Südsudan

Der Südsudan ist seit seiner Unabhängigkeit im Juli 2011 ein Schwerpunktland der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Die Unterstützung der Schweiz konzentriert sich hauptsächlich auf die Bereiche Nahrungs- und Existenzsicherung, Schutz der Zivilbevölkerung und Förderung der Menschenrechte sowie Friedens- und Staatsbildung (durch die Abteilung Menschliche Sicherheit). 

© EDA

Der Südsudan erlebt eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt. Seit vier Jahren herrscht ein Bürgerkrieg, der von Gewalt geprägt ist und zu massiven Vertreibungen der Bevölkerung innerhalb des Landes und in die Nachbarländer geführt hat. Im Februar 2017 wurde in mehreren Teilen des jungen Staates offiziell eine Hungersnot ausgerufen. 

Verschiedene Organisationseinheiten des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie weitere Departemente beteiligen sich an der Bereitstellung von Not- und Wiederaufbauhilfe (Humanitäre Hilfe der DEZA), Entwicklungshilfe (Südzusammenarbeit der DEZA), Hilfe zur Konfliktbeilegung (Abteilung Menschliche Sicherheit) und Expertise von Stabsoffizieren und Fachleuten in humanitärer Minenräumung (Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, VBS).

Nahrungs- und Existenzsicherung

Im Südsudan herrscht eine chronische Ernährungsunsicherheit. Diese hat verschiedene Ursachen: Konflikte und Gewalt, Anstieg der Preise für Grundnahrungsmittel, schwieriger humanitärer Zugang, logistische Probleme und Klimawandel. Ziel der DEZA ist es, einen sicheren Zugang zu Nahrungsmitteln für die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten und die Ernährungsautonomie der Produzenten zu fördern. Die DEZA unterstützt Projekte des Welternährungsprogramms (WFP) und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), ihren wichtigsten multilateralen Partnern im Bereich der Ernährungssicherheit im Südsudan. Ausserdem leistet die DEZA einen Beitrag zur Arbeit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und internationaler NGO, zum Beispiel durch die Unterstützung der Ausbildung von Bauern im Bereich der Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion in den Bundesstaaten Nord Bahr el Ghazal sowie West-, Zentral- und Ost-Äquatoria. Die DEZA unterstützt auch die Nahrungsmittelproduktion und die Einkommensgenerierung für die arme Stadtbevölkerung in und um Juba.

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Schutz der Zivilbevölkerung und Förderung der Menschenrechte

Ziel der DEZA ist es, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten, mit Fokus auf den Grundbedürfnissen der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen und Vertriebenen, und die Gemeinschaften zu befähigen, ein sicheres Umfeld für die eigene Bevölkerung zu schaffen. Die Sicherheit von Frauen und Kindern in den Flüchtlingslagern gibt Anlass zu grosser Besorgnis. Gendersensible Massnahmen sowie die Verhütung und Bekämpfung von genderspezifischer Gewalt (Sexual and Gender-Based Violence, SGBV) haben Priorität. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass diese besonders schutzbedürftigen Personen ungehinderten Zugang zur Hilfe haben.

Das VBS wiederum stellt der Mission der Vereinten Nationen für den Südsudan (UNMISS) mehrere Stabsoffiziere sowie Experten für humanitäre Minenräumung zur Verfügung.

Friedens- und Staatsbildung

Die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) unterstützt zusammen mit der DEZA die Bemühungen zur Friedenskonsolidierung im Südsudan. Der Schwerpunkt liegt auf folgenden Schlüsselbereichen: 

  • Förderung von Räumen für einen echten und alle einbeziehenden Dialog zwischen den südsudanesischen Wählerschaften, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger nach friedlicher Koexistenz, sozialem Zusammenhalt, guter Regierungsführung, Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht entsprechen

  • nach Möglichkeit Unterstützung von praktikablen und gerechten Optionen im Hinblick auf den Staatsaufbau

  • Stärkung der Konfliktsensibilität bei Gebern und Umsetzungspartnern im Südsudan.

Herangehensweise und Partner

Die Schweiz verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, multilaterale Instrumente, diplomatische Massnahmen und Ansätze zur Friedensförderung kombiniert werden. Zu den Partnern zählen:

  • Internationale und nationale NGO

  • UNO-Organisationen

  • Organisationen der Zivilgesellschaft

  • Forschungsinstitutionen und Thinktanks

Geschichte

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg wurde am 9. Juli 2011 der neue Staat Südsudan gegründet. Er trat als 193. Mitgliedstaat den Vereinten Nationen und als 54. Mitgliedstaat der Afrikanischen Union bei. Bis dahin hatte die Humanitäre Hilfe seit 1994 die Kriegsopfer in der Region unterstützt. Im Jahr 2006 wurde ein Programmbüro in Juba eröffnet, das 2011 zum Schweizer Kooperationsbüro wurde. Ebenfalls im Jahr 2011 eröffnete die DEZA ein Programmbüro in Aweil in Nord Bahr el Ghazal, um Projekte im Bereich Wasser und Sanitärversorgung durchzuführen. Anfang 2017 beschloss die DEZA, das Büro zu schliessen, nachdem sämtliche Projekte erfolgreich abgeschlossen worden waren.

