introduction of a new Kenyan curriculum. Improved access and quality of education for all in Area 1 is both a basic human right and a powerful tool to address the cycles of poverty and conflict affecting the communities.


Global Credit Coordination Office South Sudan

01.11.2014 - 31.10.2017

An action under the office's Global Credit is a one-off contribution to a development or humanitarian endeavour, with a duration of maximum 1,5 years, i.e. no following phase. It is a flexible, efficient and transparent tool to support the implementation and further development of its Cooperation Strategy, as well as further enhancing the quality of the resulting interventions. It permits seizing opportunities to improve the visibility of the Swiss presence and the Swiss Profile in South Sudan. It also provides the means for implementing SDC's Policy on promoting culture.


Improved Food Security and Livelihood Development for Agro-pastoral Communities in Northern Bahr-el-Ghazal and Warrap States

01.09.2013 - 31.08.2017

In South Sudan, food insecurity and poverty are intrinsically linked to decades of civil conflict. About 52% of the population lives on less than 1 USD per day, and 47% is undernourished. Improving capacities of farmers and government to face such challenges is crucial. The main objective of this project is to increase the resilience (food security, livelihoods and income) of at least 7’000 households/50’000 people, and to improve community stability for vulnerable but economically active agro-pastoralists in Northern Bahr-el-Ghazal and Warrap States.


JPO Programme, Volées 2013-2018, Humanitarian Aid HA

01.09.2013 - 31.12.2019

The aim of the programme is to increase Switzerland's presence within the UN system. This measure also meets the more general aim of strengthening the influence and quality of Switzerland's political dialogue with the target agencies. The JPO programme will eventually serve to intensify this political dialogue and increase Switzerland's capacity to monitor the work of agencies through direct contact with the JPOs recruited through this programme.

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