Pflanzenkliniken und -ärzte für weniger Ernteverluste

Projekt abgeschlossen
Farmer in einer Pflanzenklinik in Peru
Durch den Ausbau der Unterstützung für Farmer in über 30 Ländern, Plantwise hilft Kleinbauern, ihr Auskommen zu steigern und verbessert die Ernährungssicherheit weltweit. © M.Simola/Panos M.Simola/Panos

Das Plantwise Programm will Ernteverluste reduzieren, um die Ernährungssicherheit armer ländlicher Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Dezentrale, gemeindebasierte «Pflanzenkliniken»helfen Landwirten, Pflanzenschädlinge und -krankeiten frühzeitig zu erkennen und sie zu bekämpfen. Das von der DEZA unterstützte Programm arbeitet zurzeit in 34 Ländern auf allen Kontinenten und erreicht bereits zwei Millionen Bäuerinnen und Bauern weltweit.

Land/Region Thema Periode Budget
Weltweit
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Landwirtschaftliche Entwicklung
Landwirtschaftliche Forschung
01.01.2014 - 31.12.2017
CHF 8'750'000

Plantwise ist vergleichbar mit einem Netzwerk dezentraler Gesundheitszentren: Eine Reihe gemeindebasierter Pflanzenkliniken unterstützen Kleinbauern mit praktischen Ratschlägen in Bezug auf Pflanzenkrankheiten und –schädlingen sowie deren Bekämpfungsmöglichkeiten. Plantwise hilft lokalen landwirtschaftlichen Diensten, Pflanzenkliniken aufzubauen und zu betreiben. Einheimische landwirtschaftliche Berater werden zu «Pflanzenärzten» ausgebildet, die bei der Diagnose von Schädlingen und Krankheiten helfen. Sie bieten Information und Beratung, die auf die Bedürfnisse der Bauern zugeschnitten ist. Dank dieser Unterstützung können die Landwirte Schädlinge und Krankheiten ihrer Pflanzenkulturen bekämpfen, ihre Produktion erhöhen und ein besseres Einkommen erzielen. Die Kliniken werden auf lokalen Märkten oder an anderen gut erreichbaren Orten, die  einen direkten Kontakt zu den Bauern ermöglichen, eingerichtet.

Dank der grossen Nachfrage und der breiten Unterstützung der relevanten Partner (Regierungen, NGOs, Bauern) wurde das Projekt schnell umgesetzt und innert kurzer Zeit stark ausgebaut: Ein Jahr nach der Lancierung gab es weltweit bereits über 182 Kliniken in 16 Ländern. 2015 operiert Plantwise bereits in 34 Ländern auf allen Kontinenten und berät rund 2 Millionen Bäuerinnen und Bauern weltweit. Ziel des Projekts ist es, bis 2020 mehrere Hundert  Kliniken in rund 40 Ländern aufzubauen. Eine unabhängig durchgeführte Evaluierung in Kenia, Tansania und Ruanda kam zum Schluss, dass Plantwise ein hochrelevantes, effektives, effizientes und gut organisiertes globales Programm ist, das substantiell zu einem effizienteren nationalen Pflanzengesundheitssystem beiträgt.

Kooperative Zusammenarbeit

Plantwise wird von CABI geleitet und von der DEZA unterstützt. Bei der Suche nach lokalen Organisationen, die eine Pflanzenklinik aufbauen können, arbeitet die Initiative auf Länderebene sowie auf regionaler und lokaler Ebene mit Bauernorganisationen, Landwirtschaftsministerien und landwirtschaftlichen Beratern zusammen. Plantwise schliesst die Pflanzenkliniken an nationale und internationale Diagnoselabors an, um die Pflanzenärzte bei schwierigeren Diagnosen zu unterstützen und die wissenschaftliche Richtigkeit sicherzustellen. Zudem hilft Plantwise, eine Verbindung zwischen Kliniken und anderen wichtigen Akteuren wie Forschungseinrichtungen, Universitäten, Regierungsbehörden und der Agroindustrie herzustellen. 

Daten sammeln zur besseren Bekämpfung von Pflanzenproblemen

Plantwise hilft lokalen Organisationen, die Daten der Pflanzenkliniken zu sammeln und zu bearbeiten, zum Beispiel über die Art der betroffenen Pflanzen, die Art des Problems (Schädling oder Krankheit) und die empfohlene Schädlingsbekämpfung. Die Daten werden an eine nationale und/ oder globale Datenbank, die sogenannte Plantwise Knowledge Bank, weitergeleitet, die den Benutzern grundlegende Informationen über die Verbreitung der Schädlinge und Krankheiten der wichtigsten Kulturpflanzen und deren Bekämpfungsmöglichkeiten, zur Verfügung stellt.

Durch die Analyse dieser Daten wird sich die Ausbreitung und die möglichen künftigen geographischen Bewegungen von Pflanzenschädlingen und ‑krankheiten ableiten und vorhersagen. Je mehr Kenntnis Länder über eine potenzielle Bedrohung haben und je früher sie davon erfahren, desto besser können sie die Risiken einschätzen, ihre Forschung ausrichten, politische Entscheide treffen, Behandlungsstrategien planen und Bauern beraten.

Rund 500 Millionen Kleinbauern in Entwicklungsländern produzieren Nahrungsmittel für fast zwei Milliarden Menschen. Geringere Ernteverluste führen daher nicht nur zu besseren Lebensbedingungen für diese Bäuerinnen und Bauern, sondern auch zu erhöhter Ernährungssicherheit für ganze Regionen.