Aktuelle Projekte

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South Sudan, Concern Worldwide: NGO Forum Support

01.09.2017 - 31.08.2020

This is the fourth phase of support to the NGO-Forum in South Sudan, aiming at contributing to the effectiveness and coordination of emergency humanitarian response and development programming in South Sudan. This will be achieved through sustained and enhanced engagement with all stakeholders on issues affecting NGO operations, advocacy, capacity building and information sharing. 


Food Security and livelihoods support for farmers and IDP's from Yei and Maridi States and refugees in Bidibidi, Uganda

01.08.2017 - 28.02.2019

Through this corss-border project, Caritas Belgium and its partners intend to meet the basic food needs of vulnerable residents trapped in the beleaguered city of Yei/Central Equatoria, to improve the food security and livelihoods of farmers in Maridi County/Western Equatoria and to (re-)build the livelihoods of newly arrived South Sudanese refugees and vulnerable Ugandan host communities in and around the Bidibidi refugee settlement. 




SSD NP: Preventing Violence and Building Safer Communities in the Sobat Corridor

01.05.2017 - 28.02.2019

This is the second phase of a project in the Sobat Corridor implemented by NP, aimed at improving the safety of civilians and further enhancing the communities’ capacity to prevent and respond to threats, through nonviolent conflict resolution and self-protection options. This includes direct protection activities such as accompaniments for vulnerable groups, trainings and awareness rising campaigns on protection, mediation, as well as protection mainstreaming and aid coordination.


Improved food security, nutritional status and incomes among vulnerable households in Juba, South Sudan

01.02.2017 - 31.12.2018

In the current context of economic stress and limited supply of food due to disruption of the main supply routes, urban and peri-urban agriculture in and around areas of Juba provides livelihood opportunities for food production and income generation. The deteriorating situation calls for a two-pronged approach of boosting the agricultural production of nutritious commodities and improving access to the most vulnerable groups who may not be able to produce for their own consumption.


SSD IOM: Regional Information and Coordination Mechanisms for South Sudanese Displacement Dynamics

01.02.2017 - 30.08.2018

Continued conflict, food insecurity and a dire economic situation have increased the scale of displacement both within and outside the country to unprecedented levels, with many sheltering in UN POCS or crossing to neighbouring countries. For humanitarians to be able to respond to the needs of these populations, a better understanding of the displacement dynamics and trends must be developed. IOM’s proposed project will help create a better understanding of the displacement dynamics and trends and enable humanitarians to effectively respond to needs of the populations.


WFP Additional Contribution 2017 to Scale Up Operations in South Sudan in Response to the Hunger Emergency

01.01.2017 - 31.12.2017

On 24 February 2017, SDC/HA pledged an additional allocation of CHF 15 million to support emergency relief operations to help populations facing starvation in parts of Africa (South Sudan, Somalia, Nigeria and the larger Lake Chad Region) and Yemen. This decision followed a call issued by the UN Secretary-General Antonio Guterres on 22 February 2017 urging for USD 4.4 billion aid to avert famine for 20 million people who risk starvation in these countries. Out of the CHF 15.0 million, CHF 7 million will be allocated to support WFP’s emergency operations in South Sudan, Nigeria and the larger Lake Chad region, and Yemen.


Allocation of SDC Funding to WFP Operations in 2017

01.01.2017 - 31.12.2017

In line with the Good Humanitarian Donorship (GHD) principles, Switzerland recognizes the necessity of predictable and flexible funding to respond to changing needs in humanitarian crises. SDC funding to WFP operations allows the World Food Programme (WFP) to respond proactively and to provide immediate food assistance in life-threatening situations.


JPO Programme, Volées 2013-2018, Humanitarian Aid HA

01.09.2013 - 31.12.2019

The aim of the programme is to increase Switzerland's presence within the UN system. This measure also meets the more general aim of strengthening the influence and quality of Switzerland's political dialogue with the target agencies. The JPO programme will eventually serve to intensify this political dialogue and increase Switzerland's capacity to monitor the work of agencies through direct contact with the JPOs recruited through this programme.

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